News des Tages

16/12/21: “Second Closing” bei N26, Santander killt Girocard, Penta holt Ratepay-Topshot

16. Dezember 2021

Von Christian Kirchner und Heinz-Roger Dohms

Santander Deutschland schafft offenbar die Girocard* ab (!!!) – und setzt (weiterhin) auf Hardcore-Vertrieb. Dass die spanische Großbank dank strategischer Schrumpfkur hierzulande immer noch rund 400 Mio. Euro Gewinn pro Jahr erwirtschaftet, hatten wir Ihnen vor einigen Monaten unter Verweis auf die 2020er-Zahlen ja schon erzählt (-> Exklusiv: Deutsche Santander schrumpft weiter – und verdient prächtig). Genau das ist auch der Tenor eines lesenswerten Santander-Porträts im Handelsblatt (Seite 26f) heute, das überdies im Kleingedruckten zwei interessante Informationen bereithält. Zum einen steht da nämlich, wir zitieren: “Santander setzt auf Visa, die Girocard läuft aus.” Was, wenn wir es nicht fehlinterpretieren, eigentlich nur heißen kann: Erstmals schafft eine der Top-10-Retailbanken hierzulande die Girocard komplett ab. Uff!!! Und die zweite Info, wir zitieren wieder: “850 Vertriebler arbeiten vor Ort, 100 am Telefon und online.” Gemessen an einer Gesamtbelegschaft von 3.075 Mitarbeitern per Ende 2020 hieße das: Fast jeder dritte Beschäftigte arbeitet im Vertrieb. Auch ziemlich krass, oder?

(* Anmerkung: Seitens Santander erreichte uns dazu noch folgende Klarstellung)

N26-Runde war sogar größer als 900 Mio. Dollar: Auch die “BÖZ” (Paywall) hält heute Früh im Kleingedruckten eine hübsche Neuigkeit bereit. Die dortigen Kollegen haben nämlich ein ebenfalls lesenswertes, sehr ausführliches Interview mit N26-Finanzchef Jan Kemper geführt, und dort heißt es an einer Stelle: “Wir haben sogar mehr Geld aufgenommen, als wir ursprünglich wollten, weil die Nachfrage so hoch war. Deshalb haben wir auch noch ein Second Closing strukturiert, um weitere namhafte Investoren wie beispielsweise CPP Investments, also den Canada Pension Plan Investment Board, und G Squared an Bord zu holen.” Laut unseren Informationen bedeutet dieser Satz tatsächlich: Das Mitte Oktober vermeldete Rekord-Funding war höher als die kommunizierten 900 Mio. Euro. Zwar hatten die Berliner unserer Kenntnis nach einen Teil des “Seconds Closings” (das damals gerade in der Mache war) schon in die Summe inkludiert – einen anderen Teil aber eben noch nicht. Heißt: Wer künftig über das N26-Funding referiert, sollte auf die 900 Mio. Dollar eine nicht ganz niedrige zweistellige Millionensumme draufpacken.

Bisherige Ratepay-Geschäftsführerin heuert bei Penta an: Wie Sie womöglich erinnern werden, liebe Leserinnen und Leser, war es bei Ratepay, also dem deutschen Miniatur-Klarna, vor einem Jahr zu einem personellen Epochenwechsel gekommen. Miriam Wohlfarth und Jesper Wahrendorf, die den Zahlungsdienstleister groß gemacht hatten, schieden aus – dafür zogen Nina Pütz und Luise Linden in die Geschäftsführung ein. Eine der beiden, nämlich Frau Linden, nimmt nun allerdings schon die nächste Abbiegung. Sie dockt nämlich als “Chief Technology Officer” bei Penta (also bei dem sich gut entwickelnden Business-Banking-Spezialisten) an, wie heute offiziell kommuniziert werden soll und wir hier freundlicherweise vorab erfahren haben.

News

In der Cum-Ex-Affäre ist diese Woche die Zentrale der deutschen SEB-Tochter zum Schauplatz einer Großrazzia geworden. Mehr als 80 Polizisten, Steuerfahnder und Staatsanwälte seien im Einsatz gewesen, berichtet das “Handelsblatt” (Paywall). Es geht dabei um die mutmaßliche Verwicklung in die Cum-Ex-Affäre – welche die deutsche SEB teuer zu stehen kommen könnte … +++ … denn wie gestern nach der Razzia mitgeteilt wurde, fordert der Fiskus von der Tochter DSK Hyp weitere gut 500 Mio. Euro zuzüglich Zinsen. Alles in allem geht es sogar um 936 Mio. Euro – und sogar noch weitere Forderungen seien nicht ausgeschlossen (Mitteilung) +++ Das hat dann doch ein wenig gedauert: Vor exakt zwei Jahren hatte die LBBW den damaligen Chef der Kreissparkasse Ostalb, Andreas Götz, als künftigen Vorstand präsentiert … +++ … Zum 1. Juli 2020 fing der heute 53-Jährige dann plangemäß als Generalbevollmächtigter für das Privatkundengeschäft an – bevor er nun, zum 1. Januar 2022, endlich in den Vorstand aufrückt, wie gestern verlautete. EZB-Plazet nach sozusagen 18-monatiger Probezeit  +++ Die Comdirect und Barkow Consulting haben die unzähligen deutschen Fintech-Fundings in diesem Jahr nun doch mal gezählt – und kommen auf ein beeindruckendes Volumen von 3,2 Mrd. Euro, was gut doppelt so viel ist wie der bisherige Rekordwert aus 2019; damals waren es 1,5 Mrd. Euro +++ Das Münchner Investment-Fintech Scalable Capital setzt wie angekündigt noch stärker auf Krypto – und bietet neben entsprechenden Derivaten nun auch den Handel mit “echten” digitalen Währungen an

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