News des Tages

18/08/21: Entwarnung bei BGH-Urteil, Rififi-Bankraub bei der Haspa, Fondsabsatz explodiert

18. August 2021

Von Heinz Roger Dohms

Spektakulärer Bankraub bei der Hamburger Sparkasse – rund 600 Schließfächer aufgebrochen. Die Meldung als solche ist zwar schon ein paar Tage alt. Aber erst jetzt werden allmählich die Ausmaße des Coups sichtbar. Mit einem Kernbohrer – an dem zur Kühlung ein Wasserschlauch hing – waren unbekannte Täter am vorletzten Wochenende in den Tresorraum einer Norderstedter Haspa-Filiale eingedrungen (und zwar von der darüber befindlichen Wohnung aus, gemäß der sogenannten Rififi-Methode, wie Cineasten und Kriminalisten wissen. Die Nachbarn gaben übrigens zu Protokoll, sie seien von Baulärm ausgegangen. Wie das halt so ist, sonntags in Norderstedt, wo übrigens die Schwiegermutter eines Finanz-Szene-Redakteurs wohnt, aber das ist eine andere Geschichte …). Gestern nun gab die Polizei bekannt, von den mehr als 1.200 Schließfächern sei rund die Hälfte aufgebrochen worden. Zur Höhe des Schadens werde weiterhin ermittelt. Krasse Geschichte. dpa/Abendblatt (Paywall)

Die Trading-Parvenüs schwächeln – doch der klassische Fondsvertrieb boomtDer BVI vermeldet für das zweite Quartal bei Publikumsfonds einen Nettoabsatz von 28,4 Mrd. Euro – nur minimal weniger als im unmittelbar vorangegangen Rekordquartal (28,6 Mrd. Euro). Das ist vermutlich ein Beleg für unsere schon kürzlich geäußerte These, wonach mancher Filialkunde offenbar jetzt auf jenen Zug aufspringt, von dem mancher Neo-Trader schon wieder abgesprungen zu sein scheint. Gut fürs Provisionsergebnis: Der weit überwiegende Teil der Nettozuflüsse entfiel auf die traditionell margenstarken Misch- und Aktienfonds.

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Auch wenn der Trading-Boom jüngst ein wenig abgeebbt ist – die Schlacht der hiesigen Online-, Neo- und Krypto-Broker geht so richtig gerade erst los. Das erkennt man an Details wie beispielsweise dem, dass Trade Republic jetzt auch einen „Country Manager Netherlands“ sucht, also in den Heimarkt von Bux und in gewisser Weise auch Flatex (-> Degiro …) vordringen will. Weit mehr als ein Detail derweil: Der österreichische Trade-Republic-Antipode Bitpanda hat gestern eine Finanzierungsrunde in Höhe von 263 Mio. Dollar zu einer Bewertung von 4,1 (!) Mrd. Dollar verkündet. Was heißt das für die hiesige Konkurrenz – also nicht nur für Trade Republic, sondern z.B. auch für Scalable und Bitwala? Ein „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Kurz-News

Die Bafin (konkreter: der für Bankenaufsicht zuständige Exekutivdirektor Röseler) gibt im hauseigenen „Bafin-Journal“ an gleich zwei Fronten deutliche Entwarnungen … +++ … 1.) Die pandemie-bedingten Wertberichtigungen und Kreditausfälle fallen wohl deutlich kleiner als zunächst befürchtet. Beispielhaft führte Röseler die 21 wichtigsten (und daher direkt von der EZB beaufsichtigten) hiesigen Banken an. Diese hätten für dieses Jahr zwar 6 Mrd. Euro Wertberichtigungen geplant – hiervon aber von Januar bis Juni nur wenige hundert Mio. Euro verbraucht … +++ … Und 2.) Auch beim BGH-Gebührenurteil rückte Röseler von früheren Einschätzungen ab, wonach die Bafin rund die Hälfte der Jahresüberschüsse bedroht gesehen hatte: „Ich glaube, dass die Belastungen aus Rückerstattungen nicht so dramatisch sein werden, wie zunächst gedacht.“ Gravierender sei die Frage, welche Effekte sich für die Zukunft ergäben, etwa bei der Preisgestaltung (Bafin-Journal) +++ Apropos: Die Bafin hat diese Woche ihre Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und die IT-Sicherheit (BAIT bzw. ZAIT)  aktualisiert. Wen’s angeht: Die Dokumente finden Sie hier +++ Neue Erkenntnisse rund um die Geldwäsche-Verdachtsfälle bei N26: Dem „Handelsblatt“ (Paywall) liegt nach eigenen Angaben eine Liste mit 1.600 angeblichen N26-Konten vor, die zwischen Mai 2019 und Juli 2021 eröffnet worden seien und „anscheinend im Internet für Fakeshops oder betrügerische Ebay-Konten eingesetzt wurden“ … +++ … Das Berliner Fintech bestätigte, dass die Liste Konten enthalte, die man „aufgrund von betrügerischen Vorgehen bereits fast alle erfasst und geschlossen“ habe. Bei einigen wenigen Konten werde die Lage momentan noch analysiert +++ Die S-Payment will ihre Kartenlese-App „Sparkasse POS“ über eine Vertriebskooperation mit Samsung schneller verbreiten. Konkret sollen Geschäftskunden vergünstigte Android-Smartphones angeboten werden, auf denen die App schon vorinstalliert ist (Mitteilung)

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