News des Tages

18/11/21: Neues Online-Banking für die Sparkassen, Trade Republic wehrt sich, Amazon vs. Visa

18. November 2021

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Exklusiv: Finanz Informatik startet Pilotprojekt für neue Internet-Filiale der Sparkassen: War das eigentlich allgemein bekannt, dass die knapp 380 Sparkassen hierzulande ein frisches Banking-Frontend bekommen? Naja – vermutlich war es das und nur wir haben es wieder mal nicht mitgekriegt. Sei’s drum. Was wir immerhin mitgekriegt haben, das ist: Das neue Online-Banking der Sparkassen ist jetzt fertig! Und in dieser Woche haben erste Kommunalinstitute sogar bereits die Testphase eingeläutet …

… Konkret suchen die Pilot-Sparkassen ausweislich ihrer jeweiligen Websites unerschrockene Freiwillige, die „das neue Online-Banking schon jetzt exklusiv vor der deutschland­weiten Einführung“ kennenlernen und den Instituten dann Feedback geben wollen – ein „Soft Launch“ also. Was genau neu ist an dem neuen Online-Banking? Zum Beispiel eine über alle Endgeräte hinweg verbesserte Finanzübersicht (so wird es jedenfalls angekündigt). Hinzukommen noch „vereinfachte“ Navigationen und Anmeldeprozesse …

… Äh, und welche Institute sind bei dem Pilotprojekt dabei? Unserer kleinen Ad-hoc-Recherche zufolge unter anderem die Sparkassen Hannover, Hanau, Langen-Seligenstadt und Amberg-Sulzbach sowie die Taunus Sparkasse. Nach Auskunft eines Sprechers der Finanz Informatik soll der Serien-Rollout übrigens ab dem späten Frühjahr erfolgen.

Hamburger Neobank Pockid legt Funding hin: Am Freitag hatten wir in unseren Fintech-Snippets ja vermeldet, dass hierzulande die erste Challenger-Bank für Senioren in den Startlöchern steht. Schon ein paar Meter weiter ist der sozusagen gegenteilige Ansatz, nämlich Pockid, eine Art „N26 für Teenager“. Zu einer Bewertung von 16 Mio. Euro investieren Cavalry Ventures und Vorwerk Ventures bei den Hanseaten ein. Ob das reicht, den Markt zu besetzen, bevor N26 oder sonst wer es tun, bleibt abzuwarten. Finance Fwd

News

Mit einer selbst in Auftrag gegebenen Studie will der Berliner Neobroker Trade Republic ein angeblich drohendes „Payment for Order Flow“-Verbot (siehe zu diesem Thema unser großes FAQ von voriger Woche) abwehren, berichten „Handelsblatt“ und „Börsen-Zeitung“ (jeweils Print) heute Morgen … +++ … So sei bei der von der WHU und der University of Southern Denmark durchgeführten Untersuchung herausgekommen, dass die Kurse bei Lang & Schwarz (also beim Handelsabwickler von Trade Republic) nur in knapp 1% der Fälle schlechter gewesen seien als bei einer Ausführung über Xetra – und in 21% der Fälle sogar besser … +++ … Wie die „Börsen-Zeitung“ zudem berichtet, soll die Entscheidung der EU-Kommission zum „Payment for Order Flow“-Modell unmittelbar bevorstehen … +++ … Jüngste Äußerungen der zuständigen Kommissarin McGuinness hatten bekanntlich nahegelegt, dass statt eines „PFOF“-Verbots wohl eher ein einheitliches Referenzpreis-Register (im Fachjargon: „Consolidated Tape“) angestrebt wird +++ Die EZB spricht sich in ihrem gestern veröffentlichen Finanzstabilitätsbericht für aufsichtliche Maßnahmen gegen das Preishoch bei Wohnimmobilien aus – eine Forderung, die vor allem Deutschland gelten dürfte (EZB-Bericht)

Wussten Sie schon?

… dass das Online-Schwergewicht Amazon dem Payment-Schwergewicht Visa gestern einen Niederschlag verpasst hat, der in Wucht und Wirkung an Alis legendären Hieb gegen Foreman 1974 in Kinshasa gemahnt? Nüchterner ausgedrückt: Amazon hat angekündigt, im britischen Markt bis auf weiteres keine Zahlungen mehr mit Kreditkarten von Visa zu akzeptieren.  Begründung: zu hohe Abwicklungsgebühren. Die Visa-Aktie verlor in der Folge gestern 4,7%, was einem vernichteten Börsenwert von rund 20 Mrd. Dollar entspricht. Amazon, Boma Ye!

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