17/12/20: N26, Klarna, GoCardless, Moonfare, Grenke, Commerzbank

17. Dezember 2020

„N26 zieht sich aus Großbritannien zurück!“ Im Februar war uns das (nach damaligen Maßstäben berechtigterweise …) eine große Schlagzeile wert. Im Rückblick allerdings? Verkommt die damalige Top-News zur bloßen Anekdote. UK? Rückzug? Sind das nicht Peanuts, verglichen mit dem, was kurz darauf passieren sollte? Tatsächlich spricht vieles dafür, dass die Corona-Krise auf viele Fintechs (wegen der Exponiertheit der einzelnen Geschäftsmodelle) sogar stärker eingewirkt hat als auf viele Banken. Manche Fintechs (die Neobroker …) begannen infolge von Corona regelrecht zu fliegen, anderen (N26, SumUp …) setzte die Pandemie sichtlich zu, manchen (Kreditech!) wurde der Business Case regelrecht zertrümmert …

… Mithin: Wenn wir uns heute in Teil III unseres großen Rück- und Ausblicks den zehn wichtigsten Fintech-Trends des Jahres zuwenden, dann ist Corona naheliegenderweise das Leitmotiv. Allerdings: Nicht alles, was in der deutschen Fintech-Branche passierte und passieren wird, gehört in den Covid19-Kontext. Lesen Sie hier also ebenfalls: Warum einige B2C-Player dezidiert auf B2B-Kurs schwenken – während andere in die exakt entgegengesetzte Richtung steuern. Warum entgegen des Niroumand-Theorems (Ungefähr: Alles, was gegründet werden kann, ist schon gegründet) selbst im Corona-Jahr spannende Fintechs an den Markt kamen. Und warum 2021 für Trade Republic viel entscheidender werden wird als 2020. Voilà: Finanz-Szene.de

Und noch ganz was anderes: Der Bundestag hat gestern Abend das Jahressteuergesetz verabschiedet – mitsamt der umstrittenen Klausel, wonach die Verlustverrechnung von Termingeschäften mit Gewinnen aus anderen Wertpapieren bereits vom nächsten Jahr an auf 20.000 Euro begrenzt wird. Stimmt am Freitag auch der Bundesrat zu, ist die Sache durch. Welche Termingeschäfte (Optionsscheine, Zertifikate, CFDs) genau betroffen sind – und damit auch: welche Banken, Broker und Fintechs – dürfte sich allerdings erst aus einem noch folgenden Anwendungsschreiben des Finanzministeriums final ergeben.

News

Klarna drängt mit seinen Payment-Lösungen an den Point of Sale – und kooperiert dafür mit dem Terminal-Spezialisten Verifone (Mitteilung) +++ Das britische Lastschrift-Fintech GoCardless hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde 95 Mio. Dollar eingeworben – und wird jetzt als Unicorn bewertet (Telegraph) +++ Die hiesige Einheit der niederländischen NIBC ist aus der BdB-Einlagensicherung ausgeschieden (eigene Informationen) +++ Das auf kleinvolumige PE-Investments spezialisierte Berliner Startup Moonfare (a.k.a Berlins bestfrisiertes Fintech“) hat die 500-Mio.-Euro-Marke bei den AuMs durchstoßen (per Mail) +++ Die EU-Kommission hat vor dem Hintergrund der Corona-Krise gestern ein Programm zur besseren Abwicklung von ausfallgefährdeten Krediten präsentiert. Hier die Details: PDF (Original) +++ Einer der Prüfberichte zu Grenke ist jetzt da, und zwar der von Warth & Klein Grant Thornton. Ergebnis: Der Leasing-Spezialist habe bei der Übernahme von Franchise-Unternehmen zwar teilweise überhöhte Preise bezahlt … +++ … grosso modo allerdings sei mit den Transaktionen alles okay. Die Grenke-Aktie gestern? Um 5,9% rauf (Reuters) +++ Im ewigen Streit mit früheren Postbank-Aktionären hat die Deutsche Bank vor dem OLG Köln einen Etappensieg errungen (Reuters/FAZ) +++ Den deutschen Bankenverbänden gehen die Lockerungen beim Dividendenverbot nicht weit genug (BdB-MitteilungHB/Paywall) +++ Die Commerzbank startet als erste deutsche Bank mit SwatchPay (Mitteilung) +++ Die Hamburg Commercial Bank verlegt ihren Sitz aus der Hamburger Innenstadt in die HafenCity (per Mail)

Wussten Sie schon?

… dass die Commerzbank jedem einzelnen Ihrer Mitarbeiter für deren Engagement in der Corona-Krise einmalig 500 Euro zahlt? So wurde es uns aus Belegschaftskreisen berichtet – und gestern von einer Sprecherin bestätigt. Nun dürfte die Corona-Prämie die Ausfälle, die viele Mitarbeiter in diesem Jahr bei der variablen Vergütung erleiden, nicht ausgleichen. Andererseits: 500 Euro sind 500 Euro. Gerechnet auf die insgesamt immer noch rund 47.900 Mitarbeiter ergibt sich für die Coba (ohne etwaige Nebenkosten) übrigens ein Aufwand in Höhe von 24 Mio. Euro. In diesem Fall völlig okay, würden wir sagen.

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