06/10/20: Sparkassen, Avaloq, Geldkarte, Yabeo, Flatex, DKB, Apobank, FI-TS, Captiq

6. Oktober 2020

Der Schweizer Kernbanken-Spezialist Avaloq ist hierzulande vor allem im Kontext des Apobank-Desasters bekannt. In ihrem eidgenössischen Heimatmarkt gilt die Software-Schmiede indes als etablierter Anbieter – was sich nun auch im 2 Mrd. (!!!) Franken schweren Verkauf an den japanischen Elektronikkonzern NEC spiegelt. Keine Frage: So träge die Bankenindustrie als solche daherkommt (siehe die Dax-Meldung weiter oben) – im Markt für Banken-Technologie ist ordentlich Musik (nicht anders als, siehe gaaaanz oben, im Payment-Markt). Finews

Wussten Sie schon, dass das Projekt „Geldkarte“ vor der endgültigen Abwicklung steht? So geben die Postbank seit Mai, die Sparkassen seit Juli und die Commerzbank seit Anfang Oktober keine neuen Girocards mit Geldkarten-Funktion mehr heraus. Die Genobanken sowie die Deutsche Bank waren bereits 2018 ausgestiegen, die letzte Pressemitteilung der „Deutschen Kreditwirtschaft“ zum Thema stammt aus dem Januar 2019. Den Status als Exot unter den Zahlungsmitteln wird die (zum Beispiel an vielen Zigaretten-Automaten immer noch nutzbare) „Geldkarte“ freilich noch ein paar Jährchen behalten: Bedingt durch die langjährigen Vertrags-Laufzeiten dürften die letzten Girocards mit Geldkarten-Funktion frühestens 2025 endgültig verschwinden.

Kurz-News

Der Münchner VC-Investor Yabeo ist der Lead-Investor hinter einer 16 Mio. Pfund schweren Funding-Runde des britischen Baufi-Fintechs Molo, das von anderen Geldgebern zudem 250 Mio. Pfund (!) Fremdkapital erhält. (eigene Infos; Mortgage Solutions) +++ Der Zwitter aus Sparkassen-Girocard und Mastercard Debit (siehe unser Scoop aus dem März) ist am Markt. Allerdings sind zum Start laut der Aktionsseite nur vier Kommunalinstitute dabei +++ Der Frankfurter Online-Broker Flatex will nach der Übernahme des niederländischen Wettbewerbers Degiro unter dem Namen „Flatex Degiro AG“ antreten +++ Digitale Bancassurance, die nächste: Auch die DKB steigt jetzt (wenn auch erst einmal auf kleiner Flamme) in den Versicherungsvertrieb ein und bietet Policen rund um Internet, Shopping und Reisen an. Partner ist – hübsche Analogie zur ING Diba – die Axa (Mitteilung) +++ Bei den Plänen der schwarz-roten Koalition, Fintechs und anderen Startups die Beteiligung ihrer Mitarbeiter zu erleichtern, zeichnet sich eine Einigung ab (HB/Paywall) +++ Bei der Apobank übernimmt Holger Wessling dauerhaft die Verantwortung für das Privatkundengeschäft.  Ab dem 1. Januar 2021 soll zudem die bisherige Commerzbankerin Jenny Friese in den Vorstand einziehen. Ihr Ressort: Großkunden und Märkte (per Mail)  +++ Die FI-TS, berühmt-berüchtigte „Eltern haften für ihre Kinder“-Tochter des Sparkassen-IT-Dienstleisters „Finanz Informatik“, hat einen neuen Geschäftsführer: Georg Büttner, bislang für die „gkv informatik“ tätig (per Mail) +++ Nach unseren Geno-Recherchen von letzter Woche wurden wir gefragt, wie hoch denn der  Anteil von weiblichen Vorständen im Sparkassen-Sektor sei. Also: Per 31. Dezember 2019 waren es 5,8%  … +++ … allerdings dürften es inzwischen mehr sein. So bekam die Sparkasse Moosburg dieser Tage eine Chefin (Meldung hier), die Sparkasse Oberlausitz eine Vorständin (Mitteilung/PDF hier) +++  Das auf Finanzierungen für Kammerberufler spezialisierte Frankfurter Finanz-Startup Captiq hat gut 1 Mio. Euro eingeworben, u.a. von Hessen Kapital (per Mail) +++ Und noch ein neues deutsches Fintech, das gut 1 Mio. Euro eingesammelt hat: Es heißt Quin und will sich als ETF-Spezialist etablieren (HB/Paywall)

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