News des Tages

13/09/21: ING Diba startet Instant Payments, Basel-III-Wirrwarr, Arabesque-Zahlen

13. September 2021

Von Christian Kirchner und Heinz-Roger Dohms

Exklusiv: ING Deutschland führt Instant Payments ein – allerdings zuerst nur für Firmenkunden. Wir haben am Wochenende mal in unserem Archiv gekramt und festgestellt, dass man sich die Fragen, um die es heute geht, auch vor drei Jahren schon gestellt hat: Braucht’s Echtzeit-Überweisungen überhaupt? Und wenn ja, überall – oder nur im Retailgeschäft oder sogar umgekehrt nur bei den Firmenkunden? Nachdem vor einigen Tagen nun N26 die Einführung von Instant Payments angekündigt hat, hörten wir Ende vergangener Wochen aus Leserkreisen, die ING Deutschland wolle in diesem Herbst nachziehen. Eine Nachfrage ergab: Stimmt! Aber auch nur zum Teil … Die Oranje-Bank wird Instant Payments von Oktober an tatsächlich anbieten, allerdings vorerst lediglich zum Empfang von Zahlungen (der aktive Versand sei für kommendes Jahr geplant). Und vor allem: Das alles gilt erst einmal nur für Unternehmenskunden. Privatkunden sollen aber auch noch 2021 mit eingehenden und 2022 dann auch mit ausgehenden Instant-Sepa-Zahlungen folgen.

Bafin schafft Klarheit in Sachen „Basel III“ – oder auch nicht. Wir wollen die Dinge nicht komplizierter machen, als sie es ohnehin schon sind. Aber vielleicht versuchen wir es trotzdem mal: Wer dieser Tage „Basel III“ sagt, der meint eigentlich „Basel IV“. Weil: Weite Teile von „Basel III“ (sprich: weite Teile der neuen Eigenkapital-Vorschriften für Banken) sind ja längst in Kraft. Nur ein bisschen was ist noch offen – und manche da draußen nennen dieses Bisschen eben „Basel IV“. Was definitorisch vielleicht ein bisschen zu freestyle ist, im Sinne der Abgrenzung und Vermittelbarkeit aber durchaus vorteilhaft …

… Jedenfalls, wer nun wiederum „Basel IV“ sagt, der meint in aller Regel: den „Output Floor“. Weil: Das ist das, worum es im dieser Tage wieder aufgeflammten Gerangel um „Basel III“ (beziehungsweise: „Basel IV“) im Kern geht. Für die, die später eingeschaltet haben: Der „Output Floor“ ist jene umstrittene Regel, wonach Banken, die ihren Eigenmittelbedarf selbst errechnen dürfen, diesen doch bitte trotzdem nicht zu weit herunterrechnen sollen (etwa zum Zwecke der Dividendenfähigkeit, gell, Herr Sewing?). Weil viele Branchenvertreter im „Output Floor“ aber eine Benachteiligung europäischer Banken gegenüber z.B. den amerikanischen sehen, wollen einige europäische Regierungen (darunter: die deutsche) den „Output-Floor“ ordentlich verwässern beim „Output-Floor“ noch mal nachjustieren …

… Genau hiergegen (also gegen die Verwässerung bzw. Nachjustierung) indes stellte sich vergangene Woche ein europaweiter Appell europäischer Aufseher und Notenbanker. Pikant: Buba-Chef Weidmann hatte ihn unterschrieben, Bafin-Chef Branson hingegen nicht. Wie wir der Samstags-Ausgabe der „BÖZ“ (Paywall) entnehmen, will man in Bonn trotz der verweigerten Signatur nun aber keineswegs als Nachjustierer bzw. gar Verwässerer dastehen. Zitat eines Sprechers: „Die Bafin steht klar zu den getroffenen Beschlüssen zu Basel III.“ Mag sein, dass die Fronten damit geklärt sind. Der Streit allerdings ist es nicht.

News

Wird die gescheiterte Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC noch teuerer für die Commerzbank als ohnehin schon? Die „Wirtschaftswoche“ jedenfalls berichtet, die britische Großbank prüfe momentan, ob sie finanzielle Ansprüche gegen das Frankfurter Institut geltend machen wird +++ Was Mitte vergangener Woche schon in den „SZ“ stand – hatten wir übersehen, sorry – geistert dank einer entsprechenden „Bloomberg“-Meldung nun auch durch andere Medien: Die Bafin untersucht nicht nur die ESG-Schummelvorwürfe gegen die DWS, … +++ … sondern sie hinterfragt im Zuge dessen auch sehr konkret die Rolle des Deutsche-Bank-Vizes und DWS-Aufsichtsratschefs Karl von Rohr (Bloomberg) +++ Das zuletzt ins Gerede geratene ESG-Fintech Arabesque, mit dem ja auch diverse Frankfurter Banken eng verquickt sind, hat 2020er-Zahlen veröffentlicht, wie Bloomberg-Kollege Steven Arons twittert … +++ … Durchaus satte 11,4 Mio. Pfund (+85%) hat die britische Arabesque Holding im vergangenen Jahr verbrannt – zugleich aber die Umsätze aus Kundenverträgen lediglich um 38% auf 3,4 Mio. Pfund gesteigert

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