09/04/20: KfW, Savedroid, TBC Bank, LBBW, Deutsche Bank, Solarisbank

9. April 2020

Bevor wir uns gleich den Sorgen, Nöten und Hoffnungen unserer Fintechs zuwenden (unser heutiges „Briefing“ ist gewissermaßen ein „Fintech-Briefing“), handeln wir erst einmal das Megathema dieser Tage ab – nämlich die KfW-Kredite. Hier gibt es folgenden Sachstand zu vermelden: Bis Dienstagabend wurden Kreditanträge im Umfang von 20,8 Mrd. Euro eingereicht, ein Plus von 73% zum Vortag. Unter den neuen Anträgen waren zwölf mit einem Volumen von mindestens 100 Mio. Euro; allein die TUI kriegt 1,8 Mrd. Euro; und die Gesamtzahl der Anträge liegt jetzt bei 6.452 – ein Tagesplus von 1450 Stück. Reuters

Exklusiv: Mindestens drei namhafte deutsche Fintechs melden Kurzarbeit an. Als uns ein Leser gestern Mittag steckte, dass das schillernde Frankfurter Krypto-Startup Savedroid auf Kurzarbeit eingeschwenkt ist (hier die News), verfielen wir auf die Idee, doch einfach mal knapp 30 der größten und namhaftesten Finanz-Startups zu fragen: Wie schaut’s denn bei Euch aus? Ergebnis: Ein Drittel verweigerte die Aussage (die Deutung dessen überlassen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser); zwei Ihnen bekannte Fintechs erklärten: Ja, auch bei uns gibt es Kurzarbeit. 15 Anbieter indes teilten mit: Nein, bei uns wird nicht kurzgearbeitet. Was bei einigen Fintechs daran liegt, dass wohl tatsächlich gut zu tun ist – was bei anderen aber auch ein Signal an die Belegschaft sein könnte: Wir stehen das durch. Hier der Überblick (mit einigen starken Fintech-CEO-Quotes, wie wir finden). Finanz-Szene.de

Und noch ein Mutmacher: Nachdem wir im März das Gefühl hatten, die deutsche Fintech-Branche sei (mal abgesehen von ein bisschen Corona-Aktionismus) in eine regelrechte Schockstarre verfallen, erreichten uns die letzten Tage dann doch ein paar Mitteilungen, von denen für sich genommen zwar keine zur großen News taugt – die aggregiert aber doch eine positive Botschaft senden. Lesen Sie also hier: „Acht Belege, dass die deutsche Fintech-Branche noch lebt“ (in den alphabetisch geordneten Hauptrollen: Deposit Solutions, Finanzguru, Fincite, Fino, Finleap Connect, Getsafe, Loanboox, Optiopay sowie zwei bekannte Banken und eine bekannte Bankentochter): Finanz-Szene.de

Wären wir böse, würden wir sagen, wir leiten vom Mutmachen zum Übermut über. Denn: Wie viele Challenger-Banken brauchen wir denn noch auf dem deutschen Markt? Mal aus dem Gedächtnis heraus die Newslage der letzten Wochen referiert: Die Franzosen („Qonto“) sind jetzt da, die Russen („Tinkoff“) wollen kommen, die Tschechen („Velvon“) wollten kommen, kommen nun aber doch nicht, die Esten („Modularbank“) haben nicht nur ein Berliner Büro eröffnet, sondern auch eine PR-Agentur beauftragt, uns lustige Mails zu schicken (Motto: Wollen Sie nicht über die neue „Studie“ der Modularbank berichten?), die Bayern („pay33“) haben eine Pre-Seed-Finanzierung eingesackt, und jetzt … kommen auch noch die Georgier („TBC Bank“). Was „HB Online“ gestern Nachmittag einen 13 Absätze langen Artikel wert war. Spätestens da hatten wir keinen Zweifel mehr: Das ist der N26-Killer!!! Handelsblatt (Paywall)

News

Und ein neunter Beleg, dass die deutsche Fintech-Branche lebt: Die Solarisbank übernimmt künftig die Händler-Legitimationsprüfung beim Otto-Online-Marktplatz „Otto Markets“ (HB/Paywall) +++ „Basel IV“ lässt die Mindestkapital-Anforderungen an die deutschen Banken nun doch „nur“ um rund 27% steigen – und nicht um 40%, wie es zwischenzeitlich geheißen hatte (BÖZ/Paywall) +++  Berenberg (also die Bank des BdB-Präsidenten) rät in einer Analyse zum Shorten der Deutsche-Bank-Aktie. Begründung, sinngemäß: Eigenkapital aufzubauen wird schwierig in der Krise, Kapitalerhöhung könnte darum wieder Thema werden. (Studie kam von einer Quelle) +++ Die LBBW verschiebt die Entscheidung über eine Dividenden-Ausschüttung endgültig in den Herbst (Stuttgarter Nachrichten) +++ Die Deutsche-Bank-Donald-Trump-Nummer (die uns irgendwie nicht so richtig packt) dreht die nächste Schleife: Bloomberg

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