News des Tages

18/05/22: Die neue “Smartbroker Holding”, Mehr Reche für die Bafin, Stunk im BdB

18. Mai 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Exklusiv: Berliner Finanz-Konglomorätchen benennt sich um in “Smartbroker”. Jetzt kann man es ja endlich mal sagen: Der Name “Wallstreet Online AG” klang immer ein bisschen murky. Eben gerade nicht nach “Wall Street”. Sondern nach dubiosem Aktien-Geschwätz, was daran lag, dass die Keimzelle der “Wallstreet Online AG” einst ein gleichnamiges, immer noch existentes Börsen-Portal war, in dem sich allein der legendäre Thread “Wirecard – Top oder Flop” über zehntausende anonyme Beiträge erstreckte …

… Jedenfalls: Weil es die Geschichte so wollte, siedelte sich unter dem Dach besagter “Wallstreet Online AG” irgendwann ein Retail-Broker namens “Smartbroker” an. Der wurde zwar lange Zeit belächelt (unter anderem, weil es ihn immer noch nur als Desktop-Version gibt, nicht als App) – dürfte mit grob geschätzten 5-6 Mrd. Euro Assets under Management von allen hiesigen Neobrokern aber der zweitgrößte hinter Trade Republic sein (siehe auch unsere Analyse aus dem Dezember). Und so ist es nur konsequent, dass die “Wallstreet Online AG” (Börsenwert: 250 Mio. Euro) die eigene Historie endlich Historie sein lässt – und sich auf der nächsten Hauptversammlung (was dann Formsache sein dürfte) in “Smartbroker Holding” umbenennen wird.

Bafin darf Banken künftig auch ohne Rücksprache piesacken auf die Finger klopfen: Als Lehre aus dem Wirecard-Skandal hatte das Finanzministerium letztes Jahr zugesagt, der Finanzaufsicht mehr Freiheiten in ihrer täglichen Arbeit zuzugestehen. Die gestern veröffentlichte Neufassung der „Grundsätze für die Ausübung der Rechts- und Fachaufsicht des BMF über die Bafin“ gießt diesen Vorsatz nun in ein konkretes Regelwerk. Quintessenz, wenn wir es richtig verstanden haben: Geht es um Fragen der allgemeinen Aufsicht, bleiben Aufseher und Ministerium in engem Kontakt. Ergreift die Bafin dagegen Maßnahmen gegen einzelne Banken, kann sie das in aller Regel auch ohne Rücksprache mit dem BMF tun. Hier die neuen Grundsätze auf einen Blick: Bafin-Website

News

Die jüngst beschlossene Reform der privaten Einlagensicherung sorgt für Unmut innerhalb des BdB, schreibt der stets gut informierte Kollege Neubacher heute Früh in der Börsen-Zeitung (Paywall) … +++ … Demnach soll manchen Vertretern kleinerer Privatbanken erst jetzt so richtig klar geworden sein, dass die deutliche Reduktion der Sicherungsgrenze von 5 Mio. Euro auf 1 Mio. Euro die Möglichkeit limitieren könnte, sich im Falle eines Zinsanstiegs wieder stärker über Depositen zu refinanzieren … +++ … Ob der mühsam gefundene Kompromiss innerhalb des BdB noch mal aufgeschnürt wird, erscheint indes fraglich – schließlich dürften große Institute wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank froh sein, dass sie dank der Reform ihre Beitragszahlungen mindern können +++ Die knapp 50 im Bankenfachverband vertretenen deutschen Kreditbanken haben 2021 neue Kredite im Umfang von 110 Mrd. Euro vergeben – verglichen mit dem Wert von 2019 (also zwei Jahre zuvor) ein Minus von grob 13% (Mitteilung) +++ In den Tarifverhandlungen bei den Volks- und Raiffeisenbanken haben die Arbeitgeber “Bloomberg” zufolge ein Angebot über ein Gehaltsplus von 2,75% ab Oktober sowie weiteren 1,75% ab April 2024 vorgelegt – der Arbeitnehmerseite sei das aber zu wenig (via Fondsprofessionell)

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags