News des Tages

17/06/21: Das Warburg-Revirement, Leverage Ratio “light”, Automaten-Sprengungen

17. Juni 2021

Von Christian Kirchner

Na, liebe Headhunter*innen, läuft nicht schlecht im Moment, oder? Ein neuer Chef für die KfW (kommt von Citi Deutschland); ein neuer Chef für die Aareal (war mal bei der Coba); ein neuer Chef für die NordLB (kommt von der HVB); ein neuer Chef für Grenke (war mal bei der BayernLB) … und so weiter und so weiter und so weiter und so fort. Selten (jedenfalls gefühlt) sind in der deutschen Bankenbranche in dermaßen kurzer Zeit dermaßen viele Stühle gerückt worden wie zuletzt. Siehe auch weiter oben unseren heutigen Aufmacher, wobei man bei der Commerzbank zuletzt ja ohnehin den (freilich falschen) Eindruck gewinnen konnte, sie gebe für die Personalsuche mitunter mehr Geld aus als, sagen wir, für die Digitalisierung …

… Jedenfalls: Passend zur allgemeinen Nachrichtenlage hat gestern nun auch die unglückselige Hamburger Privatbank M.M. Warburg ein mittelgroßes Vorstands-Revirement verkündet. Als neue Risikochefin kommt per Juli eine alte Bekannte, nämlich Manuela Better, frühere Vorstandschefin der Hypo Real Estate alias Deutsche Pfandbriefbank und zuletzt fünf Jahre lang Risikovorständin bei der Deka …

… Fast noch interessanter als dieser Neuzugang sind allerdings die beiden gestern ebenfalls publik gewordenen Abgänge: Gleich zwei Geschäftsführer (und Partner) verlassen das Geldhaus, und zwar nach ziemlich genau zehn Jahren Peter Rentrop-Schmidt sowie nach ziemlich exakt sechs Monaten (in plebejischen Arbeitsverhältnissen ist dieser Zeitrahmen auch als “Probezeit” bekannt) ein gewisser Matthias Schellenberg. Der hatte seinem vormaligen Arbeitgeber, nämlich Merck Finck (wo er seit 2017 CEO war), eine Art potemkinschen Anstrich verpasst, war aber Ende letzten Jahres ausgeschieden, um bei M.M. Warburg wieder einzusteigen. Ein kurzes Kapitel, wie man nun weiß.

Kurz-News

Die europäische Bankenaufsicht verlängert die im Zuge der Corona-Krise eingeführten Lockerungen bei der Leverage Ratio um neun Monate (Bloomberg) +++ Die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen ist 2020 um 19% auf 414 gestiegen, die Zahl der physischen Angriffe (wozu beispielsweise das komplette Herausreißen oder Aufflexen zählt) sogar um 28% auf 707 Fälle, zeigen neue BKA-Daten … +++ … Besonders irritierend (siehe übrigens auch unser Stück “Tatort Geldautomat: Der aussichtslose Kampf der Banken”): Auf verbesserte Prävention reagieren die Täter immer häufiger mit dem Einsatz besonders gefährlicher Festsprengstoffe; diese kamen 111-mal zum Einsatz und damit sechsmal (!) häufiger als ein Jahr zuvor +++ Der hierzulande größte Anbieter für Meldesoftware bei Banken, nämlich Bearing Point Regtech, übernimmt den irischen Wettbewerber Vizor Software. Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt (BÖZ/Paywall)

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