16/04/20: Sparkassen, HVB, Comdirect, Girocard, Exporo, Authada

16. April 2020

Bundesbank beäugt die neuen „Kreditersatzgeschäfte“ von Sparkassen und Volksbanken: „Warum, um alles in der Welt, kauft die Taunus Sparkasse ein Filet-Grundstück in Hofheim?“, fragten wir in unserem gestrigen Newsletter. Bislang drückt sich das Institut um eine Antwort – und lädt damit zu wilden Spekulationen ein: Vielleicht, um darauf Bauherr und Vermieter zu spielen? Wobei – ist diese Spekulation überhaupt so wild? Nicht, wenn man diese sehr schöne „Handelsblatt-Geschichte“ (Paywall) hier liest. Die Kollegen haben nämlich diverse Beispiele aufgetan, wo Sparkassen und Volksbanken infolge wegbrechender Zinseinnahmen urplötzlich auf die Vermietung von Immobilien als neues Geschäftsmodell setzen. „Quer durch die Republik wird gebaut oder gekauft“, schreiben die Kollegen, „unter anderem in Lübeck, Bremen, Braunschweig, Schwerte, Marburg, Frankfurt, Bad Kreuznach und Kempen“. Offenbar ist das Phänomen mittlerweile derart verbreitet, dass Buba-Vorstand Wuermeling bereits eine „anekdotische Evidenz“ erkennt. Er mahnt indes, es sei „wichtig, dass die Institute bei ihren Immobilienaktivitäten die Risiken genau im Blick haben und diese adäquat managen“.

Oh, da hat er es aber nicht sehr lange ausgehalten, der gute Emanuele Buttà. Zur Erinnerung: Anfang 2018 hatte der heute 54-jährige Italiener überraschend Peter Buschbeck als Privatkunden-Vorstand der Hypo-Vereinsbank abgelöst. Bis gestern dann die Kunde kam, dass nun seinerseits Buttà besagten Posten räumt, um „eine neue Herausforderung außerhalb der UniCredit-Gruppe zu übernehmen“, wie in formvollendetem Pressemitteilungs-Deutsch verlautbart wurde. Nachfolger? Ist ein Mann mit dem schönen und vielleicht ja sogar passenden Namen Jörg Frischholz (43), zuletzt Leiter der „Firmenkundenbank Nord“ der HVB, davor vier Jahre lang Leiter der „Unternehmerbank Ost“ der HVB. Merke: Auf den scheinbar ewigen HVB-Retail-Banker Buschbeck folgte erst der Nicht-HVB-Banker Buttà und jetzt der Nicht-Retail-Banker Frischholz. Nichts bleibt unversucht in München (bzw. Mailand).

Musste die Comdirect verschwinden, weil die eigenen Kunden nicht monogam waren? Huch, was finden wir denn da beim Aufräumen unseres Home Office Desks? Den Verschmelzungsbericht von Commerzbank und Comdirect! Das gute Teil hatten wir vor lauter Corona-Krise glattweg vergessen. Und nun? Eigentlich müssten wir das Dokument sofort wegschmeißen. Es datiert auf den 20. März, viel zu alt, um noch darüber zu berichten. Andererseits: Die Comdirect ist ja immer einen Blick wert (zumal in Anbetracht der zuletzt exzellenten Zahlen). Und: Vielleicht enthält der Bericht ja doch ein paar Erkenntnisse, über die noch nicht berichtet wurde. Wollen wir doch mal sehen … Finanz-Szene.de

News

Bei ersten deutschen Händlern können Kunden jetzt tatsächlich mit der Girocard für bis zu 50 Euro kontaktlos und PIN-frei bezahlen (Heise) +++ Die KfW lockert die Regeln für die neuen Schnellkredite: Auch Firmen, die nur 2019 einen Gewinn erwirtschaftet haben, sollen das Geld nun erhalten (sofern sie die übrigen Bedingungen erfüllen). Bislang war die Summe aus 2017er-, 2018er- und 2019er-Ergebnissen ausschlaggebend (Spiegel) +++ Die Commerzbank hat in der Krise bislang 13.000 Privatkredite gestundet (Reuters) +++ Exporo-Mitgründer Tim Bütecke, der sich aus dem operativen Geschäft schon länger zurückgezogen hatte, verlässt nun auch den Beirat des Crowd-Investing-Marktführers (Deal-Magazin) +++ Der eigentlich für März geplante breite Rollout der Authada-ID-Lösung in den Sparkassen verzögert sich. Begründung: Filial-Schließungen infolge der Corona-Pandemie (BÖZ/Paywall)

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