04/12/20: Dt. Bank, DKB, Finconomy, Penta, Revolut, Starfinanz, Ahoi

4. Dezember 2020

Gestern begegnete uns im Internet ein Paul-Achleitner-Porträtbild, auf dem der Deutsche-Bank-Chefaufseher ein dermaßen cremig weißes Hemd trug (und zwar ohne Sakko), dass es in Kombination mit seinem mittlerweile schlohweißen Haar für einen Moment so aussah, als wäre Achleitner jetzt: der Papst. Dass er das nicht ist, und zwar nicht einmal mehr im profanisierten Deutsche-Bank-Kontext, das zeigte freilich die dazugehörige Meldung. Wie nämlich die „Financial Times“ (Paywall) als erste berichtet hatte, soll der Deutsche-Bank-Großaktionär Cerberus zu Beginn dieses Jahres die Idee ventiliert haben, den ehemaligen Morgan-Stanley-Präsidenten Colm Kelleher als neuen Deutsche-Bank-Chefkontrolleur zu installieren – und also: Achleitner faktisch zu entthronisieren. Glaubt man der „FT“ (und warum sollte sie lügen?), so traf dieses Gedankenspiel allerdings weder bei anderen maßgeblichen Investoren noch bei der Aufsicht auf Unterstützung.

Ach, unsere Freunde von der Biathlon-Bank. Versendeten gestern Nachmittag eine Pressemitteilung, in welcher der erste Satz der Betreffzeile lautete: „DKB führt neues Tagesgeld ein“. Wer da schon gähnend die „In den Papierkorb verschieben“-Funktion aktivierte, der verpasste freilich die eigentlich News: Als letzte der großen deutschen Direktbanken führt nun auch die Berliner BayernLB-Tochter das berühmt-berüchtigte „Verwahrentgelt“ (vulgo: Negativzinsen) ein. Wenn auch selbstverständlich nur für Neukunden. Und erst ab einer Einlagenhöhe von 100.000 Euro. Interessant übrigens: Ist Ihnen mal aufgefallen, dass sich DKB und ING Diba, was Pricing und Positionierung ihrer Retailkonto-Produkte angeht, seit Monaten wechselseitig imitieren? Haben wir mal aufgedröselt für Sie: Finanz-Szene.de

News

Nach Bafin-Chef Felix Hufeld warnt nun auch der oberste europäische Bankenaufseher Andrea Enria eindringlich vor weiteren Einschlägen durch die Corona-Pandemie: Etliche Banken täten bislang zu wenig, um sich für drohende Kreditausfälle zu wappnen (FT/Paywall) +++ Der Münchner Fintech-Inkubator Finconomy verschmilzt seine beiden auf Advisory-Technologie spezialisierten Ventures Fundsaccess und WeAdvise. Aggregierter Umsatz: rund 6 Mio. Euro (Mitteilung/PDF) +++ Nachdem der Rivale Kontist jüngst eine eigene Steuerberatung gegründet hat, ist der Berliner KMU-Banking-Anbieter Penta eine Kooperation mit der Datev eingegangen (per Mail) +++ Die Verjährungsfrist für besonders schwere Steuerhinterziehung wird von bislang 10 auf 15 Jahre verlängert – mit unmittelbaren Folgen auch für die weitere juristische Aufklärung des Cum-ex-Skandals (Reuters) +++ Der bislang komplett auf die mobile Nutzung ausgerichtete N26-Rivale Revolut hat erstmals eine Web-App fürs Banking am Browser gelauncht (per Mail)

Wussten Sie schon?

… dass die Sparkassen-Software-Tochter Star Finanz einen API-Spezialisten namens „Ahoi GmbH“ gegründet hat? Das  berichtet heute Früh die „Börsen-Zeitung“ (Paywall), die darüber hinaus schreibt, die neue Gesellschaft habe auch schon eine Zulassung als Zahlungsauslöse-Dienst bei der Bafin beantragt. Einen Internetauftritt gibt es ebenfalls schon. Dort schreibt die „Ahoi GmbH“ über sich selber: „Ahoi ermöglicht Zugriff auf Finanzdaten aller Banken. Wir bieten eine technisch einsatzbereite Multi-Banking-API, die Fintechs mit Banken und Sparkassen verbindet, um Finanzdaten von Kunden auszulesen.“ Und weiter: „Wir begreifen die Öffnung der Banken als Katalysator für Innovation und als große Chance. Mit Ahoi schaffen wir eine API-Plattform, um mit den Innovatoren der Finanzbranche neue Lösungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.“

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