News des Tages

09/09/21: Mastercard kapert Spardas, Berenberg macht Abteilung dicht, Bafin vs. Banken

9. September 2021

Exklusiv: Mastercard kapert mit der Debit-Karte jetzt auch die ersten Sparda-Banken: Liegt in Ihrem Briefkasten auch schon die neue „SpardaWelt“, also das hippe Kundenmagazin der Sparda-Bank Baden-Württemberg, Ausgabe September/Oktober 2021? Falls nein, dann fassen wir das Wichtigste kurz für Sie zusammen: Auf Seite 8 geht es um „Reparatur-Cafés – Aus alt mach neu“. Ebenfalls lesenswert, Seite 10: „Joblinge. Eine Chance fürs Leben“. Und dann natürlich, Seite 14, der Klassiker: „Gewinnsparen. Jetzt einsteigen!“. Aus unserer Sicht hätte jedes der drei Themen locker auch zum Titelthema getaugt. Durchgesetzt allerdings hat sich die Geschichte „Eine Karte – Alle Möglichkeiten“, und sie handelt von? Genau: Von der Mastercard Debit. Mit anderen Worten, die Girocard bekommt nun also auch in der Sparda-Gruppe Konkurrenz. Den Anfang machte (so jedenfalls das Ergebnis einer kleinen Recherche unsererseits) im Februar die Sparda Hannover. Und nun also folgt die Sparda Baden-Württemberg.

Exklusiv: Berenberg baut Stellen im Währungsmanagement ab: Es klang harmlos. Eine „strategische Kooperation“ sei man eingegangen. Mit HSBC. Im Währungsmanagement. So teilte es Berenberg gestern Mittag mit. Was uns allerdings stutzig machte: Etwa eine Stunde zuvor hatte sich einer unserer Leser-Reporter gemeldet. Bei Berenberg würden Stellen abgebaut, wusste die Quelle zu berichten. Im Währungsmanagement. Mmmhhh, was denn nun? Also, hier die Auflösung: Das mit der „strategischen Kooperation“ stimmt insofern, als Berenberg bei den sogenannten „Währungs-Overlay-Mandaten“ die Signale, mit denen Fonds und Portfolios abgesichert werden, weiterhin selbst ermittelt – allerdings die physische Umsetzung der Transaktionen künftig durch die HSBC Deutschland erfolgt (bzw. durch deren Transaction-Banking-Tochter). Folge: Bei Berenberg werden Stellen eingespart, wie ein Sprecher auf Nachfrage bestätigte. Um wie viele Jobs es geht, ist unklar. Zur groben Einordnung: 2019 kam die Sparte auf Assets im Umfang von knapp 8 Mrd. Euro, für 2020 vermeldete Berenberg (nach eigenen Angaben „einer der größten aktiven Währungsmanager der Welt“) „steigende Zuflüsse“. Sprich: So ganz klein kann die Sparte nicht sein.

News

Die Bafin hat das nächste Großkreditverbot (samt Beschränkung der Einlagen) nicht nur erlassen, sondern auch öffentlich gemacht – wie immer ohne zu verraten, welches Institut das betroffene ist (Bafin-Website) +++ Die US-Großbank J.P. Morgan übernimmt einen knapp 75-prozentigen Anteil an „Volkswagen Payments“, also der Bezahlplattform von VW Financial Services (MM) +++ Die Solarisbank (also die von weiter oben) eröffnet einen „Tech-Hub“ in der Ukraine +++ Die deutsch-französische Kommunikationsexpertin und frühere EZB-Chefsprecherin Christine Graeff zieht in den Vorstand der Credit Suisse ein und verantwortet dort künftig das Personalressort (Handelsblatt) +++ Der „Buy now, pay later“-Hype geht weiter. Nach der Übernahme des australischen BNPL-Spezialisten Afterpay durch die Amerikaner von Square, hat sich Paypal nun den japanischen BNPL-Spezialisten Paidy geschnappt. Der Kaufpreis: 2,7 Mrd. Dollar (MM) +++ Nach der Übernahme des schwedischen Open-Banking-Spezialisten Tink (zu dem auch FintecSystems hierzulande gehört) durch Visa hat sich Mastercard das dänische API-Fintech Aiia gesichert (Mitteilung)

Die Grafik (#1)

Das Bankgeschäft wird immer digitaler. Läge es da nicht nahe, dass Banken in die Verjüngung ihrer Belegschaft investieren? Also alles daran setzen, die „Digital Natives“ für sich zu gewinnen? Ein Blick auf unsere heutige Grafik zeigt, dass eher das Gegenteil der Fall ist …

… In den Banken hierzulande steigt nicht der Anteil der Jungen. Sondern der Anteil der Älteren. Und zwar rasant. War 2004 erst einer von sechs Beschäftigten 50 Jahre oder älter, waren es 2019 bereit zwei von fünf. Setzt sich die Entwicklung fort, dann dürfte 2025 bereits jeder zweite Bankbeschäftigte in Deutschland die 50 überschritten haben. Der Grund? Nicht zuletzt die stark sinkende Ausbildungsquote. Der Anteil der Auszubildenden gemessen an allen Mitarbeitern hat sich in den vergangenen 20 Jahren auf 4% annähernd halbiert. Die Banken bauen ihre also nicht nur von oben ab. Sondern auch und gerade von unten. Ob das die richtige Strategie ist, muss sich erweisen. Skepsis sei erlaubt.

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags