14/08/19: Aareal, Fintech Group, BANKSapi, Comdirect, N26, Monzo

14. August 2019

In den unzähligen Studien, Umfragen und Berichten, die da draußen tagein, tagaus zum Themenkomplex „Finanzen/Brexit“ veröffentlicht werden – steht in denen eigentlich auch mal was zu der Frage, welche Risiken deutschen Banken konkret durch Kredit-Engagements in Großbritannien drohen? Weil: Die Münchner Fidor-Bank, die zugegebenermaßen a) sehr klein ist und die b) eine krass UK-lastige Aktivseite hatte, ist an ihrem dortigen Exposure ja faktisch zugrunde gegangen (siehe hier und hier). Gestern nun: Musste die Aareal Bank eingestehen, dass in Großbritannien die Kredite an drei Shopping-Center faul geworden seien, wodurch sich das dortige NPL-Volumen seit Jahresbeginn von null auf 229 Mill. Euro erhöht habe. “Wir fühlen uns mit unserem Portfolio wohl”, gab Finanzchef Marc Heß trotzig zu Protokoll. Ob seine Investoren das genauso sehen? Die Aareal-Aktie: gestern 1% im Minus, auf 12-Monats-Sicht 34% im Minus. Reuters, Börsen-Zeitung

Dass die Fintech-Group-Berichterstattung des ansonsten seriösen Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ mit Vorsicht zu genießen ist, hatten wir Ihnen ja schon verschiedentlich aufgedröselt (siehe unser Newsletter vom 11. Oktober 2018): Insofern streifen wir kurz die Samthandschuhe über, bevor wir Ihnen jetzt erzählen, dass laut „Bilanz“ insgesamt „20 Kandidaten, darunter Private-Equity-Firmen und andere Banken“ Interesse an einer Übernahme der Fintech Group (und ihres Onlinebrokers Flatex) zeigen sollen. Was auch immer daran stimmen mag – dass die Fintech Group einen Käufer sucht, erscheint plausibel (siehe unser Newsletter vom 5. Juli). Fragt sich nur, ob die aktuelle Börsenbewertung wirklich „niedrig“ ist, wie „Bilanz“ schreibt. Unsere eigene, eher skeptische Sicht auf den deutschen Onlinebroker-Markt kennen Sie ja. Und auch die Aktionäre reagierten auf die gestrige „Nachricht“ bemerkenswert reserviert. Die Fintech-Group-Aktie: gerade mal 1% im Plus. Bilanz/Welt

Hieß es nicht mal, die Banken wollten die wegbrechenden Zinsüberschüsse durch steigende Provisionen kompensieren? Sportliches Unterfangen, wenn man auf die Zahlen des Fondsverbands BVI fürs erste Halbjahr schaut. Bei Publikumsfonds lag der Nettoabsatz trotz röhrender Börsen nur noch bei 1,8 Mrd. Euro – nachdem es 2017 und 2018 kumuliert noch 48 Mrd. Euro waren. Ein besonderes Alarmsignal: Gerade der Absatz von Mischfonds lahmt – also dem Produkt, dass von Banken und Sparkassen wegen der hohen Margen besonders gern über die Theke geschoben wird. BVI (Mitteilung)

Kurzmeldungen: Auch das Münchner Schnittstellen-Fintech BANKSapi verfügt jetzt über eine Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienst-Zulassung der Bafin. Höchste Zeit, dass wir endlich mal unsere „Diese Fintechs haben eine PSD2-Lizenz“-Übersicht aktualisieren +++ Die Comdirect ist neuer „Bankpartner“ von Borussia Dortmund, wie wir gestern Mittag auf unserer Website exklusiv vermeldet haben (Finanz-Szene.de) +++ Die Aktien der Deutschen Bank (plus 3,9%) und der Commerzbank (plus 1,7%) haben sich nach dem Crash vom Montag gestern ein klein wenig gefangen +++ N26 hat den Posten eines „Chief Banking Officers“ geschaffen und ihn mit dem früheren Wüstenrot-Bank-Vorstand und Google-Manager Thomas Grosse besetzt (Bloomberg/Welt) +++ Challenger-Banken wie N26, Monzo (UK) oder Nubank (Brasilien) haben seit Jahresbeginn zusammen 2,5 Mrd. Dollar bei Investoren eingesammelt, zeigen Zahlen von CB Insights (FT/Paywall)

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