News des Tages

13/08/21: Sparkassen-Demografieproblem, Helaba-Gewinn, Aareal-Prognose

13. August 2021

Von Heinz Roger Dohms

Zwei kurze Anmerkungen zu den ausgewählten Halbjahres-Kennziffern, die der DSGV gestern herumgeschickt hat: 1.) Dass die Sparkassen ihr Neugeschäft in der privaten Baufinanzierung nochmals um 20% (!) auf nunmehr 38 Mrd. Euro gesteigert haben, das ist schlichtweg imposant (immer vorausgesetzt natürlich, dies geschah zu einer risikoadäquaten Bepreisung, was wir für alle Beteiligten sehr hoffen ….). Und 2.) Deutlich weniger imposant fanden wir allerdings die Steigerung der Zahl der Wertpapierdepots um 128.000 Stück. Denn diese Zahl bedeutet nichts anderes als: Bei den rund 375 Sparkassen hierzulande sind von Januar bis Juni netto weniger Depots eröffnet worden als (rechnerisch und gemessen an den letzten verfügbaren Wachstumsraten) bei der einen ING Diba oder auch bei der einen Comdirect; von dem einen Fintech namens Trade Republic ganz zu schweigen. Demographisches Problem, ick hör Dir trapsen.

Und für die Landesbanken-Nostalgiker in unserer Leserschaft: Die Helaba hat gestern (wie schon Anfang Juli angedeutet) respektable Zahlen fürs erste Halbjahr vorgelegt. Nach einem Verlust von 274 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum wurde diesmal (alle Zahlen vor Steuern) ein Gewinn von 293 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Vollständigkeit halber ist freilich hinzuzufügen: Die auf den ersten Blick famose Verbesserung um 567 Mio. Euro speist sich wesentlich aus Bewertungseffekten bei Wertpapieren. 6M20: minus 303 Mio. Euro; 6M21: plus 185 Mio. Euro (Mitteilung)

Kurz-News

Die Aareal Bank hat im Q2 trotz der kürzlich unvermittelt zutage getretenen Steuerbelastung ein Betriebsergebnis von 41 Mio. Euro erwirtschaftet; die Jahresprognose von 100 Mio. bis 175 Mio. Euro wurde bestätigt (Mitteilung) +++ Zum Vergleich (wobei die Zahlen natürlich nicht 1:1 vergleichbar sind, weil wir es hier mit 6M und HGB usw. zu tun haben …): Die Berlin Hyp, also die Aareal der Sparkassen, hat von Januar bis Juni ein Ergebnis nach Risikovorsorge von 139 Mio. Euro (Vorjahr: 27 Mio. Euro) erzielt. Ist offenbar auch ordentlich TLTRO drin (Mitteilung) +++ Und weil hier niemand vergessen wird: Die Landwirtschaftliche Rentenbank, also die KfW für Bauern, hat vor Januar bis Juni 94 Mio. Euro (vor Risiko …) erwirtschaftet (Mitteilung) +++ Und weil wir uns heute vorgenommen haben, dass der Sex-Appeal von Meldung zu Meldung immer weiter ansteigt, auch noch das hier: Der Bund will seine verbliebene 3,5%-Beteiligung an der Deutschen Pfandbriefbank „marktschonend“ über die Börse verkauft. Bei rund 45 Mio. Euro könnte der Erlös liegen (Dow Jones/finanzen.net)

Wochen-Snippets

  • In unseren Fintech-Snippets berichten wir Ihnen heute über die M&A-Pläne von N26. Außerdem: 1.) Ärger für Tomorrow. 2.) Ein Berliner Finanz-Startup, das einen schlüssellochgroßen Einblick in seine Geschäftsentwicklung gewährt. Und 3.) Die allerneueste, wieder einmal maximal cutting-edge-mäßige deutsche Fintech-Innovation: Fußball-Sponsoring!!! Bitte sehr: Finanz-Szene.de
  • In unseren Sparkassen- und Genosektor-Snippets gehen wir heute der Frage nach, ob es auch Genobanken gibt, deren Bilanzsumme trotz Einlagenflut nicht etwa steigt, sondern sinkt? Um es kurz zu machen: Ja! Und zwar 13 an der Zahl, die wir natürlich allesamt für Sie aufgelistet haben. Außerdem: Die Details zum Hackerangriff auf den Sparkassenverband Baden-Württemberg. Und ein paar Halbjahreszahlen. Bitte sehr: Finanz-Szene.de
  • Unsere Personalien-Snippets sind diese Woche ein bisschen dünn ausgefallen. Ein bisschen was haben wir aber doch zusammengekratzt, und zwar zu Deutsche Bank, LfA Bayern, Frankfurter Bankgesellschaft und Apobank. Voilà: Finanz-Szene.de

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