News des Tages

04/11/21: Finanzplatz freut sich, KfW mit 2 Mrd. € Gewinn, Eigenkapital im Überfluss

4. November 2021

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Frankfurt untermauert seinen Status als Europas führender Finanzplatz für Regelsetzer aller Art: Die Deutsche Bank ein Schatten früherer Tage, die Coba geschrumpft zur Großsparkasse – und von den sieben deutschen Fintech-Unicorns sitzen in der sogenannten „Mainmetropole“ genauso viele wie in Hanau, Darmstadt oder Wiesbaden, nämlich null. Kurzum: Nein, dass der Finanzplatz Frankfurt noch in irgendeiner Weise sexy wäre, lässt sich wirklich nicht behaupten …

… Muss vielleicht aber auch gar nicht. Denn: Finanzmenschen gibt es ja weiterhin in der Stadt. Nur eben andere. Notenbanker, Regulierer, Aufseher, Diesundjenesprüfer und wer sonst nicht alles dafür sorgt, dass wir nachts gut schlafen können oder auch nicht. Und nun: Kommt also auch noch, wie gestern verlautete, das International Sustainability Standards Board (ISSB) in die Stadt, ein Gremium, das einheitliche Vorgaben für nachhaltiges Investieren erarbeiten soll. Da freut sich das Post-Dibelius-Frankfurt aber mal so richtig: Stellungnahme der Finanzplatz-Initiative

News

Das extrem ambitionierte schwedische Payment-Fintech Klarna hat gestern die Weiterentwicklung seiner App zu einem „Google for Shopping“ angekündigt (den Begriff haben wir bei den Kollegen von „Sifted“ entlehnt) … +++ … Ziel ist es, dass die Kunden über die App künftig in sämtlichen Online-Shops einkaufen können – also auch in solchen, die Klarna gar nicht als Bezahlmethode akzeptieren … +++ … Das wiederum funktioniert, wie wir bei der Lektüre der „FAZ“ (Paywall) gelernt haben, indem für jeden Bezahlvorgang so etwas wie eine „Einmal-Kreditkarte“ erzeugt wird, die den Kunden den gewohnten Rechnungs- oder Ratenkauf ermöglichen soll. Klingt einigermaßen revolutionär +++ Das Berliner Kreditkarten-Fintech Pliant strebt, wie „Deutsche Startups“ diese Woche berichtete, in seiner aktuellen Funding-Runde eine Post-Money-Bewertung von 75 Mio. Euro an … +++ … Wir haben uns mal umgehört – und: Ja, stimmt so. Einer der beiden vorgesehenen Lead-Investoren ist der schon involvierte Maschmeyer-Fonds Alstin +++ Christopher Dolleschal, jahrelang „Head of Equity Research“ bei der Commerzbank, hat ausweislich seines Social-Media-Profils als „Head of Equity Research Germany“ bei der britischen Großbank HSBC angeheuert +++ Laut Daten von Barkow Consulting kommen digitale Broker wie Flatex oder Trade Republic gemessen an der Anzahl der Depots (9,32 Mio.) mittlerweile auf einen Marktanteil von 36% … +++ … Nehme man nur die zwischen Juli 2020 und Juni 2021 neu eröffneten Wertpapierdepots, dann liege der Marktanteil sogar bei 77% (HB/Paywall) +++ Die KfW weist für die ersten neun Monaten dieses Jahres bereits einen Konzerngewinn von 1,9 Mrd. Euro aus … +++ …  Das Fördervolumen summierte sich auf 73,1 Mrd. Euro – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (Corona …) ein Rückgang um 33%, gemessen am 9M-Ergebnis 2019 allerdings ein Zuwachs um 37% (Mittteilung) +++ Der jüngst vorgestellte EU-Entwurf zur Basel-III-Finalisierung wird die Kapitalisierung der europäischen Banken nach Ansicht von Standard & Poor’s per saldo nicht steigen, sondern im Gegenteil sinken lassen … +++ … Die Rating-Spezialisten begründen ihre – vordergründig überraschende – Einschätzung damit, dass viele Institute in Erwartung härterer Vorgaben bereits mehr hartes Eigenkapital gebildet hätten als nötig – zum Teil (Stichwort: Dividendenverbot) auch unfreiwillig (Finanzen.net) +++ Und noch ein drittes Mal ING Diba heute: Wie wir in den FAQs zu den neuen AGBs entdeckt haben, hat sich die Oranje-Bank zu einer sehr strikten Auslegung des BGH-Gebührenurteils entschieden … +++ … Wir zitieren: „Natürlich möchten wir Sie gerne als Kundin oder Kunden behalten und legen uns auch weiterhin für Sie ins Zeug. Leider können wir [bezüglich der Entgelt-Änderungen; Anm. der Red…] jedoch keine individuellen Vereinbarungen treffen. Um unsere Geschäftsbeziehung fortzuführen, brauchen wir daher Ihre Zustimmung zu den Änderungen.“ (ING-Website) +++ Korrektur: Wir hatten diese Woche fälschlicherweise geschrieben, die Umweltbank habe ihr Kapital um 4,4 Mio. Euro erhöht. Tatsächlich wurden 4,4 Mio. Aktien ausgegeben – und auf diese Weise 73 Mio. Euro frisches Kapital hereingeholt

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