14/12/18: Coco-Wahnsinn bei der Dt. Bank, Großsparkasse kappt jede 2. Filiale

14. Dezember 2018

Kürzlich hatten wir Ihnen – auf Basis eigener Schlussfolgerungen – erzählt, dass die Sparkasse Düsseldorf zwischen 2015 und 2020 exakt 37,5% ihrer Filialen dichtgemacht habe bzw. dichtmachen wolle: Dann machte uns ein wacher Leser allerdings darauf aufmerksam, dass wir die  jüngste Pressemitteilung der Instituts falsch interpretiert hätten. Denn: In die dort genannten 40 Filialen sind auch acht sogenannte mobile Niederlassungen eingerechnet (also der berühmte Sparkassen-Bus …). Zieht man diese acht „Filialen“ ab, was zweifelsohne Sinn macht, dann kommt man auf eine Entwicklung von 64 Filialen (so der im Archiv aufgespürte Ausgangswert von 2015) auf nur mehr 32 Filialen (so der Zielwert für 2020). Macht ein Minus von 50% innerhalb von fünf Jahren. Wir wissen nicht, ob das beispiellos ist. Aber krass ist es allemal.

Wie die Erbsenzähler haben wir zuletzt den Verfall der Deutschen-Bank-Aktie (einhergehend mit einem Verfall der Marktkapitalisierung und einem Verfall des Kurs-Buch-Werts …) beschrieben: Falls Ihnen das noch nicht eindringlich genug war, wollen wir Sie heute noch auf den Kollegen Zschäpitz von der „Welt“ verweisen. Der hat sich nämlich (wo wir auch drauf hätten kommen können …) mal angeschaut, wie die „Coco-Bonds“ genannten speziellen Hybrid-Anleihen des wichtigsten deutschen Geldhauses momentan rentieren. Antwort: 11,9% (verglichen mit einem Kupon von 6% und verglichen damit, dass dieselben Papieren z.B. der BNP Paribas zzt. mit einer Rendite von 4,6% daherkommen). Im Ringen würde man von „griechisch-römischem Stil“ sprechen. Die Welt 

Und der Ärger für die Deutsche Bank reißt nicht ab: Zwei demokratische Senatoren fordern den Bankenausschuss des US-Senats auf, wegen des jüngsten Geldwäsche-Verdachts rund um die Blaubank (konkret geht es um den Danske-Komplex) Ermittlungen aufzunehmen; parallel drohe dem Geldhaus auch Ungemacht im Repräsentantenhaus, schreiben US-Medien. Kein Wunder, dass die Mini-Rally der Deutschen-Bank-Aktie (sie schoss gestern Früh zunächst auf 8,21 Euro, was tagesübergreifend ein Plus von mehr als 10% bedeutete) schon wieder vorbei ist. Schlusskurs: 7,86 Euro. Reuters

Ein eigentlich wohlmeinender Artikel des „Handelsblatts“ über den N26-Rivalen Revolut (Kernaussage: „Revolut will zum Amazon des Bankings werden“) könnte gestern ausgerechnet bei N26 für Freude gesorgt haben. Denn: Vergleicht man den aktuellen Artikel mit dem bis dato letzten Artikel (Kernaussage: „Revolut wird zum Bankenschreck“, HB, Aug. 2018)  und dem bis dato vorletzten (Kernaussage: „Gründer will Revolut zum Amazon des Bankings machen“, HB, Nov. 2017), dann zeigt sich, dass die Briten ihren selbst gesteckten Zielen in Wirklichkeit deutlich hinterherhecheln. Zumal: Stimmt die gestern überall verbreitete Meldung, Revolut habe nun eine Banklizenz, überhaupt? Oder anders gewendet: Ist N26 am Ende vielleicht die bessere (weil solider gebaute) Challenger-Bank? Unser „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen: Die EZB beendet ihr QE-Programm, allerdings auch nicht so richtig (FAZ) +++ KfW-Chefvolkswirt Zeuner (der diese Woche ja schon Thema war bei uns) wechselt zu Union Investment (Institutional Money) +++ Täuscht der Eindruck, oder hat das Internationale Bankhaus Bodensee einen ganz schönen Manager-Verschließ? (Private Banking Magazin) +++ In unserer damals dritten Ausgabe hatten wir den maroden Zustand der Aachener Bausparkasse enthüllt. Nun, 16 Monate später, wird sie von Wüstenrot übernommen (Wiwo) +++ Glaubt man seinem Twitter-Account, hat der frühere Kreditech-Produktchef Ricardo Vidal beim vermeintlichen Berliner Unicorn-Insurtech Wefox angeheuert (Twitter)

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