21/11/18: Deutsche Bank legt Angstcrash hin, Wirecard im freien Fall, Deutsche-Bank-Aktie gestern mit einem Minus von 4,8%

21. November 2018

Erinnern Sie sich noch an den 7. September? Da hatten wir einen „Bloomberg“-Artikel verlinkt, dessen Überschrift in der deutschen Fassung lautete: „Deutsche Bank könnte Danske-Geldwäsche maßgeblich gebremst haben“ ... Man muss sagen, in den zweieinhalb Monaten, die seitdem vergangen sind, hat die Geschichte eine ganz schöne Wendung genommen. Ende letzter Woche kamen erste Gerüchte hoch, dass US-Ermittler in der Causa von der Deutschen Bank Informationen angefordert hätten. Dann folgten am Montag die Kronzeugen-Aussage des früheren Danske-Vorstands Howard Wilkinson, wonach durch die US-Niederlassung einer europäischen Großbank (gemeint war: die Deutsche Bank) verdächtige Überweisungen in Höhe von rund 150 Mrd. Euro gelaufen seien. (Hintergrund: Die Frankfurter sollen den Dänen als Korrespondenzbank gedient haben). Und nun: Beginnt sich laut „Reuters“ auch die Bafin für die Rolle der Deutschen Bank in dem Skandal zu interessieren. Und: Laut „Wall Street Journal“ kommt das Frankfurter Geldhaus in einer internen Untersuchung zu dem vorläufigen Schluss, man sei tatsächlich an Transaktionen im Umfang von 150 Mrd. Dollar (hier ist von Dollar die Rede, in dem „Reuters“-Stück am Montag von Euro) beteiligt gewesen.  Klingt wieder mal nicht gut, das alles.

… finden wohl auch die Investoren. Denn die schickten die Deutsche-Bank-Aktie gestern mit einem Minus von 4,8% in den Feierabend (was übrigens einen desaströsen Schlusskurs von nur mehr 8,15 Euro bedeutete). Nun stehen die Aktienmärkte dieser Tage generell unter Druck und für viele Finanzwerte gilt dies (neben den Techaktien) sogar besonders. Allerdings: Wenn man bedenkt, dass die Commerzbank-Aktie „nur“ um 3,3% fiel und die Aareal-Aktie „nur“ um 2,4%, dann kann man sich ja ungefähr ausrechnen, wie hoch der „Angst vor dem nächsten Skandal“-Zuschlag bei der Deutschen Bank gestern ausgefallen ist.  Welt

Apropos Crash: Bei der Wirecard-Aktie kommt im Moment alles zusammen. Ausverkauf bei den Finanzwerten. Ausverkauf bei den Tech-Werten. Und on top dann noch eine Art Ikarus-Malus, den die Investoren dem langjährigen Highflyer offenbar verpasst haben. Gleichwohl: Der bayerische Zahlungsdienstleister ließ sich vom neuerlichen Kursrutsch (minus 5,8% auf 129,60 Euro) gestern nicht beirren. Stattdessen schraubte Wirecard die Prognose für 2019 auf ein Ebitda von 740 bis 800 Mio. Euro. Zum für 2020 ausgegebenen Milliardenziel wäre es dann nicht mehr weit. Reuters

Apropos Ikarus: Wer einen Bitcoin gebrauchen kann, musste dafür gestern nur mehr 4200 Dollar berappen (die Älteren werden sich erinnern: Es waren mal fast 20.000 Dollar). Allein in den letzten Tagen ist der Kurs der Cyber-Währung um mehr als 30% gefallen. Manager Magazin

Hä, ist der Banken- und Fintech-Newsletter Ihres Vertrauens heute zum Marktbericht mutiert? Upps, irgendwie schon. Sorry. Da sind die Gäule mit uns durchgegangen. Haben wir nix anderes in petto? Nee, leider nicht. Ach doch: Die „Financial Times“ schreibt (und die „BÖZ“ schreibt es so ähnlich), dass das deutsche „Hire and Fire“-Gesetz für die Brexit-Banker bis Mitte März 2019 durch den Bundestag sein soll. Ist das so neu? Na, wenn’s die „FT“ schreibt, dann wird’s schon neu sein. Financial Times (Paywall), Börsen-Zeitung

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags