09/01/20: Finanzguru, Deutsche Bank, Equens Wordline, NordLB, Finpair, Goldman

9. Januar 2020

News

Exklusiv: Multibanking-Fintech Dwins („Finanzguru“) wird zum Vertragsmanager. Bislang hat Finanzguru vieles richtig gemacht. Eine solide App gebaut. Über einen sympathischen Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ nicht nur Geld eingeworben, sondern viele Nutzer gewonnen. Und schließlich die Deutsche Bank so lange zugelächelt (haben Sie schon mal schönere Zähne als die der Dwins-Gründer gesehen?), bis die Deutsche Bank nicht mehr anders konnte, als sich an Finanzguru zu beteiligen. Indes – der Ernst des Lebens beginnt erst noch. Denn jetzt gilt es, die Multibanking-App, die bislang rund 500.000 Nutzer hat, zu monetarisieren. Dazu startet Finanzguru einen Stromvertrags-Manager namens „Genius“, wie uns Gründer Alexander Michel vorab erzählt hat. Heißt: Finanzguru weiß über den Blick in die Konten, wie viel die Kunden für ihren Strom bezahlen – und will diese nun in einen günstigeren Vertrag vermitteln (wofür dann Provisionen vom Anbieter fließen). Klingt plausibel. Hat aber seine Tücken, wie wir neulich am Beispiel der Coba-Pläne für einen eigenen Vertragsmanager aufgedröselt haben.

Hübsche Geschichte, die das „Handelsblatt“ da ausgegraben hat: Wie die Kollegen berichten, bündelt die Unicredit konzernweit ihren Zahlungsverkehr und lässt sich dabei vom IT-Dienstleister Equens Wordline unterstützen – was insofern interessant ist, als die hiesige Unicredit-Tochter HVB in ebendiesem Geschäft bislang auf die Abwicklungsdienste der Deutschen Bank vertraute. Mit anderen Worten: Das größte Geldhaus der Republik verliert ein namhaftes und womöglich auch einträgliches Mandat. Und das – jedenfalls prima facie – in jenem Bereich, der immer dann herhalten muss, wenn die Deutsche Bank ihren Investoren erklärt, womit sie in Zukunft denn überhaupt noch Geld verdienen will. Was man nun dazusagen muss: In „Finanzkreisen“ (sprich: vermutlich aus den Doppeltürmen heraus) wird das Ganze, wenn wir das „HB“ richtig verstehen, nun so gespint, dass das Unicredit-Mandat nicht die Art von Mandat ist, auf das die Deutsche Bank in Zukunft zielt. Mag stimmen. Könnte aber auch eine Schutzbehauptung sein. Vermögen wir nicht zu beurteilen. Handelsblatt (Paywall)

Kurzmeldungen

Carsten Maschmeyer beteiligt sich mit „einigen Millionen Euro“ am Versicherungs-Fintech Neodigital und erhält dafür einen „zweistelligen prozentualen Anteil“ (Süddeutsche/dpa) +++ Eine Woche ist das Börsenjahr alt, und die bislang stärkste Dax-Aktie ist mit einem Plus von 7,5% … Fanfare … die Deutsche Bank!!! (Kursliste) +++ Das NordLB-Fintech Finpair hat nach einer Prolongation nun auch eine vollständige Emission eines voll digitalen Schuldscheins vollzogen – und zwar der Supermarktkette Globus (Der Treasurer) +++ Goldman Sachs baut seine Sparten um: Der Retail-Arm „Marcus“, der ja auch nach Deutschland kommen soll, und das Geschäft mit der Apple Card sind künftig in einer neuen Einheit „Consumer and Wealth Management“ aufgehängt (BankingDive)

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