20/11/18: Deposit geht in die USA, VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden Institut der besonderen Art

20. November 2018

Noch ein Beleg gefällig für die These, dass die großen deutschen Fintechs immer größere Pläne schmieden (während sich manche kleine immer schwerer tun): Wie zuvor bereits N26 will nun auch Deposit Solutions in die USA expandieren. Börsen-Zeitung

Es gibt ja durchaus Zeitgenossen da draußen, die glauben, dass die Super-Landesbank wirklich kommt (das „Handelsblatt“ z.B. hält das Thema seit Wochen tapfer am köcheln): Was uns hier allerdings irgendwie skeptisch stimmt, das ist z.B. der Umstand, dass die vier großen LBs nicht mal bei einem eng umrissenen Thema wie dem Schuldscheinmarkt gemeinsame Sache machen, sondern auf nunmehr drei separate Lösungen setzen (womöglich ja aus guten Gründen, das wollen wir gar nicht in Abrede stellen …). So hat nach der LBBW („Debtvision“) sowie der Helaba und der BayernLB („VC Trade“) jetzt auch die NordLB ihre eigene digitale Schuldscheinplattform gegründet, sie heißt „Finpair“. Wie sich dieser Ansatz von den anderen abheben will, erklärt das Finance Magazin.

Dass die deutschen Banken mit ihren Bezahllösungen (Giropay, Paydirekt) nur eine untergeordnete Rolle im hiesigen Onlinehandel spielen, mag ja für sich genommen noch verkraftbar sein – aber was, wenn die bankenfremden Payment-Parvenüs ihre Stellung bei den Händlern nun auch noch anderweitig ausspielen? Jedenfalls: Ein halbes Jahr nach Wirecard und zwei Wochen nach Paypal hat gestern auch Klarna (also die schwedische Mutter des deutschen Fintechs Sofortüberweisung) mitgeteilt, in die Händlerfinanzierung für kleine Shopbetreiber einzusteigen. Das Kreditvolumen? Angeblich bis zu 100.000 Euro. (auf Nachfrage von „Finanz-Szene.de“ räumt Klarna übrigens ein, dass das Produkt in Wirklichkeit schon seit Sommer verfügbar ist, auch wenn dies nie öffentlich gemacht wurde) Pressemitteilung

Aus der Szene

Bei der „VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden“ scheint es sich um ein Institut der besonderen Art zu handeln. Im August wurde sie zum Schauplatz einer veritablen Razzia. Kurz darauf geisterte das (falsche) Gerücht durch die Branche, ein sehr prominenter (Ex)-Banker werde bei dem thüringischen Geldhaus anheuern. Und nun: Hat es die thüringische Kleinbank sogar in die „Football Leaks“-Enthüllungs-Serie des „Spiegel“ geschafft, weil sie dem spanischen Verein Atletico Madrid ein Darlehen in Höhe von 10 Mio. Euro gewährt haben soll. Getoppt wird das Ganze nur noch dadurch, dass das „Internationale Bankhaus Bodensee“ laut demselben Artikel allein zwischen 2004 und 2014 Fußball-Darlehen in Höhe einer Viertelmilliarde Euro ausgereicht haben soll. Verrückt? Wir würden es anders ausdrücken: Unsere Banken sind umsichtige Förderer des Sports. Und tapfere Kämpfer gegen den Passivüberhang. Spiegel International

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing