von Christian Kirchner, 20. August 2020
Hach, was sind das mal wieder für tolle Zahlen, die die deutsche Kreditwirtschaft da zur Girocard präsentiert!20% mehr Transaktionen, 10% mehr Umsätze – alles ganz wunderbar! Wobei, ähh, stopp! Sind die gestern vorgelegten Halbjahres-Zahlen denn wirklich so großartig? Versuch einer Einordnung: 1.) Ein Zuwachs ist ein Zuwachs, also brauchen sich die Girocard-Menschen prima facie erst einmal nicht zu rechtfertigen. 2.) Hinzu kommt, dass der Lockdown den Konsum einschränkte. Friseure hatten geschlossen, Restaurants hatten geschlossen … – all das wurde überkompensiert. 3.) Gemessen am „Karten-Boom“, am „Kontaktlos-Boom“ und am „Mobile-Payment-Boom“, der da draußen wochenlang verkündet wurde, muten die +20% bzw. +10% trotzdem fad an. Zumal die Edekas und Rewes und Aldis dieser Republik ja nicht geschlossen hatten, sondern der Einzelhandelsumsatz in Supermärkten im ersten Halbjahr trotz Corona um 10% zum Vorjahr stieg 4.) … vor allem aber: Das Internet war ja ebenfalls offen. Und womit kann man im Internet halt weiterhin nicht bezahlen? Richtig: Mit der Girocard. Das alte Problem der deutschen Kreditwirtschaft. Den „War on Cash“ dürfte die Finanzindustrie letzten Endes gewinnen. Aber wird die Girocard zu den Siegern gehören? Pressemitteilung
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