14/05/20: Solarisbank, Deutsche Bank, Hanseatic Bank, Baningo, Penta, Wirecard Bank

14. Mai 2020

Exklusiv: Solarisbank gewinnt Auto1-Herausforderer CarNext als Kunden, wie Finanz-Szene.de gestern vorab erfahren hat. Für alle, denen der Name nichts sagt: CarNext ist ein aufstrebendes niederländisches Startup, das einen paneuropäischen Online-Marktplatz für hochwertige Gebrauchtwagen betreibt, im ersten Quartal 35,9 Mio. Euro Umsatz gemacht hat – und seinen Kunden in Zukunft mithilfe der Berliner-Whitelabel-Bank Fahrzeug-Finanzierungen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro anbieten kann. Unser Eindruck: Die Solarisbank kommt bei der Erweiterung seiner Referenzliste ordentlich voran.

Die Deutsche Bank hat schon wieder Ärger mit der amerikanischen Bankenaufsicht (genauer: mit der New Yorker Fed): Konkret werfen die Aufseher der US-Niederlassung der „Deutschen“ vor, dass sie die Anforderungen eines „gut gemanagten“ Geldinstituts nicht erfülle, schreibt heute Früh die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf einen „internen Prüfbericht“. Es gebe Schwächen bei der Kontrolle der Geldwäsche und der Kapitalversorgung, so die SZ weiter. Das harsche Urteil sei bereits vor einigen Wochen direkt an die Führungsspitze der Bank gegangen. Das Institut habe 90 Tage Zeit, auf die Kritik zu reagieren. Süddeutsche Zeitung

News

Die Hamburger Hanseatic Bank (ein auf Kredite spezialisiertes Joint Venture der Société Générale und des Otto-Konzern) will bis zum Sommer acht ihrer neun Filialen schließen. Begründet wird der radikale Schritt damit, dass die Zweigstellen in Zeiten überschüssiger Liquidität für das Einsammeln von Einlagen nicht mehr wirklich benötigt würden (BÖZ/Paywall) +++ Dieselbe Hanseatic Bank hat ihr Zinsergebnis vergangenes Jahr um 11% gesteigert. Unterm Strich kam ein Gewinn von 54 Mio. Euro (ein Plus von 26%) heraus. („Geschäftsbericht“/PDF) +++ Die vom „Bankenfachverband“ vertretenen deutschen Kreditbanken haben 2019 Konsumentenkredite im Umfang von 55,3 Mrd. Euro vergeben, ein Plus von 5,9% zum Vorjahr. (Mitteilung) +++ Das Ösi-Fintech Baningo (das sind die mit dem „Beraterfinder“) hat als Vertriebspartner die sparkasseneigene „S-Markt & Mehrwert“ gewonnen – nicht die schlechteste Voraussetzung, um das eigene Produkt in die Ortsbanken zu bringen (per Mail) +++ Die ursprünglich auf Startups und Kleinunternehmen spezialisierte Berliner Challengerbank Penta bietet ihre Dienste künftig auch Selbständigen an – eine Kampfansage an den (genau auf diese Klientel spezialisierten) Lokalrivalen Kontist (per Mail) +++ Die ABN Amro hat im Q1 insgesamt 1,1 Mrd. Euro für Kreditausfälle beiseite gelegt – und einen Verlust von 395 Mio. Euro produziert (Bloomberg)

Wussten Sie schon …

… dass es bei Wirecard auch noch so etwas wie „Business as usual“ gibt? Jenseits allen Trubels hat nämlich bei der Wirecard Bank (also beim bafin-regulierten Banking-Arm des Aschheimer Zahlungsdienstleisters) ein neuer Vorstand angefangen – und zwar einer, den zumindest die Payment-Afficionados unter unseren Lesern bestens kennen sollten: Jörg Brand, zuletzt sechs Jahre DACH-Chef des US-Zahlungsdienstleisters First Data. In seinem Linkedin-Profil hat Brand die berufliche Veränderung bereits vor Tagen bekanntgegeben, auch im Impressum auf der Wirecard-Bank-Website wurde der einstige Deutschbanker zu Beginn dieser Woche schon als Vorstand geführt. Am Dienstagnachmittag wandte sich Finanz-Szene wegen der Personalie an die Wirecard-Pressestelle. Unsere Anfrage blieb allerdings bis zum gestrigen Redaktionsschluss (also gut 30 Stunden lang) unbeantwortet. Stattdessen veröffentliche Wirecard gestern um 22.35 Uhr eine DGAP-News in der Sache.

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