07/11/18: Cashlink-Pivot, Paypal vs. Sparkassen, Fintechs beißen sich Zähne an Paypal aus

7. November 2018

Die erfolgsverwöhnte Hamburger Berenberg-Bank (deren Chef A dem BdB vorsteht und deren Chef B so etwas wie der letzte deutsche Investmentbanker ist) bricht ihre Brachialexpansion ab – und fährt die Zahl der Mitarbeiter im Aktienhandel nach eigener Aussage auf den Stand von Anfang 2017 zurück. Nun sei mal dahingestellt, ob dieser Vorgang auf die Streichung von rund 100 Stellen (so „efinancialcareers“ und „Reuters“) oder auf die Streichung von 50 Stellen (so das „Handelsblatt“ und die „BÖZ“) hinausläuft – ein Schock ist es so oder so. Die Begründung? Im Umfeld des Instituts wird auf „Mifid II“ verwiesen, was sich aus unserer Sicht nach einer etwas dürren Erklärung anhört. Zugegeben: Besser wissen tun wir es nicht. Allerdings wollen wir an dieser Stelle dann doch einmal an unsere Recherchen zu Berenbergs GuV-Kosmetik bei den 2016er-Zahlen erinnern. Ist halt ein bisweilen sehr volatiles Geschäft, das die Hanseaten da mit aller Überzeugung und allen Risiken betreiben. Da kann es auch mal Rückschläge geben. Reuters

Also, mit welcher Taktung die US-Techkonzerne mittlerweile ihre Angriffe auf die deutschen Banken ankündigen, da kann einem als hiesiges Kreditinstitut fast schon angst und bange werden: Mitte Oktober zunächst die Triple Entente aus Google Pay, Mastercard und Paypal (die Letzterem den Vorstoß an den stationären Point of Sale ermöglicht), Anfang dieser Woche dann die Nummer mit Apple Pay – und gestern nun: teilte wiederum Paypal mit, seinen in der angelsächsischen Welt bereits erprobten Händlerkredit („Paypal Working Capital“) unter dem Namen „Paypal Businesskredit“ künftig auch in Deutschland anzubieten. Uff. Süddeutsche Zeitung

… und ganz nebenbei beißen sich dann ja auch noch die hiesigen Fintechs an Paypal die Zähne aus: Denn wie sonst soll man erklären, dass nach Avuba, Cookies, Lendstar und Cringle jetzt schon der fünfte P2P-Payment-Anbieter aufgibt, nämlich Cashlink, wie heute Früh bei „Gründerszene“ nachzulesen ist.  Wobei: Von „Aufgabe“ will der CEO nichts wissen, statt auf P2P-Zahlungen konzentriere man sich jetzt eben auf den Aufbau einer „Blockchain-Plattform für Startup-Anteile“. Mit Verlaub und wohlwissend, dass es wieder böse Lesermails hageln wird: Das klingt nach einem, gelinde gesagt, ziemlich wilden Pivot. Gründerszene

Waren das Zeiten, als die Frankfurter Investmentboutique Mainfirst noch von ihrem legendären Gründer Patrick Bettscheider geführt wurde … Dagegen heutzutage? Macht Bettscheider irgendwas mit Infrastruktur-Finanzierung (gäääääääääähn). Während Mainfirst, wie wir gestern lesen mussten, an irgendwelche Amis verhökert wird, deren Namen man noch nie gehört hat. Ganz schön trist, das alles. Reuters

Sonst noch was? Ja, die Kollegen von „Reuters“ gehen mal wieder der Frage nach, wie viele Jobs bei der HSH Nordbank letztlich übrig bleiben werden. Neueste Schätzung: 1300 oder sogar noch weniger (zur Einordnung: Mitte dieses Jahres waren es noch 1760). Reuters/Wiwo

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