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15/09/21: Will N26 in die Türkei?, Hauck & Aufhäuser kauft zu, Wer folgt Achleitner?

15. September 2021

Von Christian Kirchner

Bereitet N26 den Markteintritt in die Türkei vor? Dass sich die internationale Expansion von N26 abgesehen von wenigen Ausnahmen inzwischen auf die EU beschränkt, haben wir ja oft genug beschrieben. Laut dem türkischsprachigen Dienst von „Bloomberg“, den wir mithilfe des sog. Internets notdürftig ins Deutsche überführt haben, erwägen die Berliner nun allerdings einen Launch im türkischen Markt. Original-Zitat „Bloomberg“ gemäß Google-Translator: „Während der Finanzsektor die Tage für digitale Banklizenzen zählt, hat sich herausgestellt, dass die in Deutschland ansässige digitale Bank N26 an die Tür der BRSA [Anmerkung: Das ist die türkische Bankenaufsicht] geklopft hat, um in den türkischen Markt einzusteigen.“ Wir selbst waren gestern Abend leider ein bisschen zu spät dran, um aus Berlin noch eine Bestätigung für die Meldung zu erhalten. Die Kollegen von „Gründerszene“ hingegen hatten die „Bloomberg“-Meldung offenbar schon tagsüber erspäht – und berichteten später unter Berufung auf „Unternehmenskreise“, dass die Informationen richtig seien. Wenn dem wirklich so sein sollte, dann hätten wir es mit einem in verschiedener Hinsicht spannenden Schritt zu tun. Denn: Der türkische Markt gilt zwar einerseits als spannend – übrigens nicht zuletzt (ohne dass wir das Sujet überstrapazieren wollen wollen) aus demografischen Gründen. Andererseits aber auch als z.B. regulatorisch komplex. Zur Erinnerung: Paypal hat sich vor einigen Jahren sogar mal entnervt aus der Türkei zurückgezogen.

Die Deutsche Bank reduziert die Zahl der geforderten Qualifikationen für die Position des Aufsichtsratschefs oder der Aufsichtsratschefin auf „1“ – nämlich: „Kann Deutsch“. Okay, okay – diese Überschrift ist natürlich eine scherzhafte. Allerdings mit einem Körnchen Wahrheit, würden wir behaupten. Denn: Dass die angeblichen Top-Kandidaten Theodor Weimer (Deutsche Börse) und Norbert Winkeljohann (Ex-PwC) ebenso angeblich kneifen, hatte neulich ja schon das „Manager Magazin“ berichtet. Womit sich die Frage stellt: Sollten Weimer und Winkeljohann (die dem Deutsche-Bank-AR beide schon angehören) tatsächlich nicht wollen – wer dann? Glaubt man einem „Bloomberg“-Bericht (Paywall) von gestern Abend, dann sieht sich das Nominierungs-Komitee um Mayree Clark (zu der Dame finden Sie unten übrigens mehr …) inzwischen jedenfalls auch nach möglichen externen Anwärtern um. Gemeinsam mit dem Personalberater Egon Zehnder habe man „eine engere Auswahl potenzieller Kandidaten erstellt, darunter auch solche, die nicht aus Deutschland kommen“. Endet die PANS (also die „Paul-Achleitner-Nachfolge-Suche“) am Ende mit einer Überraschung? Wird’s sogar jemand, den man erst mal googeln muss? Nein, am Ende dürfte es doch jemand werden, dessen/deren Namen man schon mal gehört hat. Zitat „Bloomberg“: „Deutschkenntnisse sind Voraussetzung.“

News

Hauck & Aufhäuser hat den bislang (oder jedenfalls ursprünglich) zum Berliner Misch-Fintech Kapilendo gehörenden Krypto-Verwahrer „Kapilendo Custodian AG“ übernommen … +++ … Der Schritt kommt insofern nicht völlig überraschend, als die Frankfurter Privatbank vor einigen Monaten bereits gemeinsam mit Kapilendo einen eigenen Krypto-Fonds aufgelegt hatte. Die neue Tochter übrigens wird unter dem Namen „Hauck Aufhäuser Digital Custody AG“ firmieren (BÖZ/Paywall) +++ Die vom Bund installierte Commerzbank-Aufsichtsrätin Jutta Dönges hat Berichte zurückgewiesen, wonach sie in den Vorstand wechseln und dort das Privatkundenressort übernehmen könnte. Entsprechende „Gerüchte“ seien „schlicht unzutreffend“ (Süddeutsche) +++ Das Berliner Inkasso-Fintech Pair Finance, mit dem wir uns in den nächsten Tagen noch ein bisschen intensiver auseinandersetzen werden, expandiert in den österreichischen Markt +++ Der Frankfurter KMU-Finanzierer Creditshelf, dessen H1-Zahlen (Umsatzerlöse rauf auf 3,4 Mio. Euro gesteigert, das negative Ebit auf minus 1,5 Mio. Euro halbiert) uns letzte Woche komplett durchgerutscht waren, hat gestern die nächste Pressemitteilung rausgehauen … +++ … Demnach wurde in diesem Jahr (genauer: per Anfang September) bereist 100 Mio. Euro Neugeschäft gemacht. Dass Creditshelf in dem Zusammenhang von einer „Schallmauer“ spricht, die „durchbrochen“ worden sei, verweist auf eine fast kindliche und also wundervolle Begeisterungsfähigkeit …

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