07/07/20: Commerzbank, Wirecard, Girocard, Apple Pay, Penta, Kontist

6. Juli 2020

Die Commerzbank kurz und kompakt: Nach dem „HB“ gibt nun auch „BÖZ“ die Zahl der zur Dispositionen stehenden Jobs mit 10.000 an – inklusive der schon beschlossenen, aber noch nicht vollzogenen Streichungen …  +++ Zudem sollen sogar mehr als 500 der zurzeit noch rund 1000 Filialen wegfallen (Börsen-Zeitung) +++ Die Commerzbank-Aktie ist gestern um 7,5% gestiegen … +++ … woraus man allerdings jetzt auch nicht zu viel ableiten sollte. Denn auch für den Euro Stoxx Banks ging es um 4% nach oben. +++ Der frühere Coba-Vorstand und heutige Aufsichtsrat Nicholas Teller wird laut „HB“ nicht die Nachfolge von AR-Chef Stefan Schmittmann antreten (HB/Paywall) +++ Der BdB hat gestern klargemacht, was ja irgendwie eh‘ auf der Hand liegt: Als Nicht-mehr-Coba-Chef wird Martin Zielke auch nicht mehr BdB-Präsident sein können. Die Statuten … (RTL)

Wussten Sie eigentlich, dass zumindest einige Sparkassen dieser Tage sehr konkret an der Umsetzung einer Girocard-Apple-Pay-Lösung arbeiten? Nun mag man sagen: Ist doch klar, schließlich hatte der DSGV ja betont, Apple Pay noch in diesem Jahr in die Girocard integrieren zu wollen. Andererseits gab es unter Experten aber bis zuletzt Zweifel, ob es wirklich so kommt – und die Sparkassen nicht doch noch (genau wie Deutsche Bank und Genobanken) auf eine Mastercard-Debit-basierte Lösung einschwenken. Jedenfalls: Wenn die Signale, die wir zu vernehmen glauben, nicht völlig falsch sind, dann wird’s bis zum großen Launch nicht mehr allzu lange dauern. Wir reden von ein paar Wochen. Nicht Monaten.

Exklusiv: Penta erhält von Investoren weitere gut 4 Mio. Euro. Manchmal muss man auch Glück haben – wie die Berliner KMU-Mobile-Bank Penta. Die nämlich hatte sich, unmittelbar bevor die Corona-Krise begann, bei Holtzbrinck Ventures und anderen Investoren satte 18,5 Mio. Euro gesichert. Indes: Letzten Endes sind Fundings natürlich keine Glückssache. Und so legt Penta jetzt einfach noch mal 4 Mio. Euro nach, wie Finanz-Szene.de von Unternehmen vorab erfahren hat. „Ich bin ein großer Fan dieser ‚Second Closings‘, weil dieses Konstrukt die Möglichkeit bietet, eine Runde unproblematisch zu erweitern und so mit neuen Investoren in Kontakt zu treten“, sagt Penta-Chef Marko Wenthin. Und so findet sich unter den jetzigen Geldgebern in der Tat auch einer, den man Berliner Fintech-Kontext bislang weniger auf dem Zettel hatte – der aber dafür in Frankfurt bekannt ist wie ein bunter Hund: Finanz-Szene.de

Und wo wir schon mal dabei sind: Auch das (genau wie Penta zu Finleap gehörende) Berliner Inkasso-Startup Pair Finance hat gestern eine Finanzierung verkündet. Die Höhe ist bescheiden (2 Mio. Euro), die Bewertung aber sehr ordentlich (60 Mio. Euro). Interessant: Bei einem der Geldgeber handelt es sich um einen gewissen Ralph Müller, der kürzlich auch schon als neuer AR-Chef des ebenfalls zu Finleap gehörenden Check24-Herausforderers Joonko in Erscheinung trat … Ralph Müller? Kommt ursprünglich aus der Startup-Ecke (er war Gründungsvorstand des Immo-Maklers Planethome). Dann machte er Bankkarriere (7 Jahre Postbank-Vorstand, 2 Jahre Vorstand der DB Firmenkundenbank). Und nun kehrt er also in die Startup-Ecke zurück. Wenn man so will: ein umgekehrter Bajorat. Denn der entstammt der Sparkassen-Familie, wurde dann zum Fintech-Protagonisten, und macht nun, wie gestern berichtet, in der Deutschen Bank Karriere. So verschwimmen sie also allmählich, die Grenzen zwischen alter und neuer Welt.

Und noch die Wirecard-Top-News des gestrigen Tages: Wie die StA München mitgeteilt hat, ist nun auch der Geschäftsführer der berühmt-berüchtigten Tochtergesellschaft „CardSystems Middle East FZ-LLC“ festgenommen worden. Was über die zu sagen ist, hatten wir im Mai 2019 ja schon gesagt ...

Kurz-News

Im Squeeze-out-Streit mit ehemaligen Aktionären der Postbank hat die Deutsche Bank klein beigegeben (Reuters) +++ Die Berliner Selbständigen-Mobile-Bank Kontist führt mithilfe der dahinter stehenden Solarisbank einen Dispokredit ein. Überziehungsrahmen: bis zu 5000 Euro (eigene Infos) +++ Die Oddo BHF Gruppe prüft einen Zusammenschluss mit der 70 Mitarbeiter starken Schweizer Privatbank Landolt & Cie. (PBM) +++ Deutsche-Bank-CFO James von Moltke hat bekräftigt, dass sein Institut am Abbau von 18.000 Stellen bis 2022 festhält – allerdings könnte das für dieses Jahr gesetzte Zwischenziel wegen Corona verfehlt werden. (FT/Paywall) +++ Die Stadtsparkasse München führt eine eigene Vermögensverwaltung ein (Mitteilung) +++ Das Filialsterben geht weiter*: Die Volksbank Allgäu-Oberschwaben schließt ein Drittel ihrer 24 Zweigstellen (Mitteilung)


* In der ursprünglichen Fassung hatten wir den Filialabbau bei der VB Allgäu-Oberschwaben in einen Zusammenhang mit der Corona-Krise gestellt. Das Institut stellt klar, dass die Entscheidung, die Zahl der Filialen zu reduzieren, unabhängig von der Corona-Krise gefallen ist.

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