13/05/20: Bafin, Volksbanken, Aareal, Deutsche Bank, 1822direkt, Girokonto, S-Payment

13. Mai 2020

Bafin ledert heftig gegen Volks- und Raiffeisenbanken. Auf den ersten Blick handelte es sich bei der gestrigen Jahrespressekonferenz der deutschen Finanzaufsicht um ein Festival der Erwartbarkeiten (okay, das Wort „Erwartbarkeit“ gibt es nicht, aber Sie wissen, was wir meinen …): Ja, die Bafin hat die Causa Wirecard fest im Blick. Ja, es wird im Zuge der Corona-Pandemie deutlich mehr Kreditausfälle geben. Und ja, die deutsche Kreditwirtschaft hat aufgrund ihrer guten Kapital- und Liquiditätsausstattung dennoch die Chance, die Krise einigermaßen glimpflich zu überstehen. Alles nicht unspannend. Aber, siehe oben: Halt auch nicht besonders überraschend. Also weiter zum nächsten Thema? Nein, halt, stopp! Der eigentliche Bafin-Knaller findet sich im ebenfalls gestern veröffentlichten Jahres-Tätigkeitsbericht. Und zwar auf Seite 70, Unter-unter-unter-Punkt 1.3.1.4.4. Da nämlich setzt die Bafin (während sie die übrigen Bankengruppen von Kritik weitgehend verschont) unvermittelt zu einer Wutrede gegen die Volks- und Raiffeisenbanken an. Was ist da los? Finanz-Szene.de

Wo wir schon mal bei den Lieblingsbanken unserer lieben Bafin sind: Gestern Früh sind die Q1-Zahlen der Aareal gekommen. In a nutshell: Die Risikovorsorge stieg Corona-Krisen-bedingt auf 58 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 5 Mio. Euro); das Konzernergebnis sank auf 6 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 39 Mio. Euro); und obwohl die Welt da draußen so ist, wie sie ist, hält der Wiesbadener Immofinanzierer im Gesamtjahr ein „deutlich positives Betriebsergebnis“ für erreichbar, räumt allerdings ein, dass diese Prognose mit „erheblichen Unsicherheiten“ behaftet ist. Mithin: 1.) Nichts Genaues weiß man weiterhin nicht. 2.) Der Aktienkurs blieb gestern nahezu unverändert (minus 0,3% auf 14,50 Euro). Und 3.) Die Bafin darf sich bestätigt sehen, dass auch die Aareal Bank in Corona-Zeiten als allenfalls bedingt dividendenfähig anzusehen ist. Mitteilung 

Kurz-News

Exklusiv: Die Online-Bank der Frankfurter Sparkasse, also die „1822 Direkt“, kopiert das Kontomodell der ING Diba und knüpft ihr kostenloses Girokonto an einen Mindest-Gehaltseingang von 700 Euro (Finanz-Szene.de) +++  Die Deutsche Bank hat gestern Abend vorab die Rede veröffentlicht, die Vorstandschef Sewing auf der Hauptversammlung nächste Woche halten wird. (Hier die Rede als PDF) +++ Inhaltlich interessant, erstens: Das Institut hält nicht nur am für dieses Jahr gesetzten Kostenziel von 19,5 Mrd. Euro fest, sondern geht sogar davon aus, die Marke zu unterschreiten. +++ Zweitens: Alle Mitglieder des Vorstands und des Konzernleitungs-Komitees verzichten wegen der Corona-Krise auf einen Monat Festgehalt. +++ Und drittens: Der Stellenabbau, der wegen Corona unterbrochen worden war, geht weiter +++ Laut Bafin ist der Verwaltungsaufwand der deutschen Banken und Sparkassen 2019 auf 1,18% der Bilanzsumme gestiegen nach 1,09% im Vorjahr (Jahresbericht, S. 20) +++ Infolge der PSD2-Umstellung ist die Zahl der bei der Bafin eingegangenen Beschwerden über Banken und Sparkassen 2019 um fast 50% auf 8.525 emporgeschnellt. (BÖZ/Paywall) +++ Die Wirecard-Aktie ist gestern um 6,6% auf 85,55 Euro gefallen und notiert somit wieder da, wo sie vor dem am Freitagabend angekündigten Vorstandsumbau auch schon notierte.  +++ Die sparkasseneigene S-Payment (siehe als Hintergrund auch unseren Scoop „Deutscher Sparkassenverlag wird umgebaut„) ordnet ihre Führung neu. (Mitteilung) +++ Der Arbeitgeberverband der privaten Banken hat sich mit den Gewerkschaften auf Regeln zur Kurzarbeit geeinigt. (Reuters)

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