15/05/20: Fiducia & GAD, Wirecard, DWS, Varengold, Anyfin, PBB

15. Mai 2020

Also, wenn diesen Worten hier Taten folgen, dann ist’s bemerkenswert: „Fiducia & GAD“-Chef Martin Beyer hat in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ angekündigt, dass sich sein Haus (für die Frankfurt-School-Greenhorns unter unseren Lesern: „sein Haus“, also die Fiducia & GAD, ist der zentrale IT-Dienstleister des genossenschaftlichen Bankensektors …) vom „monolithisch geprägten Kernbankverfahren“ verabschieden wolle. Der Weg gehe stattdessen in Richtung „offene Bankingplattform“. Was offenbar auch bedeutet: Die Fiducia will mehr Partnerschaften mit Fintechs eingehen und sich an einigen womöglich sogar beteiligen. Klingt nach Paradigmenwechsel. Börsen-ZeitungHandelsblatt (E-Paper)

Die minimalen globalwirtschaftlichen Dissonanzen da draußen können dem deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard erwartungsgemäß nicht viel anhaben. Okay, einen „negativen Effekt“ aufs „Airline/Travel-Geschäft“ verspürten die Bayern dann doch im ersten Quartal. Was aber nicht wirklich schlimm war. Denn durch „Zuwächse im Online-Geschäft in den Bereichen Konsum- und Digitale Güter“ konnte die kleine Flaute selbstredend locker kompensiert werden. Zumal: „Unser Neukundengeschäft entwickelt sich weiterhin stark.“ Konkret: Der Q1-Umsatz stieg laut vorläufigen Zahlen um 24% auf 700 Mio. Euro, das Ebitda sogar um 26% auf 199 Mio. Euro. Die Prognose fürs Gesamtjahr? Intakter als intakt. Mindestens 1 Mrd. Euro Ebitda sollen’s bzw. werden’s werden. Toll! Die Aktie: Gestern minus 2,7% auf 83,35 Euro. Macht auf 3-Wochen-Sicht ein Minus von 41%. Mitteilung

News

Exklusiv: Die DWS hat die Wirecard-Positionen in ihren Fonds nicht nur reduziert (das wusste man bereits), sondern per Ende April sogar halbiert! Wobei ein Fondsmanager besonders krass abbaute: Tim Albrecht. (Finanz-Szene.de) +++ Ohgott-ohgott-ohgott-ohgott-ohgott: Bei der Deutschen Pfandbriefbank gab’s gestern im Tagesverlauf einen Ausverkauf, der fast panikartig anmutete. Minus 10% hieß es am Tagesende – Allzeittief. (ARD Börse) +++ Die Hamburger Varengold-Bank, die sich als Refi-Partner von Fintechs positionieren will, ist hierfür auf erstaunlich weitreichende technische Hilfe vonseiten Wirecards angewiesen. (Mitteilung) +++ Der Immo-Crowdfinanzierer Bergfürst erklärt den skurrilen öffentlichen Zoff mit seinem wichtigsten Projektpartner (siehe hier) für beendet und hat beim vermittelten Volumen nach eigenen Angaben die Marke von 100 Mio. Euro durchbrochen. (via Mail)

Wussten Sie schon …

… dass das nächste ausländische Promi-Fintech den deutschen Markt in Angriff nimmt? Nämlich: Anyfin, ein schwedisches Finanz-Startup, das Verbrauchern über eine digitale Kreditplattform (preiswerte) Umschuldungen anbietet – und das gestern mit einem 30-Mio-Dollar-Funding für Aufsehen gesorgt hat. Unter den Investoren: EQT Ventures, Accel und (aha!) über den „Global Founders Capital“-Fonds auch Rocket Internet. Jedenfalls: Wir haben die Finanzierung einfach mal zum Anlass genommen, uns ein bisschen auf der Karriere-Seite von Anyfin umzusehen. Und siehe da: Gesucht werden unter anderem ein „German Speaking Customer Success Agent“ sowie ein „Marketing Manager Germany“. Hier, was die beiden Jobprofile über die Deutschland-Pläne von Anyfin konkret verraten: Finanz-Szene.de

 

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