News des Tages

11/02/22: Die Jungmänner von Trade Republic, Gerüchte um Schmittroth, Aareal-Schlammschlacht

So sieht die Kundenstruktur von Trade Republic aus: Der Berliner Neobroker hat Forschern vom DIW einen anonymisierten Einblick in seine Kundenstruktur gewährt – und herausgekommen ist bei der zwar bezahlten, aber dennoch hochinteressanten Arbeit das hier: 1.) 70% der Kunden sind jünger als 35 Jahre; 2.) Sechs von zehn Anlegern verfügen über weniger als zwei Jahre Börsenerfahrung, knapp jeder zweite fällt sogar in die Kategorie “Erstanleger”; 3.) Unter den Trade-Republic-Kunden sind Männer mit einem Anteil von 83% noch sehr viel stärker überrepräsentiert als laut Deutschem Aktieninstitut am hiesigen Aktienmarkt insgesamt (64%); und 4.) Nicht minder erstaunlich (wobei dieser Befund methodisch anders, nämlich umfragebasiert, ermittelt wurde): Trotz “Superbullenmarkts” kamen die Trade-Republic-Kunden lediglich auf eine annualisierte Durchschnittsrendite von 7,1%; ein Drittel der TR-Anleger verzeichnete gar Verluste. Studie (PDF)

Zwischen der Aareal und ihrem Großaktionär Teleios wird’s schmutzig: Bei den inzwischen fast täglichen Verbalangriffen der aktivistischen Investoren auf die Aareal Bank muss man erst mal den Überblick behalten, was neu ist – und was schon dutzende Mal gesagt oder verlangt wurde. Versuchen wir die gestrige Wortmeldung von Teleios (hier per PDF im Original) daher aufzudröseln: 1.) Die Verwünschungen gegen Vorstandschef Klösges? Zumindest nicht überraschend; 2.) Die Rücktrittsforderung gegenüber AR-Chef Wagner? Insofern neu, als diese Forderung bislang nur der andere aktivistische Investor, nämlich Petrus Advisers, so explizit formuliert hatte; 3.) Der Vorwurf, die Aareal-Führung habe potenzielle Käufer “gemieden”, die bereit seien, für “jede Unternehmenseinheit” (gemeint ist wohl vor allem die IT-Tochter Aareon) mehr zu bezahlen als die bislang im Raum stehenden Summen? Ist in dieser Schärfe von neuer Qualität. Denn: Wenn dem wirklich so wäre, dann hätten Vorstand und Aufsichtsrat gegen ihre Pflichten verstoßen. Das mag erklären, warum die Bank die Behauptung gestern vehement zurückgewiesen hat. Siehe hier: Aareal-Stellungnahme

News

Dass die Commerzbank ihrer Personalvorständin Schmittroth im Herbst die vorzeitige Vertragsverlängerung verweigert hatte, war ja bekannt. Die “Wiwo” spekuliert nun, der Vorgang könnte mehr gewesen sein als ein Denkzettel … +++ … Denn: Ob Sabine Schmittroth eine weitere Amtszeit erhalte, sei “ungewiss”, so die Kollegen, unter anderem, weil das Verhältnis zu Vorstandschef Knof “nicht spannungsfrei” sei +++ Der BVI vermeldet für 2021 einen Nettoabsatz von Publikumsfonds in Höhe von 118 Mrd. Euro – was sogar wesentlich mehr ist als der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2000 (75 Mrd. Euro) +++ Die BayernLB (siehe auch unsere Analyse -> Der riskante Schwenk der BayernLB ins Immo-Geschäft) beziffert ihren Bestand in der gewerblichen Immobilienfinanzierung auf aktuell rund 60 Mrd. Euro – was mehr ist als vor der Corona-Krise, als es 55 Mrd. Euro (per Ende 2019) gewesen waren … +++ … Bis 2026 solle der Bestand sogar auf 70 Mrd. Euro hochgefahren werden, sagte Vorstand Gero Bergmann gegenüber “Bloomberg” +++ Die auf Vermögensverwalter spezialisierte Münchner V-Bank hat die Zahl der über sie geführten Depots im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 30% auf 39.000 gesteigert +++ Korrektur: Bei Adyen haben wir gestern versehentlich einen “Nettogewinn” von 556,6 Mio. Euro vermeldet; gemeint war der “Nettoumsatz” (der Gewinn definiert als Ebitda lag bei 357,3 Mio. Euro)

 

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