17/05/19: Bevestor, Clark, Visa Debit, Yomo

17. Mai 2019

Exklusiv: Wie aus dem 2018er-Abschluss der Deka hervorgeht, hat die Fintech-Tochter Bevestor GmbH einen Ergebnisbeitrag von -5,8 Mio. Euro geleistet. Was abgesehen vom Vorzeichen (minus statt plus) beinahe deren Assets under Management (6,5 Mio. Euro) entspricht.

Dürfen wir Ihnen eine Zusammenfassung der Rede geben, die Buba-Präsident Weidmann gestern auf dem Sparkassentag gehalten hat? Im Grunde sagte er nämlich (einfach mal in unseren eigenen Worten ausgedrückt) Folgendes:  „Liebe Sparkässler im Speziellen und liebe Banker im Allgemeinen, langsam aber sicher geht Ihr mir mit Eurem Gejammer ganz schön auf den Keks. Unsere Strafzinsen sind nicht schuld an Euren Problemen. Die fallen bei Lichte betrachtet in Euren GuVs nämlich kaum in Gewicht. Vielmehr ist es IMHO sogar so, dass Ihr Euch selber schadet, wenn Ihr das Zinsfass immer und immer wieder aufmacht. Und überhaupt: Um die Steigerung Eurer Profitabilität könnt Ihr Euch mal schön selber kümmern.“ Ziemlich kesse Worte für einen, der mal als wichtigster EZB-Kritiker galt. Man könnte auch sagen: eine Bewerbungsrede für die Draghi-Nachfolge, gehalten in der Höhle des Löwen. Hier das Original: Bundesbank

Und hier unsere neue Rubrik „Banken unter’m Blaulicht“ (sämtliche News sind tatsächlich vom gestrigen Tage)In Italien droht 13 Mitarbeitern von drei Banken (Key Point: Die „Deutsche“ ist dabei) Haft wegen des Verdacht der Marktmanipulation und Bilanzfälschung; bei den Instituten steht zudem die Beschlagnahmung von knapp 1 Mrd. Euro im Raum. Und weiter: Die EU-Kommission hat eine Geldstrafe von 1,1 Mrd. Euro gegen fünf Großbanken wegen illegaler Kartellabsprachen im Devisenhandel verhängt. Key Points: 1.) Die „Deutsche“ war nicht dabei. 2.) Die UBS hat den Whistleblower gegeben und geht deshalb straffrei aus. Und letzte Meldung: Das „Handelsblatt“ berichtet von staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen vier Banken (Key Point: Die „Deutsche“ ist dabei), wobei es unserer laienjuristischen Einschätzung nach um Steuererstattungen mit Phantom-Aktien geht. „Wie Cum Ex, nur krasser“, fasst‘s die „Süddeutsche“ zusammen. Der guten Ordnung halber: in allen drei Blaulicht-Fällen geht es um Vorgänge aus den Jahren 2008 bis 2013. Manager-Magazin (Italien-Skandal),  Zeit (Kartellstrafe), Handelsblatt (Paywall, Phantom-Aktien), SZ (Hintergrund Phantom-Aktien, aus 2018)

Visa kommt 2020 mit eigener Debitkarte nach Deutschland: … macht also genau das, was Mastercard seit rund zweieinhalb Jahren im hiesigen Markt vorexerziert. Zur Einordnung: Mastercard hat bislang 15 Bankenpartner gewonnen (die Zahl haben wir der heutigen Börsen-Zeitung entnommen). Nicht viel und nicht wenig, würden wir sagen. Und eine ganz gute Benchmark für Visa. Wobei der eigentlichen Platzhirsch natürlich die Girocard ist. Der gegenüber hat die Visa-Debitkarte den Vorteil, dass der Kunde mit ihr auch im Internet shoppen kann. Aber ob das reicht, um die Girocard ernsthaft anzugreifen? Mitteilung

Noch eine Fußnote für die Fintech-Geschichtsbücher: Als der Frankfurter Online-Makler Clark vor gut einem Jahr den Abschluss einer 24 Mio. Euro schweren Series-B-Runde verkündete – da hatte er dieses Geld noch gar nicht komplett sicher. Wie nämlich aus dem „Handelsregister“ hervorgeht, hat das Finleap-Venture die Zahl seiner Gesellschaftsanteile dieser Tage noch mal satt aufgestockt. Aber nicht, weil es frisches Geld gegeben hätte. Sondern weil jetzt erst die offenbar an konkrete Milestones gekoppelte zweite und letzte Funding-Tranche aus der letztes Jahr verkündeten Runde geflossen ist.

Und noch einer fürs Geschichtsbuch: Wir hatten diese Woche ja gemutmaßt, Elinvar sei für Goldman Sachs das erste deutsche Fintech-Investment. Besser wusste es wieder mal der Leser K. Er schrieb uns, um die Jahrtausendwende herum seien die Amerikaner bei einem digitalen Marktplatz für Versicherungen namens „InsuranceCity AG“ eingestiegen – übrigens ein Konkurrent eines anderen Ur-Fintech namens „eInsurance“. Aus „eInsurance“ wurde: Check24. Von „InsuranceCity“ hingegen: Hat man nie mehr was gehört.

Kurzmeldungen: Der öffentlich-rechtliche N26-Klon Yomo will im Sommer mit mindestens 130 Sparkassen an den Start gehen (Twitter) +++ Die Belegschaft der NordLB dürfte stärker schrumpfen als bislang gedacht – nämlich in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 2800 Stellen, nachdem bislang offiziell von 3200 die Rede war. (dpa-afx) +++ Will sich die ING Groep wirklich die Coba ans Bein binden? Die ING-Aktionäre verlangen Aufklärung. (FAZ) +++ Die Kanzlerin hat derweil  bei einer Pressekonferenz mit ihrem niederländischen Amtskollegen Rutte erklärt, die Bundesregierung habe keine festgelegte Position, was eine mögliche Fusion der Commerzbank angehe. (Reuters) +++ Die HSH Nordbank, die jetzt HCOB heißt, ist zurück am Anleihmarkt (Global Capital) +++ Die auch in Deutschland aktive Schweizer Finance-App-Fintech hat die Allianz als Kooperationspartner gewonnen (Handelszeitung) +++ Und zwei News aus aller Welt: Die leckgeschlagene britische Metro-Bank ist rekapitalisiert (Guardian), und Goldman Sachs hat den größten Zukauf seit fast 20 Jahren getätigt (CNN)

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing