17/01/20: Helaba, Deka, Wirecard, DWS, Funding Circle, RYD, Commerzbank

17. Januar 2020

Was machen eigentlich die koreanischen Vereinigungs-Pläne? Upps, sorry, falsches Thema. Was war noch mal unser Thema? Ach ja: „Zweifel an Fusion von Deka und Helaba“, titelt heute Morgen das „Handelsblatt“, eine Schlagzeile, aus der das blanke Entsetzen der lieben Kollegen nachgerade herausspritzt. O-Ton: Selbst Beteiligte, die einer Konsolidierung des Sparkassen-Sektors positiv gegenüberstünden, hielten eine Fusion „inzwischen“ (inzwischen!) für unwahrscheinlich. Und weiter: Widerstand komme auch von einigen Deka-Eigentümern. „Sie warnen unter anderem davor, das funktionierende Geschäftsmodell des Fondsanbieters leichtfertig aufzugeben.“ Potzblitz. Handelsblatt (Paywall)

Nachdem wir diese Woche ja schon die Deutsche Bank für ihren YTD-Run von 12% gelobt haben, fällt unser Blick heute auf die Wirecard-Aktie. Die nämlich steht inzwischen wieder bei 129 Euro, hat allein gestern 6% gewonnen, seit Wochenanfang 17%. Die Gründe? Offenbar hat sich Wirecard auf einer Analysten-Konferenz der Commerzbank am Montag in New York (mithin also dem Beginn des Anstiegs) gut verkauft – zumindest, wenn die uns zugespielte Zusammenfassung der Zusammenfassung zutrifft. Demnach soll 1.) der Vorstand erweitert werden, 2.) sei das Management sehr aktiv beim Ausräumen der „FT“-Vorwürfe, 3.) sei eine neue PR-Agentur mandatiert worden, 4.) helfe der Softbank-Deal bei der Kundengewinnung und 5.) sei die Körpersprache des Managements „bullish“. Na denn.

Äh, apropos: Nicht, dass wir bei DWS-Starmanager Tim Albrecht (nachdem wir ihn wegen seiner Mega-Long-Position bei Wirecard ja mächtig aufs Korn genommen hatten) jetzt gleich Abbitte leisten. Aber: Sollte der gute Asoka dem guten Team gestern Mittag gesagt haben sollte, „Du, Tim, weißte was, Du gehst jetzt mal nach Haus und machst Dir ein schönes, langes Wochenende“ … uns würde es zumindest nicht wundern.

Von den beiden führenden KMU-„Marketplace-Lendern“ hierzulande kamen zuletzt ja eher durchwachsene Nachrichten. Bei Funding Circle Deutschland schien das vermittelte Kreditvolumen mehr oder weniger zu stagnieren (84 Mio. Euro in den ersten neuen Monaten 2019), bei Creditshelf (der entsprechende 9M-Vergleichswert lag bei 52 Mio. Euro) blieb es zumindest hinter den eigenen Zielen zurück. Und nun? Erreicht uns die 2019er-Kreditstatistik des britischen Funding-Circle-Mutterkonzerns. Und was geht daraus hervor? In drei der vier Märkte, in denen Funding Circle agiert, ist im vergangenen Jahr die „Bad Debt“-Quote (zum Teil sogar deutlich) gesunken, nämlich in den USA, in den Niederlanden und trotz Brexits sogar in UK. In Deutschland hingegen? Ist die Quote leicht gestiegen. Lag‘s an Deutschland (BIP-Plus 2019 nur 0,6%). Oder liegt‘s an Funding Circle? Gute Frage Dokument im Original (PDF)

Warum eigentlich ist München so ein Payment-Hub? Die 2015 für angeblich 200 Mio. Dollar verkaufte Pay.On GmbH? Aus München. Das 2018 nach Frankreich verkaufte Kreditkarten-Fintech Givve? Aus München. Die Payworks GmbH, bei der letztes Jahr Visa eingestiegen ist? Aus München. Die neulich in die USA verkaufte Optile GmbH? Aus München. Und nun: Erreicht uns die Mitteilung, dass sich Mastercard an einer achtstelligen Finanzierungsrunde für RYD  beteiligt – einem Fintech, das mobile Bezahl-Lösungen für die Tankstelle entwickelt. Wo RYD seinen Sitz hat? 3x dürfen Sie raten. Mitteilung

Kurzmeldungen

Rückschlag beim Umbau der Commerzbank: Die für dieses Jahr geplante Auslagerung der Wertpapier-Abwicklung an die HSBC verzögert sich laut „Wiwo“ bis 2021 (Wirtschaftswoche) +++ Laut Bafin erfüllen bislang einzig die PSD2-Schnittstellen der Sparkassen alle gesetzlichen Anforderungen. Läuft in der nun dreimonatigen Testphase alles glatt, können die kommunalen Institute ihre „alten“ Schnittstellen abschalten (HB/Paywall) +++ Die Bafin fordert die Gründung einer eigenen EU-Behörde zur Geldwäsche-Bekämpfung, statt das Thema einfach bei der Eba anzudocken (BÖZ) +++ Das LKA Schleswig-Holstein vermutet hinter dem Angriff auf die DKB bzw. die FI-TS keinen staatlichen Akteur, sondern „Privatleute“ (BÖZ/Paywall) +++ Die österreichische Erste Group wird nicht für die zum Verkauf gestellte polnische Coba-Tochter mBank bieten (Wiwo/Reuters)

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