15/12/20: Finleap, N26, VWFS, Arvato, Grenke, KfW, VR Schmalkalden

16. Dezember 2020

Exklusiv: Hier kommt die Rechnung, wie viele Kunden das inoffizielle „Fintech des Jahres“ (also Trade Republic) wirklich hat. Wenn es um die Größenunterschiede zwischen Fintechs und Banken geht, müssen bisweilen immer noch Faktoren zwischen 100 und 1000 herangezogen werden. Bsp. 1) Scalable Capital hat >2,5 Mrd. Euro Assets under Management? Pfffff! Bei der DWS sind es 759 Mrd. Euro.; Bsp. 2) N26 soll 2019 Erträge von rund 100 Mio. Euro erwirtschaftet haben? Ha! Der Sparkassensektor kam auf 36 Mrd. Euro; Bsp. 3) Die Solarisbank hat letztes Jahr 23 Mio. Euro verbrannt? Gähn! Bei der Deutschen Bank gingen 5,7 Mrd. Euro durch den Schornstein …

… jedenfalls: Immerhin grob den Faktor 10 musste bislang bemühen, wer den (mutmaßlich) rasant wachsenden Neobroker Trade Republic mit Platzhirschen wie der ING Diba (1,4 Mio. Depotkunden per Ende 2019) oder der Comdirect (aktuell 1,8 Mio. Depotkunden) verglich. So hatte das Berliner Fintech im April zwar von „mehr als 150.000 Kunden“ und im September von „weit mehr als 150.000 Kunden“ gesprochen – ansonsten aber: Schweigt sich Trade Republic seit Monaten konsequent zu seiner Kundenzahl aus. Wie viele sind es also wirklich? 250.000? 350.000? Oder gar noch mehr? Finanz-Szene.de glaubt, es grob herausgefunden zu haben. So viel vorweg: Der bisherige Faktor wird regelrecht pulverisiert: Finanz-Szene.de

Wenn man so will, dann hat nach Finleap nun auch N26 seine strategische Kehrtwende offiziell gemacht – nämlich: Statt auf weitere regionale Expansion setzt die Berliner Mobile-Bank im kommenden Jahr erst einmal (und ausschließlich) auf die Erweiterung ihrer Produktpalette. Zwei Nummern tiefer aufgehängt, könnte man auch sagen, CEO Valentin Stalf hat im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ ausformuliert, was sich grob (siehe hierhier und hier) zuletzt schon angedeutet hatte: N26 steigt ins Trading ein, will ein Versicherungsprodukt auf den Markt bringen und denkt über die Integration zum Beispiel einer Hypothekenkredit- und einer Studienkredit-Lösung nach. Wirtschaftswoche

News

Die Volkswagen Financial Services genannte Finanztochter von VW rechnet für dieses Jahr trotz Corona-Krise mit einem Gewinn von etwa 2,6 Mrd. Euro (Reuters) +++ Der Corona-Boom im Firmenkundengeschäft war nur von kurzer Dauer. Im Q3 wuchs das Neugeschäft mit Krediten an Unternehmen und Selbstständige nur noch um 0,3% zum Vorjahr, zeigt der KfW-Kreditmarktausblick (HB/Paywall) +++ Der Chef der Wirtschaftprüfer-Aufsicht Apas ist freigestellt worden. Ende letzter Woche war bekannt geworden, dass er – während seine Behörde die Rolle von EY im Wirecard-Skandal untersuchte – mit Aktien des Dax-Konzerns gehandelt hatte (Spiegel) +++ Die Bafin hat sich von einem Mitarbeiter getrennt, der private Wertpapiergeschäfte mit Wirecard-Papieren zu spät gemeldet hatt (HB/Paywall) +++  Die Bafin hat das Verfahren zur Abberufung des Vorstandschefs der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden (vulgo: „Effenberg-Bank“) ausgesetzt.(HB/Paywall) +++ Die KfW lässt sich von 2022 an nicht mehr von EY prüfen – und hat stattdessen Deloitte mandatiert (Finance Magazine) +++Vom ZEW befragte Kapitalmarktexperten gehen davon aus, dass Sparkassen und Genobanken im ersten Halbjahr 2021 ganz besonders unter corona-bedingten Kreditausfällen leiden werden (Mitteilung) +++ Die Société Générale hat das Kursziel für die Deutsche Bank nach deren Investorentag von 10 Euro auf 13 Euro angehoben (HB/Paywall) +++ Das vielleicht größte deutsche Fintech, das nicht Fintech genannt wird (nämlich Arvato Financial Solutions), hat einen neuen CEO: Jan Altersten (Mitteilung) +++ Finanzchefin Anja Knipping scheidet zum 31. März „auf eigenen Wunsch“ aus dem Vorstands der Teambank aus (Mitteilung) +++ S&P hat Grenke von der sogenannten Watch-Liste genommen. Damit scheint die Gefahr einer unmittelbaren Herabstufung gebannt (BÖZ/Paywall)

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