14/01/20: Aareal, Wirecard, Deutsche Bank, Giroxx, Loanboox, Hypoport

14. Januar 2020

Apropos Niedergang: Nachdem wir uns vor einem halben Jahr über den Crash der Aareal-Aktie wunderten, wundern wir uns inzwischen über ihr Comeback: plus 39% seit dem Tief Ende Juni. Gründe? Mit aller Vorsicht: 1.) Die zwischenzeitliche Furcht, im Kerngeschäft würde nun wirklich gar nichts mehr gehen, war dann wohl doch übertrieben; 2.) Die allgemeine (Zwischen-)Erholung bei den Zinsmargen dürfte zumindest nicht geschadet haben; 3.) Der aktivistische Investor Teleios treibt eben nicht nur das Aareal-Management vor sich her – sondern auch die Aktie.

… womit wir beim nachrichtlichen Anlass für die kleine Aareal-Betrachung angelangt wären: Der Wiesbadener Immofinanzierer hat gestern seine 2019er-Prognose bestätigt (240 Mio. Euro Gewinn vor Steuern), den Abbau von Risiko-Positionen betont (allein das Italien-Exposure sank um 1/3 auf nur noch 2,7 Mrd. Euro) und seine „Next Level“ genannte künftige Strategie skizziert (Tenor: Alles bleibt, wie es ist). Das eigentlich Interessante aber: Kaum dass die entsprechende Mitteilung raus war, kam „Reuters“ mit einer Meldung, wonach 1.) die Software-Tochter Aareon (also jene Tochter, die nach dem Willen von Teleios abgespalten werden soll) auf mittlere Sicht tatsächlich abgespalten werden könnte. Und wonach 2.) ebenjene Aareon von Insidern auf einen Wert von 500 Mio. bis 600 Mio. Euro taxiert wird. Was ein weiterer Grund sein könnte, warum die Aareal als Ganzes jetzt doch wieder (siehe oben) mit 1,9 Mrd. statt 1,4 Mrd. Euro bewertet wird. MitteilungReuters

Kurzmeldungen

Banken und Sparkassen haben die Kreditvergabe an Unternehmen und Selbständige in Q3 2019 um 4,6% gesteigert – nachdem es in Q2 noch 7,0% gewesen waren, und zwar alles im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal (Reuters) +++ Der Kapitalmarkt hat positiv auf die Entscheidung von Wirecard-AR-Chef Wulf Matthias reagiert, inmitten der laufenden KPMG-Sonderprüfung seinen Posten mit sofortiger Wirkung abzugeben. Die Aktie stieg um 2,4% (Aktienkurs) +++ Unterdessen behauptet ein Rechtsanwalt namens Wolfgang Schirp, er wisse 2,5% des Wirecard-Aktienkapitals hinter sich und strebe nun eine – sozusagen externe –  Sonderprüfung nach Paragraph 142 AktG an (für die er 5% bräuchte). Revolte oder PR-Nummer? (FAZ/Reuters) +++ Die Deutsche Bank tut sich offenbar schwer, einen Nachfolger für ihren umstrittenen Aufsichtsrat Jürg Zeltner zu finden. Nun sollen die Personalberater von Egon Zehnder helfen. (HB/Paywall) +++  Das auf Auslandsüberweisungen spezialisierte Frankfurter Fintech Giroxx verkauft sich für einen ungenannten, aber vermutlich nicht sehr hohen Betrag an ein US-Unternehmen namens INTL FCStone (Mitteilung) +++ Das hochbewertete schweizerisch-deutsche Kommunalfinanzierungs-Fintech Loanboox hat 2018 im deutschen Markt rund 80 Kredite mit einem Gesamtwert von 600 Mio. Euro vermittelt (per Mail)… +++ … und das Berliner Ur-Fintech Hypoport über seine B2B-Plattform Europace im vergangenen Jahr Baufinanzierungen im Wert von 53,5 Mrd. Euro – ein Plus von 19% (Mitteilung).

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