16/04/19: Deutsche Bank schrumpft, Liqid klotzt, Moonfare kassiert

Deutsche Bank soll ihr US-Investmentgeschäft schrumpfen … Die Regulierer machen laut „FT“ Druck, die Deutsche Bank möge ihr US-Investmentbanking-Geschäft schrumpfen. Was nicht ganz so einfach ist. Denn im „Comeback“ des Investmentbankings liegt Analysten zufolge (man beachte die Gewinnschätzungen im Consensus-Report für die Jahre 2019, 2020 und 2021 …) die einzige Chance des Frankfurter Instituts, aus der Ertragsmisere herauszukommen. Zudem: Kostet die Schrumpfung des Bereichs vermutlich einen Milliardenbetrag. (FT, Paywall)

…und verlöre im Falle einer Commerzbank-Übernahme viel Geschäft. Genauer gesagt: bis zu einem Fünftel der heutigen Coba-Erträge, wie „Bloomberg“ erfahren haben will. Grund: Die Überschneidung von Geschäftsbereichen. Hinzu komme dann noch Restrukturierungs-Aufwand, der ja auch irgendwie finanziert werden müsste. Und wie genau? Indem die Kosten bei der Commerzbank – Achtung, hier mussten wir dreimal lesen – um 40 Prozent (sic!) gesenkt werden. Womit sich bestätigt, was einem Finanzaufseher im Februar in einem Hintergrundgespräch visionär entfuhr: Natürlich könne man die blaue und die gelbe Banken fusionieren. Man müsse sich nur auf ein „Blutbad“ einstellen und selbiges Öffentlichkeit und Mitarbeitern verkaufen. (Bloomberg)

Liqid „nähert“ sich der 500-Mio.-Euro-Marke: Es ist ruhig geworden um die verwalteten Vermögen der deutschen Robo-Advisors. Kein Wunder – liegt doch die Vermutung nahe, dass das schlechte Börsenjahr 2018 bei manchen Anbietern mehr Assets wegschmelzen ließ, als frische hinzukamen. Immerhin: Beim Berliner Fintech Liqid scheint das Geschäft anzuziehen. Ende September letzten Jahres war noch von „knapp 300 Mio. Euro“ die Rede. Nun ginge es inzwischen stramm in Richtung 500 Mio. Euro,  sagte CEO und Mitgründer Christian Schneider-Sickert bei einer von der Eintracht Frankfurt Fußball AG ausgerichteten und von „Finanz-Szene.de“ moderierten Podiumsdiskussion in der Commerzbank-Arena. Spannende Frage: Liegt Liqid jetzt vor dem Comdirect-Robo „Cominvest“ (rund 400 Mio. Euro per Ende 2018) oder weiter dahinter? Exakte Zahlen wollte Schneider-Sickert nicht nennen.

Eine Last-Minute-Meldung aus der Nacht: Die Unicredit muss wegen Verstößen gegen US-Sanktionen 1,3 Mrd. Euro zahlen – wobei es die deutsche Tochter HVB war, die der italienischen Mutter den Schaden eingebrockt hat. Financial Times (Paywall)

25 Mio. Euro für Berliner Fintech Moonfare: Das bislang kaum bekannte Finanz-Startup hat bei einer Finanzierungsrunde erstaunliche 25 Mio. Euro eingesammelt. Geschäftsmodell von Moonfare ist die Vermittlung von Private-Equity-Beteiligungen an Privatanleger. Von wem das Funding stammt? Sinnigerweise von Private-Equity-Firmen und -Managern. Gründerszene

Korrektur: Wir schrieben gestern, Lone Star habe neben der siechen Corealcredit auch die sieche Düsselhyp an die Aareal weiterverkauft. Letzteres war falsch. Denn die Düsselhyp war irgendwann so siech, dass Lone Star sie beim Sicherungsfonds (nicht zu verwechseln mit: Siecherungsfonds) des BdB ablud.  Erst von dort landete die Düsselhyp dann bei der Aareal. Danke an die Kollegin Osman vom „Handelsblatt“ für den Hinweis!

Und noch eine nette Kollegen-Mail erreichte uns dieser Tage, nämlich von Bernd Mikosch, dem Chefredakteur von „Fondsprofessionell“. Der machte uns darauf aufmerksam, dass es letzte Woche zwar überall hieß, die Deka habe 2018 mehr Zertifikate als Fonds verkauft – dass die Zahlen aber nicht eins zu eins vergleichbar seien. Und da hat er Recht! Lesen Sie hier in unser VHS-artiges „Kurz gebloggt“ zu Zertifikaten, Fonds, Brutto, Netto, Verkaufs- und Bestandsprovisionen: Finanz-Szene.de

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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