23/01/20: EZB vs. Sparkassen, Berliner Volksbank, EBA, XPay, BayernLB

23. Januar 2020

News

EZB knöpft sich Sparkassen-Institutssicherung vor. Die monatelangen Hängepartien rund um die Rettung der HSH Nordbank und NordLB haben für die S-Finanzgruppe ein böses Nachspiel. Denn in der EZB ist offenbar der Eindruck entstanden, dass der Sparkassenverbund „an einem Krisenwochenende nicht handlungsfähig ist, sondern eher eine Krisenwoche benötigt“, wie der BÖZ-Kollege Neubacher heute früh in seinem veritablen Scoop schreibt. Die Folge: Die Sparkassen sollen ihre Sicherungssysteme umbauen und Strukturen verbessern, so dass Entscheidungen schneller fallen können. In der EZB keimen aber offenbar Zweifel, ob auf die Zusagen zwischen den Sicherungstöpfen im Krisenfall wirklich Verlass ist, so die „BÖZ“. Börsen-Zeitung

Letzte Woche Herr Storm, der bei der Allianz-Tochter „Iconic Finance“ anheuert. Gestern die Herren Bajorat und Otero, die es zur Deutschen Bank zieht … Was ist da eigentlich los? Liegt es a) daran, dass die „Fintech-Jungs“ allmählich in ein Alter kommen, in dem man schon mal in Versuchung geraten darf, die unsichere Perspektive eines „Fintech-Jungs-Daseins“ gegen die kuscheligen Annehmlichkeiten einer Bank oder Versicherung einzutauschen? Liegt es b) daran, dass die etablierten Player erkannt haben: Für die vielzitierte Digitalisierung braucht es unpraktischerweise auch Leute, die sich damit auskennen? Oder liegt es einfach nur daran, dass nun zusammenwächst, was zusammengehört? Um ehrlich zu sein: Keine Ahnung! Was uns aber nicht davon abgehalten hat, einfach mal zu zählen. Lesen Sie hier: 18 „Fintech-Jungs“*, die ins Establishment wechselten: Finanz-Szene.de

Exklusiv: Die Berliner Volksbank hält (eine Erkenntnis, die wir unserem Recherche-Partner Startupdetector“ verdanken) jetzt  82% an VAI Trade, einem Berliner Fintech, das bei Wareneinkäufen als Intermediär zwischen Lieferant und Einkäufer agiert. Um das Ganze mal ein bisschen einzuordnen: 1.) Über ihren VC-Arm „Berliner Volksbank Ventures“ sind die Hauptstadt-Genossen ja ohnehin an zig Fintechs (darunter Liqid und Acatus) beteiligt. 2.) Die Kapitalrücklage dieses Vehikels lag per Ende 2018 bei gut 20 Mio. Euro. Und 3.) Die Investments in die VAI Trade kommen on top, sodass das Fintech-Exposure der Berliner Volksbank alles in allem bei mindestens 25 Mio. Euro liegen dürfte. Mehr als der 2018er-Jahresüberschuss (19 Mio. Euro).

Kurzmeldungen

Die Eba will den EU-weiten Banken-Stresstest modifizieren. Ein Ziel: Die jährliche Pflichtübung soll billiger werden. (Eba-Papier zum Downloaden) +++ Exklusiv: Das Münchner Payment-Fintech XPay kommt nach seiner jüngsten Finanzierungsrunde auf eine erstaunliche Bewertung von 47 Mio. Euro. Auch diese Erkenntnis verdanken wir übrigens „Startupdetector“. +++ Der Filialabbau da draußen geht unvermindert weiter. Pars pro toto hier ein Beispiel von vielen aus den letzten Tagen: Die Raiffeisenbank Chamer Land schließt jeden dritten Standort (br.de) +++ Auch Vodafone steigt aus Facebooks Libra-Projekt aus (Finextra) +++ Das Land Bayern will nicht an seinem 75-Prozent-Anteil an der BayernLB rütteln, schreibt das Finanzministerium des Freistaats in seinem Beteiligungsbericht (BÖZ)

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