News des Tages

04/05/21: Durchbruch bei der Coba, Amis kapern IDnow, Digitale Bancassurance

3. Mai 2021

Von Christian Kirchner

Die Verhandlungen über den großen Jobabbau bei der Coba sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Es ist nicht ohne Ironie: Wäre die Hauptversammlung der Commerzbank plangemäß (das heißt: am morgigen Mittwoch) über die Bühne gegangen, dann hätte Vorstandschef Manfred Knof womöglich eine seiner zentralen Ankündigungen zurücknehmen müssen. Nämlich, dass sein Institut bis zum Aktionärstreffen den Sozialplan zur geplanten Kürzung von weltweit rund 10.000 Stellen (davon Tausende in Deutschland) würde ausverhandelt haben. Indes, bekanntlich ist ja dann ein bisschen was dazwischen gekommen. Mit der rückblickend betrachtet fast glücklichen Fügung, dass die Hauptversammlung auf den 18. Mai verschoben werden musste …

… und die verhandelnden Parteien unverhofft fast zwei Wochen Zeit gewannen – Zeit, die offenbar genutzt wurde. Denn: Wie „Reuters“ unter Berufung auf „Insider“ berichtet, sollen sich Management und Betriebsrat zumindest in groben Zügen auf ein nahezu unterschriftsreifes Maßnahmenpaket haben. Umstritten waren zuletzt ja vor allem zwei Punkte: 1.) In welchem Zeitrahmen sollen die rund 10.000 Arbeitsplätze abgebaut werden; und 2.) Welchen Altersgruppen soll ein Angebot zum freiwilligen Abschied gemacht werden. Dem „Reuters“-Bericht zufolge sind die Jahrgänge nun „angepasst“ worden, damit möglichst viele Mitarbeiter die Bank freiwillig verlassen. „Es sieht danach aus, dass mit dem Maßnahmenbündel betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden können“, wird einer der Insider zitiert. Bis Ende der Woche soll die Einigung endgültig stehen. Reuters/Investing

Exklusiv: US-Investor kapert (peu à peu) den Münchner Videoident-Spezialisten IDnow. Anderthalb Jahre liegt die große Finanzierungsrunde bei den Bajuwaren mittlerweile zurück. Von 36 Mio. Euro war damals die Rede, eingezahlt von der Beteiligungsfirma Corsair Capital, die dafür – so stand es zu lesen – 30% der Anteile erhalten habe. Tatsächlich, so zeigen Handelsregister-Einträge, hielt Corsair (offenbar auch über eine Reihe von Secondaries) bald darauf schon rund 40% an IDnow. Und wie unser Recherchepartner Startupdetector entdeckt hat, gab es jüngst eine weitere Kapitalerhöhung, bei der die Mehrheit der neuen Anteile wiederum von wem gezeichnet wurde? Corsair. Nach unseren Berechnungen müssten die Amerikaner summa summarum jetzt auf 43,5% kommen; IDnow wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

News

Wieder mal ein Beispiel für Bancassurance-Alleingänge einzelner Sparkassen: Das nach Bilanzsumme sechstgrößte deutsche Kommunalinstitut, nämlich die Sparkasse Hannover, vertreibt künftig die digitalen Altersvorsorgeprodukte der Allianz-Tochter Allvest (Mitteilung) +++ Das initiale Funding für die European Payments Initiative (hier nochmal als Hintergrund unser Podcast mit CEO Martina Weimert) liegt bei gut 30 Mio. Euro. Diese Zahl hat der DSGV-Funktionär und EPI-Chairman Joachim Schmalzl gegenüber der „FT“ genannt. Und noch ein Update: Zurzeit arbeiten rund 40 Mitarbeiter an dem Projekt (FT/Paywall) +++ Im Milliarden-Skandal um die Bremer Greensill Bank will der Wirtschaftsprüfer Ebner Stolz laut „Bloomberg“ zumindest ein erteiltes Testat zurückziehen. Um welches Jahr bzw. um welche Jahre es geht, ist noch unklar (HB/Paywall) +++ Im Streit zwischen der Aareal Bank und dem aktivistischen Investor Petrus Advisers schlägt sich der Stimmrechtsberater ISS zwar auf die Seite des Aareal-Aufsichtsrats – kritisiert aber zugleich die Vergütungspläne für das Management (Reuters) +++ Bei der Commerzbank spricht sich ISS derweil laut dem weiter oben schon zitierten „Reuters“-Artikel für die geplante Neubesetzung des Aufsichtsrats aus – mit Helmut Gottschalk an der Spitze +++ Das Mannheimer Kundenkarten-Fintech Stocard baut seine Produktpalette weiter aus. Das neueste Feature: Eine Käuferschutz-Funktion für die „Stocard Pay“-Karte +++ Die zur Börse Stuttgart gehörende Krypto-App Bison hat im vergangenen Jahr tatsächlich (wie neulich schon vermutet) Erträge von rund 10 Mio. Euro generiert (Finance Fwd) +++ Das britische Payment-Fintech Trustly hat seinen auf 9 Mrd. Dollar taxierten, eigentlich noch für dieses Quartal avisierten Börsengang überraschend abgesagt (FT/Paywall)

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