19/05/22: Unicredit wollte Coba kaufen, N26 und Flatex vor Krypto-Start, BdB/Einlagensicherung

18. Mai 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Der erwogene Griff der Unicredit nach der Coba – eine Meldung aus einer anderen Zeit: Um mal was ein für allemal klarzustellen: Es ist nicht die Mission des Manfred K., die Commerzbank zu verkaufen. Das Problem ist nur: Fälschlicherweise glauben alle, dass genau dies seine Mission sei. Sie, liebe Leserinnen und Leser, glauben das. Wir hier glauben es. Und offenbar glaubt oder glaubte man es auch in Mailand. Wie nämlich gestern zunächst die “Financial Times (Paywall)” berichtete, hat die Unicredit Anfang des Jahres die Idee entwickelt, nach der Commerzbank zu greifen. Sogar ein diesbezügliches Treffen zwischen Andrea Orcel (also dem Chef der HVB-Mutter) und Manfred Knof (also dem Nicht-Abwickler der Coba) sei bereits arrangiert gewesen – bis dann der Ukraine-Krieg die Idee für mutmaßlich lange Zeit zurück in die Schublade wandern ließ. Was ist nun von alldem zu halten? Vermutlich gar nichts mehr. Denn genau genommen handelt es sich um eine Nachricht aus einer anderen Zeit – einer Zeit, in der man auf eine Zinswende fast ohne Nebenwirkungen hoffen durfte, einer Zeit, in der die Coba-Aktie nach einer 80%-Rallye bei über 9 Euro notierte, einer Zeit, in der für deutsche Banken natürlich nicht alles, aber plötzlich doch wieder eine ganze Menge möglich schien. Und das, wohlgemerkt, noch ohne konkrete Übernahmefantasie. Ziemlich exakt drei Monate liegt diese Zeit nun zurück. Man könnte auch sagen: eine Ewigkeit.

News

Krypto (I): N26 steht kurz vor dem Launch seines – in Kooperation mit Bitpanda entwickelten – Krypto-Trading-Tools. In wenigen Wochen werde es so weit sein, sagte CEO Valentin Stalf gestern bei der “Finance Forward”-Konferenz unseres gleichnamigen Partner-Mediums (FinanceForward) +++ Krypto (II): Auch der Frankfurter Online-Broker FlatexDegiro will seine Kunden künftig mit Krypto-Währungen handeln lassen – und kooperiert dafür mit der Börse-Stuttgart-Tochter Bison (HB/Print) +++ Apropos Krypto (III): Dass im Sparkassen-Sektor der Widerstand gegen die Krypto-Wallet nicht ganz so einhellig ist, wie es Äußerungen von DSGV-Präsident Helmut Schleweis vermuten lassen könnten, hatten wir ja schon mal angedeutet … +++ … Nun hat sich einer der Regionalfürsten, nämlich der schleswig-holsteinische Verbandspräsident Oliver Stolz, sogar offen als Krypto-Befürworter positioniert: “Wenn es Kundenwünsche gibt, mit entsprechenden Werten zu handeln […], dann sollte das langfristig auch bei der Sparkasse möglich sein” (HB/Paywall) +++ Auf noch nicht allzu dicker Quellenbasis (“Investoren hinter vorgehaltener Hand”) bringt das “Handelsblatt” (Paywall) heute Früh die Idee auf, die angeschlagene Allianz-Fondstochter AGI könnte möglicherweise bei der DWS landen. Wäre übrigens insofern eine pikante Konstellation, als zu den wichtigsten Vertriebspartnern der AGI ja die Commerzbank gehört +++ Es mehren sich die Anzeichen, dass die privaten Banken den Kompromiss zur Reform der privaten Einlagensicherung doch noch einmal aufschnüren könnten … +++ … Nachdem sich einige kleinere Privatbanken wegen der geplanten Kappung der Sicherungsgrenze offenbar um ihre Refinanzierung sorgen, erklärte der BdB gestern auf Anfrage der “Börsen-Zeitung” (Print), das Thema sei “erkannt” und habe “hohe Priorität” – auch für Verbandspräsident Sewing

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