18/11/20: Fidor, Deutsche Börse, ISS, Kontist, Revolut, Robinhood

18. November 2020

Briefing

Manchmal ist ein Deal einfach nur ein Deal. Manchmal ist ein Deal aber auch ein Knotenpunkt, in dem verschiedenste kleine und große Branchentrends auf fast wundersame Weise zusammenlaufen. In genau diese Kategorie fällt der gestern Vormittag verkündete Verkauf der Fidor Solutions an das französische Beratungs- und IT-Haus Sopra Steria (siehe hier unsere entsprechende Meldung). Auf den ersten Blick markiert die Transaktion lediglich die sich seit langem abzeichnende Aufspaltung der vermaledeiten Fidor Bank. Tatsächlich steckt aber sehr viel mehr dahinter – zumal wenn man diesen Deal in Tateinheit mit dem 12h zuvor verkündeten Verkauf des sog. Wirecard-Kerngeschäfts an die spanisches Santander betrachtet (ohne die Wirecard Bank, die stattdessen abgewickelt wird). Lesen Sie also hier: Ein „Kurz gebloggt“ über die Bereinigung des „Banking as a Service“-Markts, über das heimliche und weniger heimliche Vordringen französischer Player in die deutsche Banken-, Fintech und Payment-Branche – und warum sich die Fiducia & GAD langsam Sorgen machen dürfte: Finanz-Szene.de

Die Deutsche Börse spielt in unserer Berichterstattung normalerweise kaum eine Rolle (platt gesagt: weil sie weder eine Bank noch ein Fintech noch ein Zahlungsdienstleiter ist …) – heute Früh allerdings wollen und müssen wir hiervon eine Ausnahme machen. Denn: Wie gestern Abend per Ad-hoc bekannt wurde, übernimmt der Frankfurter Börsenbetreiber den Aktionärsberater ISS – und damit pikanterweise jenes Unternehmen, das sich zuletzt auch mit der Deutschen Bank anlegte (zur Erinnerung: 2019 votierte die ISS gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat). Der Kaufpreis? Zu einer Bewertung von 1,9 Mrd. Euro erwirbt die Börse 80% der Anteile. Der Sinn der Übernahme, jedenfalls laut Ad-hoc: „Die Expertise von ISS in den Bereichen ESG und Daten ermöglicht es der Deutschen Börse, sich zu einem führenden globalen ESG-Datenanbieter zu entwickeln.“ dgap

News

Die Staatsanwaltschaft München hält Ex-Chef Markus Braun mittlerweile für die „Kontroll- und Steuerungsinstanz“ hinter dem mutmaßlichen Betrug bei Wirecard (Süddeutsche) +++ Bafin-Chef Felix Hufeld hat seine Mitarbeiter in Bezug auf deren Geschäfte mit Wirecard-Aktien in Schutz genommen. „Die haben nichts Unrechtes getan.“ (SZ) +++ Nächste größere Genofusion: Die Volksbank Karlsruhe und die Volksbank Baden-Baden Rastatt wollen zusammengehen. Gemeinsame Bilanzsumme: 6,5 Mrd. Euro. Hinweis: Wir hatten zunächst fälschlicherweise geschrieben, die gemeinsame Bilanzsumme liege bei 4,1 Mrd. Euro – der Wert allerdings bezieht sich allein auf die Voba Karlsruhe (BNN) +++ Der Berliner KMU-Banking-App-Anbieter Kontist hat in einem Interview die selbstbewusste Ansage gemacht, demnächst „mehrere 10 Mio. Euro“ zu funden (HB/Paywall) +++ Die Börsenpläne des US-Neobrokers Robinhood werden konkret. Laut US-Medienberichten hat das Fintech mit der Suche nach IPO-Banken begonnen. (Bloomberg) +++ Und noch vier Fintech-Snippets: Revolut ergänzt seine „deutsche“ App um eine Multibanking-Funktion; die Krypto-Bank Bitwala lässt die Krypto-Asset ihrer Anleger künftig von der Solarisbank verwahren; der Vermögensverwaltungs-Digitalisierer Investify hat seine Lösung bei der ICM Investmentbank lanciert; das Münchner Fintech Hawk AI bringt seine Anti-Geldwäsche-Software künftig auch über eine Kooperation mit dem API-Spezialisten BANKSapi in den Markt (alles per Mail) +++ Korrektur:  Jan Holthusen wird bei der DZ Bank zwar Leiter des Bereichs Research und Volkswirtschaft – aber nicht „Chefvolkswirt“. Den Titel erhält Michael Holstein

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing