News des Tages

22/09/21: Coba senkt Vorsorgebedarf, Fusion im Sparkassen-Sektor, Nächste Woche Streik?

21. September 2021

Von Christian Kirchner

Manfred Knof gibt den Investoren endlich mal ein bisschen Futter: Vermutlich würde es zu weit gehen, dem Commerzbank-Chef das anhaltende Siechtum der Coba-Aktie (siehe unsere gestrige Analyse) persönlich zum Vorwurf zu machen. Schließlich ist er ja immer noch recht frisch im Amt, der werte Herr Knof, seit dem 1. Januar, um genau zu sein. Andererseits: Dass die Coba-Aktie gemessen ab ebendiesem 1. Januar um mittlerweile 25% hinter dem europäischen Branchen-Index hinterherhinkt – dafür, nun ja, hätte man nicht unbedingt die halbe Führung auswechseln müssen. Sondern: Das hätte die gute alte Zielke-Mandel-Boekhout-Gelbbank auch noch hingekriegt. Insofern: Gut!, dass Manfred Knof gestern zur Abwechslung was Positives zu verkündet hatte: Die Commerzbank wird in diesem Jahr mit einem Risikovorsorge von 0,8 Mrd. Euro oder sogar weniger auskommen. Zur Einordnung: Zu Jahresbeginn hatte das Institut die Spanne mit 0,8 Mrd. bis 1,2 Mrd. Euro angegeben, im August die Schätzung auf „unter 1,0 Mrd. Euro“ präzisiert. Macht letzten Endes also einen Ergebniseffekt von grob 200 Mio. Euro. Die Investoren nahmen es dankbar zur Kenntnis und schickten die Aktie nach dem üblen Vortag um 1,2% nach oben.

News

Die Norisbank (Tochter der Deutschen Bank) integriert die Robo-Advice-Plattform Wise der DWS (Tochter der Deutschen Bank) +++ Der frühere Solarisbank-Manager Peter Großkopf startet ein eigenes „Decentralized Finance“-Startup namens Unstoppable Finance. Zu den ersten Investoren soll der Ösi-VC Speedinvest gehören (Finance Fwd) +++ Das britische Open-Banking-Fintech Truelayer, das seine Zukunft auch auf dem deutschen Markt sieht, hat in einer Funding-Runde 130 Mio. Dollar eingeworben und wird nach eigenen Angaben nun mit >1 Mrd. Dollar bewertet  +++ ECM-Dämpfer auch für die hiesigen Dependancen von BNP Paribas und Morgan Stanley: Der Frankfurter IPO des Sprachlern-Konzerns Babbel – bei dem die Institute die Konsortialführer waren – ist gestern Abend abgeblasen worden +++ Mühsam, mühsam konsolidiert sich der Sparkassen-Sektor. Oder anders gesagt: Nachdem letztes Jahr die Provinzial Nord-West und die Provinzial Rheinland zueinander gefunden hatten, haben gestern die LBS Nord und die LBS West offiziell angekündigt, fusionieren zu wollen (dpa/Welt) +++ Der Franken-Streit rund um die polnische Commerzbank-Tochter mBank wird sich laut Coba-Chef Knof erst 2022 entscheiden (Reuters/Finanzen.net) +++ Und nochmal Knof: Der hat nämlich bei derselben Investment-Konferenz, der die mBank-Aussage und die Risikovorsorge-Aussage entstammen, auch eine kleine Breitseite gegen Sparkassen und Genobanken losgelassen und die Abschaffung des Drei-Säulen-Systems gefordert. Schön, dass der Mann keine anderen Sorgen hat (HB/Paywall) +++ Im Tarifstreit im privaten Bankengewerbe droht Verdi mit Streik, sollte es bei der für Freitag geplanten dritten Verhandlungsrunde keine deutlichen Fortschritte geben (HB/Paywall)

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