16/11/21: Zäsur bei Mainfirst, Sewing moppert gegen EZB, Neuer Deutsche-Bank-Coco

15. November 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Zäsur bei der inzwischen als Stifel Europe firmierenden ehemaligen Mainfirst: CEO Ebrahim Attarzadeh wird die Frankfurter Investmentboutique laut „BÖZ“ (Print) Ende Oktober nach mehr als 15 Jahren verlassen. Seinen Platz übernimmt Sébastien Guillaume, der 2012 zu Mainfirst kam, also ebenfalls zu den Vertretern des Ancien Régime gezählt werden darf. Das gilt um so mehr noch für Björn Kirchner, der Chief Financial Officer (CFO) und Chief Operating Officer (COO) bleibt – und mit Guillaume fortan eine Art Doppelspitze bilden dürfte. Mainfirst war 2001 vom früheren Deutschbanker Patrick Bettscheider gegründet worden; der hatte das Institut 2014 verlassen.

Droht Banken und Sparkassen nach dem BGH-Urteil zur „Zustimmungsfiktion“ bereits das nächste juristische Fiasko? Darauf deutet zumindest eine Entscheidung hin, über die das Handelsblatt (Paywall) heute Morgen berichtet. Demnach hat das Landgericht Berliner einer Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband stattgegeben – und die faktischen Minuszinsen der Sparda-Bank Berlin für unrechtmäßig erklärt. Die Berechnung eines Verwahrentgelts bei Girokonten sei „mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung nicht zu vereinbaren“, zitiert das „HB“ aus dem Urteil (Az. 16 O 43/21); der Verbraucher werde daher „unangemessen benachteiligt“. Die Sparda-Bank kündigte Berufung an und verwies darauf, dass der Richterspruch „von bisherigen Urteilen abweicht, welche Verwahrentgelte grundsätzlich zulassen“. Mithin: Fortsetzung folgt. Vermutlich bis zu letzten Instanz.

News

Die App des lange Zeit vor allem auf den deutschen Markt fokussierten finnischen KMU-Banking-Fintechs Holvi wird seit der Abschaffung des kostenlosen Kontomodells kaum noch heruntergeladen, zeigt eine Auswertung des Analyse-Tools Airnow Data (Finance Fwd) +++ Die Deutsche Bank hat wenige Tage nach ihrer Heraufstufung durch S&P die Emission einer weiteren Benchmark-Nachranganleihe angekündigt … +++ … Gemutmaßt wird, dass das Geldhaus den Erlös nutzen könnte, um einen älteren, höher verzinsten „Coco-Bond“ per April 2022 zu kündigen (BÖZ/Paywall) +++ Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat sich bei der „Euro Finance Week“ für einen baldigen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik ausgesprochen und dies mit der Aussicht auf höhere Zinserträge für sein Institut der Inflationsgefahr begründet (Wiwo) +++ Die Bafin hat sich, wie sie gestern mitteilte, zehn „Mittelfristziele“ auferlegt. Von „Resilienz“ über „Nachhaltigkeit“ bis „Verbraucherschutz“ ist alles dabei, so dass das Ganze am Ende ein wenig schwammig bleibt (Mitteilung) +++ Die Ihnen und uns bestens bekannte Advanzia Bank hat Kreditkartenschulden deutscher Verbraucher im Umfang von 475 Mio. Euro in ein ABS-Konstrukt verwandelt … +++ … Nach Angaben des Instituts handelt es sich um die erste Transaktion dieser Art; arrangiert wurde die Verbriefung mithilfe der niederländischen ING Bank +++ Klarstellung: Wir hatten gestern vermeldet, dass sich bei der Commerzbank der Vorstand und der Gesamtbetriebsrat auf die Details der „Strategie 2024“ verständigt hätten … +++ … Verdi weist uns darauf hin, dass der Teil der Einigung, der tarifvertragliche Aspekte betrifft, nicht mit dem Betriebsrat, sondern (wie üblich) mit der Gewerkschaft verhandelt wurde

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