News des Tages

04/08/21: Union Investment mit Irrsinns-Absatz, Zeitgold-Exit, HVB-Fluktuation

4. August 2021

Von Christian Kirchner

Die Hypo-Vereinsbank besetzt mal wieder zwei Vorstandsposten neu – davon einen (was in diesem Fall betont werden muss) mit einer Frau … Die Geschichte von der HVB und ihren Top-Managerinnen kennen Sie, oder?! Anfang 2020 lag die Frauenquote auf Vorstandsebene noch bei zwei von sieben. Ende 2020 dann jedoch plötzlich null von sieben. Kann natürlich mal passieren. Sah aber trotzdem reichlich blöd aus. Indes: Im Zuge des Abgangs von Privatkundenvorstand Jörg Frischholz (er wird bekanntlich Chef der NordLB) steigt die Quote nun immerhin wieder auf 14%. Als Frischholz‘ Nachfolgerin wurde nämlich gestern Marion Höllinger präsentiert, bislang Retail-Vertriebschefin …

… Zudem bekommt die HVB einen neuen Finanzchef, und zwar einen gewissen Ljubisa Tesic (er kommt von der Mutter Unicredit), der Simone Marcucci (er geht zur Mutter Unicredit) ersetzt. Interessant: Tesic ist der dritte Finanzchef in nur etwas mehr als einem Jahr, Höllinger, wenn wir uns nicht verzählt haben, die geschlechtsübergreifend vierte Privatkundenvorständin in nur etwas mehr als drei Jahren. Die Fluktuation im HVB-Vorstand bleibt also gewaltig, was auch immer die Gründe hierfür sein mögen. Und noch eine Beobachtung: Nachdem die Hypo-Vereinsbank jüngst bereits die Position des „Head of Digital Banking im Commercial Banking“ (Michael Laubsch) geschaffen hatte, kommt nun auch noch ein „Chief Digital & Information Officer“ (Artur Gruca) hinzu. Das Digitale wird neuerdings also wieder sehr betont in München.

Deutsche-Bank-Fintech Zeitgold schlüpft bei US-Unicorn unter: Statt des einst (und fälschlicherweise) prognostizierten großen Fintech-Sterbens erleben wir in diesen Wochen eine mittelgroße Fintech-Konsolidierung. Neben Zusammenschlüssen auf relativer Augenhöhe (Smava/Finanzcheck, Raisin/Deposit) und Deals, bei denen die hiesigen Player die eindeutigen Treiber sind (IDnow/Ariadnext, Solarisbank/Contis, Finleap Connect/MyValue Solutions), gibt es natürlich auch die Fälle, bei denen die deutschen Fintechs sind, die ein passendes Obdach suchen. Aktuelles Beispiel: Wie gestern Abend bekannt wurde, kommt das Berliner Buchhaltungs-Startup Zeitgold nach gelinde gesagt wechselhafter Historie bei Deel unter, einem im selben Beritt aktiven Milliarden-Startup aus dem Silicon Valley. Ein Exit? Naja, wohl eher ein Exitchen.

News

Die Union Investment hat im ersten Halbjahr einen Nettoabsatz von 24,4 (!!!) Mrd. Euro verbucht – und könnte, wenn es weiterhin so gut läuft, die bisherige Rekordmarkte aus dem Gesamtjahr 2015 pulverisieren. Damals war der Fondsanbieter der Volks- und Raiffeisenbanken auf einen Nettovertrieb von 26,2 Mrd. Euro gekommen (BÖZ/Paywall) +++ Die in Frankfurt angesiedelte UBS Europe hat ihren 2020er-Jahresüberschuss auch aufgrund positiver Einmaleffekt auf 111 Mio. Euro gut verdoppelt … +++ … Dabei habe die deutsche Einheit innerhalb der europäischen Gesellschaft das stärkste Ergebnis erzielt, schreibt die Börsen-Zeitung (Paywall) +++ Die Berliner Fintech-Community hat die nächste „Irgendwas mit Finanzen“-App ausgebrütet. Diese nennt sich „Fabit“, soll sich speziell an Menschen mit Geldproblemen wenden – und hinter dem Startup steht die frühere Barzahlen-Managerin Susanne Krehl (Finance Fwd) +++ Der Berliner VC Target Global ist Lead-Investor bei einer gestern verkündeten 300-Mio.-Dollar-Finanzierung des Londoner B2B-Payment-Fintechs Rapyd +++ Coinbase Deutschland (also die hiesige Tochter der größten Kryptobörse der westlichen Welt) ist gestern offiziell gestartet +++ Die Société Générale hat im ersten Halbjahr netto 2,25 Mrd. Euro verdient, das beste Ergebnis seit fünf Jahren

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