10/09/20: Mastercard, Flatex, Commerzbank, Degussa Bank, Placons

10. September 2020

Mastercard gegen Girocard. Beginnt jetzt der Häuserkampf? Gleich viermal tauchte in der Pressemitteilung der Oldenburgischen Landesbank zum Deal mit Mastercard letzte Woche das Wort „exklusiv“ auf. Dreimal im Sinne von „exklusive Partnerschaft“. Und einmal im Sinne von „exklusive Debitkarte“. Umso verwunderlicher, dass unser Anruf bei der OLB zu der Erkenntnis führte, das mit dem „Exklusiv“ sei ja eigentlich gar nicht so gemeint gewesen. Denn: Die Girocard sei in jedem Fall weiterhin an Bord!!! Als wir das Ganze am nächsten Tag dann genauso vermeldeten (also ohne das „exklusiv“ und mit dem Verweis auf die Girocard), führte das dann allerdings an anderer Stelle zu Verwunderung – nämlich bei Mastercard. Dort nämlich ging man (wurde uns jedenfalls glaubhaft zugetragen) davon aus, dass das mit dem „Exklusiv“ sehr wohl wörtlich gemeint gewesen sei. Sprich: „Exklusiv“ im Sinne von „ausschließlich“, was dann auch den Ausschluss der Girocard impliziert. Vielleicht nicht sofort – aber alsbald. Kurzum: Was ist da los? Haben wir es mit einer kommunikativen Panne zu tun? Oder mit einem Akt der psychologischen Kriegsführung? Hier noch einmal fein säuberlich aufbereitet die Fakten und unsere Interpretation: Finanz-Szene.de

Das sei doch alles gar nicht neu, schrieb uns letzte Woche der kundige Leser L., nachdem er sich unseren Artikel „Rabatte, Boni, Punkte: Wie das Girokonto neu definiert wird“ zu Gemüte geführt hatte. Als Beleg verwies Herr L. auf das Joker-Konto der Haspa, das vor mehr als 20 Jahren das erste „Mehrwert-Girokonto“ hierzulande überhaupt gewesen sein. Also, lieber Leser L., wenn wir auf diesem Wege hier antworten dürfen: Das Mehrwert-Girokonto ist natürlich nicht neu, und schon gar nicht wollen wir behaupten, dass jeder einzelne Aspekt unserer Analyse letzte Woche eine Novität beschrieben hat. Aber: Zumindest das sogenannte „Hausbankmodell“ (also erst einmal die Kontogebühren merklich erhöhen, um guten – sprich: viele Produkte kaufenden – Kunden dann Rabatte einzuräumen) scheint uns in dieser Zuspitzung dann doch ein relatives junges Phänomen zu sein. Wir haben das Ganze darum einfach noch mal durchdekliniert, und zwar am Beispiel der Volksbank Stuttgart, die dieser Tage ein neues Preis- Leistungs-Verzeichnis eingeführt hat, während wir hier im „Google Cache“ glücklicherweise noch das alte finden konnten. Voilà, der Vergleich: Finanz-Szene.de

News

Robert Kimmitt, früherer US-Botschafter in Berlin, soll künftig für die Deutsche Bank in den USA lobbyieren (Bloomberg) +++ Der Berliner Whitelabel-Spezialist Solarisbank hat nach dem Otto-Konzern ein weiteres namhaftes „Non-Financial“ als Kunden gewonnen. Nämlich: eine BP-Tochter. Und zwar: im Zusammenhang mit dem Thema „Identity“. (Mitteilung) +++ Der Onlinebroker Flatex will bis Jahresende (zusammen mit der übernommenen Degiro) auf 1,2 Mio. Kunden wachsen – und könnte auf Sicht die Consorsbank mit ihren 1,4 Mio. Kunden überholen (Mitteilung) +++ Zudem wollen die Frankfurter im Herbst einen neuen, separaten Broker für Aktienhandel und ETF-Sparpläne namens „Flatex Next“ launchen (HB/Paywall). +++ Die Sparkassen haben eine neue Lead-Kreativagentur – nämlich Scholz & Friends (Meedia) +++ So geht „War on Cash“: Die UBS will ihre Verwahrentgelte verzwölffachen. (BÖZ/Bloomberg, Paywall)

Leser-Blog

Was uns an Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, manchmal ein wenig erstaunt: Solange wir auf Ihre Branche eindreschen, ist alles gut zwischen Ihnen und uns. Gegenwind gibt es immer erst, wenn wir ausnahmsweise dann doch mal was Positives schreiben. Insofern waren wir auf einiges gefasst, als wir gestern Früh den armen Commerzbank-Retailchef Michael Mandel mal ein ganz klein wenig in Schutz nahmen gegen die Höllenhunde jedweder Couleur da draußen … Indes, große Überraschung: Statt uns ordentlich einzuheizen, liebe Leserinnen und Leser, fiel Ihr Feedback auf unseren Artikel unerwartet positiv aus. Wobei: Die eigentlich antizipierten „Was nehmt Ihr denn da den Mandel so in Schutz???“-Zuschriften kamen dann doch noch. Und, fairerweise – ist ja nicht so, als hätten die Mandel-Kritiker nicht auch ein paar Argumente auf Ihrer Seite. Voilà: Finanz-Szene.de

Wussten Sie schon?

… dass die Degussa Bank (also die angeblich zum Verkauf stehende M.M.-Warburg-Tochter, die mit ihren Werksareal-Filialen so ziemlich das Gegenteil von einem Fintech ist) allem Anschein nach ein eigenes Fintech gegründet hat? Die Veranstaltung nennt sich „Placons GmbH“, tauchte mit Datum vom 19. August erstmals im Handelsregister auf (ein Dankeschön an unseren Recherchepartner „Startupdetector“ für den Fund), sitzt in Frankfurt und hat einen Geschäftsführer namens Dieter Bourlauf. Der gehört laut Linkedin-Profil seit 35 Jahren der „erweiterten Geschäftsführung der Degussa Bank“ an – wobei sich das mit den 35 Jahren wohl eher auf seine Verweildauer in der Bank generell beziehen soll. Der Gegenstand der Placons GmbH lautet schön knackig: „Entwicklung von digitalen Smart Services auf Basis einer App-Plattform zur Maximierung des Alltagsnutzen der jeweiligen Nutzer.“ Einen Job hat die Placons GmbH – falls irgendwer Interesse haben sollte – auch schon ausgeschrieben. Es geht um die Position des „Senior Marketing Managers“. Wenn das der wichtigste Posten ist, weiß man: Es handelt sich wirklich um ein Fintech!

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