News des Tages

04/03/21: N26-Faktencheck, Weltsparen & Zinspilot, Newcomer „Forget Finance“

4. März 2021

Kleiner Faktencheck: N26-DACH-Chef Georg Hauer hat gestern via Social Media nicht nur verkündet, dass die ING in Österreich 340 Mitarbeiter „entlässt“ (was nicht stimmt und was Hauer korrigiert hat, nachdem ihm das dankenswerterweise mal jemand gesagt hatte), sondern auch, dass sein eigenes Unternehmen derzeit „heavily“ in den österreichischen Markt investiere. Also: Glaubt man österreichischen Medien, dann hatte sich N26 per Oktober 2019 zum Ziel gesetzt, per Ende 2020 in Wien auf rund 100 Mitarbeiter zu kommen. Tatsächlich waren es laut „Standard“ per August 2020 aber erst 25 Beschäftigte, per Ende November dann laut „Trending Topics“ rund 30. Zum damaligen Zeitpunkt berichtete „Trending Topics“ überdies von 15 ausgeschriebenen Stellen. Und inzwischen? Gestern Abend waren laut der Karriereseite von N26 exakt fünf Stellen explizit am Standort Wien offen; weitere fünf Stellen waren für Wien oder andere Standorte ausgeschrieben. Es gab mal Zeiten, da wurde „heavily“ bei N26 ein bisschen anders interpretiert.

Die 2020er-Zahlen der Kreissparkasse Köln (immerhin die drittgrößte Sparkasse hierzulande) schmücken den roten Sektor nur bedingt – zumal, wenn man bedenkt, dass das Ausgangsniveau bereits ein sehr bescheidenes war. Um uns auf den operativen Kern zu beschränken: Zinsüberschuss um 5,4% runter; Provisionsüberschuss um 2,8% rauf; Verwaltungsaufwand um 1% runter. Letzten Endes stand ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 125 Mio. Euro zu Buche, was gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme einem Wert von 0,45% entspricht. Zum Leben zu wenig. Aber zum Überleben selbstverständlich mehr als genug.

News

Die Bundesbank schüttet zum ersten Mal seit rund 40 Jahren keinen Gewinn an den Bund aus … +++ … als Grund wurde eine „erhöhte Risikovorsorge“ angeführt. Eine solche braucht die Notenbank u.a. aufgrund von Ausfallrisiken im „geldpolitischen Portfolio“ (Mitteilung) +++ Die Bonuszahlungen bei der Deutschen Bank belaufen sich laut „Handelsblatt“ (Paywall) in diesem Jahr auf gut 1,8 Mrd. Euro. Das wäre etwas mehr als letztes Jahr (1,7 Mrd. Euro) und etwas weniger, als die Deutsche Bank gern ausgekehrt hätte (2,0 Mrd. Euro), wäre sie nicht von der EZB gebremst worden +++ Beim Berliner Einlagen-Broker Raisin gibt es neben der Greensill Bank noch ein zweites (ehemaliges?) Partner-Institut, bei dem zumindest nicht alles nach Plan zu laufen scheint – nämlich die Wyelands Bank, die (Zufall oder nicht) Sanjeev Gupta gehört, der ja (siehe unser heutiger Aufmacher) mit Greensill eng verflochten ist  … +++ … Jedenfalls: Die Wyelands Bank teilte dieser Tage mit, sie werde rekapitalisiert und zahle sämtliche Einlagen vorzeitig an die Sparer zurück. „Wir listen derzeit keine Einlagenprodukte der Wyelands Bank„, sagte uns hierzu eine Raisin-Sprecherin. Seit wann die Berliner das nicht mehr tun, wollte sie nicht sagen. +++ Auch beim Hamburger Konkurrenten Deposit Solutions („Zinspilot“) gibt es eine weitere, zumindeste indirekte Verbindung zum „Fall Greensill“. So berichtet „Finance Fwd“,  auch die im Zinspilot-Vergleich gelistete rumänische BRCI-Bank gehöre besagtem Sanjeev Gupta +++ Und noch eine Fintech-Meldung ohne Greensill-Link: Das Münchner Finanz-Startup IDNow – einer der beiden großen Videoident-Spezialisten im deutschen Fintech-Universum – hat einen kleineren Wettbewerber namens „Identity Trust Management AG“ übernommen (Mitteilung)

Wussten Sie schon

… dass da draußen (genauer: wie üblich in Berlin) mal wieder ein neues Fintech an den Start gegangen ist? Es nennt sich „Forget Finance“ (was als Lebensmotto zweifellos taugt), wurde gegründet von einem gewissen Konradin Breyer und einem gewissen Jurek Herwig (der mal CTO von „Neugelb Studios“ war, also dieser schwer zu definierenden Commerzbank-Tochter) und hat laut gestern Mittag verschickter Pressemitteilung von Business Angels (darunter der Interhyp-Gründer Marcus Wolsdorf und der Personio-Gründer Hanno Renner) immerhin schon mal 700.000 Euro erhalten. Das Geschäftsmodell? Irgendwas mit „digitaler Finanzcoach“. Wir wünschen viel Erfolg.

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