12/02/20: Fondsabsatz, BVI, Deutsche Bank, Concardis, Fino, Crosslend

12. Februar 2020

Es mal mal wieder ein Jahr, in dem es an Rekorden für die deutsche Fondsbranche nur so hagelte – so jedenfalls stand es gestern unter Verweis auf die 2019er-Jahres-PK des Fondsverbands BVI zu lesen. Umso erstaunter waren war, als wir in jenen Part der Statistik vorgedrungen, der Sie, liebe Leserinnen und Lesern, am ehesten interessierten dürfte – nämlich die zu den Publikumsfonds. Das Geschäft ist schließlich 1.) entscheidend für die Margen von DWS, Deka & Co. und 2.) wichtig für das Provisionsgeschäft der Banken und Sparkassen. Jedenfalls, von wegen Rekorde, Rekorde, Rekorde: Den Publikumsfonds (ohne Immobilienfonds) sind 2019 gerade mal noch 7 Mrd. Euro netto zugeflossen. Inklusive ETFs, wohlgemerkt. Die Vergleichswerte der Vorjahre: 2018 waren es 16 Mrd. Euro, 2017 sogar 67 Mrd. Euro. Für ein herausragend gutes Börsenjahr 2019 (Dax: +25%) sind diese Zahlen schlicht eine Katastrophe, die nur von der steigenden Asset-Basis kaschiert wird. Allzu große Hoffnungen auf einen Boom im Provisions- und Wertpapiergeschäft über die Fondsschiene sollte sich keiner machen. Absatzstatistik

Die Deutsche Bank hat Microsoft, Google und Amazon zu Angeboten aufgefordert, die technologische Infrastruktur der Bank neu aufzustellen – so berichtet es „Reuters“ und so wird es von der Deutschen Bank dem Grunde nach auch bestätigt. Ziel ist es (so sagt es uns jedenfalls eine Quelle), möglichst alles, was in die Cloud kann, auch tatsächlich in die Cloud zu migrieren und die alten Server des Instituts, die in Eschborn stehen, zu verkauften. Angeblich stammen die entsprechenden Pläne noch von Mitte 2019, wurden aber einer Revision unterzogen, nachdem im Herbst der vormalige SAP-Manager Bernd Leukert zum Technologie-Vorstand der Deutschen Bank aufstieg. Ihm obliegt nun auch die Verantwortung für das Projekt. Bis wann das IT-Revirement abgeschlossen sein wird, ist unklar. Zum Schaden des Aktienkurses war die gestrige Meldung aber schon mal nicht. Deutsche-Bank-Papiere stiegen gestern um 2,0% auf 9,61 Euro, zweistellige Gefilden sind wieder in Sichtweite. Reuters

Exklusiv: Der nächste Topmanager verlässt Concardis. Beim Eschborner Zahlungsdienstleister war das einstmals dreiköpfige C-Level zwischenzeitlich auf sechs Köpfe angewachsen. Dann aber trennte sich der ehemals bankeneigene Payment-Spezialist zunächst von seinem Vertriebschef Peter Walz (wir berichteten exklusiv) – und nun scheidet nach Finanz-Szene.de-Informationen auch noch Personalchef Alexander Libor aus. Das ist aber noch nicht alles. Denn schon bald könnte das Concardis-Management sogar wieder auf zum Trio werden. Die Details: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen

Wo wir weiter oben bei der Deutschen-Bank-Aktie waren – wo stehen eigentlich die Papiere von Wirecard? Bereits wieder bei 143,25 Euro, ein Plus von 33% seit Jahresbeginn +++ Über die Münchner Trade-Finance-Plattform CRX Markets wurden 2019 nach eigenen Angaben 2,5 Mrd. Euro finanziert (per Mail) +++ Die Berliner Verbriefungs-Plattform Crosslend hat von der Bafin die Erlaubnis zum Betrieb von Finanzdienstleistungen erhalten (Mitteilung)  +++ Das grundsolide Kasseler B2B-Fintech Fino (das übrigens 2018 erstmals einen kleinen Verlust erlitten hat, tssssss) steigt beim Kassenbon-Startup Anybill ein (Mitteilung)

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