21/01/20: Bundesbank, Deutsche Bank, Tink, Maple Bank, Deposit Solutions

21. Januar 2020

Wo die EZB-Politik den deutschen Banken messbar nutzt: Im gestern veröffentlichten neuen Buba-Monatsbericht findet sich ein Aufsatz, in dem die Bundesbank die EZB gegen die Dauerkritik der hiesigen Bankenlobby in Schutz nimmt (zumindest ist das unsere Interpretation). Und zwar: Die Buba stellt fest, dass sowohl die jüngsten EZB-Refi-Bomben („TLTRO“) als auch das jüngste EZB-Anleihekauf-Programm („APP“) positive Effekte auf die Kreditvolumina im Firmenkundengeschäft nach sich gezogen hätten. In Zahlen: 0,26 bis 0,30 %-punkte Kreditwachstum seien der EZB zuzuschreiben. Dabei sind (wobei das jetzt echt nur was für Feinschmecker ist) die Zugewinne bei Sparkassen und Volksbanken laut Buba weitgehend „TLTRO“-induziert, wohingegen die reinen Kreditbanken stärker auf den „APP“-Impuls reagiert hätten. Monatsbericht, (PDF, Seite 29)

Wie die Banken beim Negativzins allmählich alle Skrupel verlieren: Die Biallos und die Verivoxens (Verivoces?) dieser Welt versorgen uns inzwischen ja fast täglich mit neuen Echtzeit-Messungen, wie viele Geldinstitute da draußen denn nun schon Negativzinsen für Privatkunden erheben. Aktueller Stand: Laut Biallo, 17. Januar, sind es 86 von knapp 1.300 untersuchten Banken und Sparkassen; Verivox, 18. Januar, kommt auf 38 von 800 ausgewerteten Instituten. Was hierzu zu sagen ist: Zum einen sind die Zahlen methodisch bedingt viel zu niedrig, siehe unsere Analyse hier. Und zum zweiten ist nicht die schiere Zahl an Banken das Interessante. Sondern interessant ist, dass einzelne Banken inzwischen auch die letzten Tabus schleifen.Denn: Noch vor wenigen Monaten schien gefühlt irgendwie klar, dass der Strafzins 1.) nur Neukunden trifft und 2.) erst ab 100.000 Euro. Was das „2.“ angeht, ist aber z.B. die Volksbank Warendorf jetzt schon auf 10.000 Euro runter. Sportlich!

Kurzmeldungen

Die Mindest-Kernkapitalquote für kleine und mittelgroße deutsche Banken soll sich nach dem Willen der Bafin von 12,2% auf um die 13,15% erhöhen (BÖZ) +++ Unter den Bietern für die polnische Coba-Tochter mBank soll auch der Finanzinvestor Apollo sein (NZZ/Bloomberg) +++ Zum ersten Mal überhaupt, seit „Bloomberg“ die Analysten-Kommentare zu einzelnen Aktien aggregiert, empfiehlt kein einziger Sell-Side-Analyst die Deutsche-Bank-Aktie zum Kauf. (Twitter) +++ Die deutschen Banken haben im vergangenen Jahr 2,4 Mrd. Euro Negativzinsen an die EZB abgedrückt und damit genauso viel wie im Jahr zuvor. Anscheinend hat das erst im November eingeführte Staffelzins-Modell („Tiering„) die Erhöhung des Strafzinses von 0,4% auf 0,5% kompensiert (Wiwo) +++ Die sechs in Frankfurt angeklagten Maple-Banker verdienten mit ihren Cum-Ex-Geschäften persönliche Boni in Höhe von rund 30 Mio. Euro, geht aus der Anklageschrift hervor  (Manager Magazin) +++ Während die Boni bei der Deutschen Bank insgesamt um rund 20% sinken sollen, wird es die Investmentbanker angeblich mit etwa 30% treffen (Bloomberg) +++ Auch M.M. Warburg vermittelt die Spareinlagen ihrer Kunden (wenn die das wünschen) jetzt an Banken, die höhere Zinsen zahlen. Das entsprechende Tool kommt vom Hamburger Tagesgeld-Broker Deposit Solutions (Mitteilung/PDF) +++ Das schwedische API-Super-Fintech Tink (das unserem Verständnis so etwas Ähnliches macht wie das Münchner Finanz-Startup NDGIT) hat der 56-Mio.-Euro-Funding-Runde aus dem vergangenen Jahr eine 90-Mio.-Euro-Runde folgen lassen und wird nun mit 415 Mio. Euro bewertet (TechCrunch)

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