04/06/20: DKB, Easyfolio, Frankfurter Bankgesellschaft, Blackrock, Ginmon

4. Juni 2020

Kann es sein, dass die DKB der Teenager unter den deutschen Banken ist? Zwanghaft bemüht, bei den Schulhof-Peers (also bei N26, Revolut und wie sie alle heißen) cool rüberzukommen – und deshalb immer auf größtmögliche Distanzierung vom eigenen Elternhaus (sprich: von der deutschen Kreditwirtschaft) bedacht … Jedenfalls: In der Kundenansprache schlägt sich die DKB-Attitüde mittlerweile in Empfehlungen wie „Lassen Sie Ihre Girocard einfach gleich zu Hause“ nieder. Und Kunden, die das seltsam finden, wird beschieden, das sei ja nun „nichts Neues“, dass man bei der DKB die Visa-Karte gegenüber der Girocard bevorzuge. Wie muss man das deuten? Als Brüskierung der DK? Als Halbstarken-Geschwätz, dem man keine allzu große Bedeutung beimessen sollte? Oder als strategische Notwendigkeit? Von wegen 0,3% Interchange statt 0,2% Interchange … Unser „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Gemessen daran, dass sie sich als „Privatbank der deutschen Sparkassen“ versteht, agiert die Frankfurter Bankgesellschaft bekanntlich auf bescheidenem Niveau. Was man allerdings auch sagen muss: Von dort aus wächst sie, und zwar 2019 bei den „Assets under Management“ um stattliche 3,2 Mrd. Franken (davon 2,0 Mrd. Franken Netto-Zuflüsse) auf 12,4 Mrd. Franken. Folge: Die Mutter Helaba erhielt diesmal eine Ausschüttung in Höhe von gut 8 Mio. Euro – nach knapp 4 Mio. Euro im Vorjahr. Übrigens: Es wäre sogar noch ein Schnaps mehr drin gewesen, hätte nicht „eine Verwechslung bei einer Order“ (wie es CEO Holger Mai bei der gestrigen Bilanz-PK eher schemenhaft ausdrückte) zu einem „Transaktionsschaden“ in Höhe von gut 1 Mio. Euro geführt. Merke: Was auch immer genau vorgefallen sein mag – bei der „Privatbank der deutschen Sparkassen“ spielen sich sogar die Lapsusse (Lapsi? Fauxpae?) auf bescheidenem Niveau ab. (HB/Paywall)

Dafür, dass „Robo-Sterben“ bei Google inzwischen fast so viele Suchtreffer generiert wie „Robbensterben“ (okay, das war jetzt eine Übertreibung), erweisen sie sich als erstaunlich überlebensfähig, unsere Robo Advisor: … uns so brachte auch der gestrige Tag wieder zwei Meldungen hervor, mit denen man so nicht unbedingt gerechnet hätte. Nämlich 1.) Für den schon 2014 gegründeten Frankfurter Paläo-Robo Easyfolio hat sich nach dem Gründer Markus Jordan, dem FAZ Fachverlag, der Privatbank Hauck & Aufhäuser und dem buntscheckigen Fintech Naga nun der unserer Zählung nach bereits fünfte Eigentümer gefunden – nämlich der Hamburger Finanzdienstleister Netfonds. Und 2.) Der fast schon vergessene Frankfurter Robo Advisor Ginmon hat gestern eine „schrittweise“ Funding-Runde über 6 Mio. Euro verkündet. Auf unsere Nachfrage (bei Ginmon fragen wir gern etwas kritischer nach …), was denn mit „schrittweise“ gemeint sei, antwortete uns Gründer Lars Reiner: Jetzt 3 Mio. Euro. Und später dann nochmal 3 Mio. Euro. Ohne dass dies an Milestones geknüpft sei. Na, das klingt doch gut! Netfonds-Meldung (dgap)Ginmon-Meldung (PDF)

News

Die Sparkasse Mittelholstein und die Dithmarscher Volks- und Raiffeisenbank prüfen den Betrieb gemeinsamer Filialen (Boyens Medien) +++ Der 2019 bei Lazard ausgeschiedene Co-Chef fürs deutsche Investmentbanking, Eric Fellhauer, hat einen neuen Job gefunden – und zwar praktischerweise innerhalb Frankfurts: Er heuert mit dem Status „Managing Director“ bei Goldman Sachs an. (BÖZ, Paywall) +++ Die Deutsche Bank hat über die Emission einer Öko-Anleihe eine halbe Mrd. Euro eingeworben (Reuters/Wiwo) +++ Ex-Deka-Chef Michael Rüdiger folgt Friedrich Merz als sogenannter „Aufsichtsratschef von Blackrock in Deutschland“ (Manager Magazin) +++ Das BdB-Urgestein Dirk Cupei verlässt nach mehr als 20 Jahren den Bankenverband, um künftig als Rechtsanwalt und Berater zu arbeiten. (BÖZ/Paywall) +++ Der Softbank-Manager Samuel Merksamer soll in den Aufsichtsrat von Wirecard einziehen. (Bloomberg/MM)

Wussten Sie schon …

… dass die Paypal-Aktie inzwischen 22% über dem Höchstkurs von vor der Corona-Pandemie notiert? Und der Wirecard-Rivale Adyen sogar um 34% darüber liegt? Sollte irgendwer geglaubt haben, die vermeintliche Payment-Blase würde im Zuge der Corona-Krise platzen … Ha! Da platzt gar nix! Zumindest nicht bei Paypal und Adyen. Bei anderen Payment-Konzern sieht’s freilich ein bisschen anders aus. Und damit spielen wir ausnahmsweise einmal nicht auf den „Sonderfall Wirecard“ an. Hier der nahezu branchenweite Überblick, von Visa bis Mastercard, von Ingenico bis Worldline, von Fiserv bis Square: Finanz-Szene.de

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