News des Tages

23/02/21: EBA droht PSD2-Boykotteuren, Sparkasse wirft Kunden raus, Viertel-Unicorn

23. Februar 2021

Kann es sein, dass wir der PSD2 zuletzt ein bisschen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben? Jedenfalls ist es so, dass die europäische Bankenaufsicht EBA das Thema gestern mit Verve zurück auf die Tagesordnung gebracht hat. In bemerkenswert scharfem Ton fordert die Pariser Behörde die nationalen Aufseher auf, endlich härter gegen Banken und sonstige Akteure vorzugehen, die Drittdiensten das Leben erschweren. Konkret stört sich die EBA zum Beispiel an übertriebenen Authentifizierungs-Anforderungen oder an überflüssigen Registrierungen – sprich: Es geht um all die kleinen und mittelgroßen Tricks, die dem Geist der PSD2 zuwiderlaufen, aber offenbar immer noch angewendet werden. EBA-Opinion im Original

Wussten Sie schon, dass das Frankfurter Versicherungs-Fintech Clark nach seiner 69-Mio.-Euro-Runde aus dem Januar nun auf eine – jedenfalls rechnerische – Post-Money-Bewertung von 260 Mio. Euro kommt (wie der Kollege Schlenk von „Finance Forward“ so ganz grob neulich schon gemutmaßt hatte …)? Darauf jedenfalls deutet ein entsprechender Eintrag im Handelsregister hin. Damit verteidigt Clark nicht nur seine (ohnehin unangefochtene) Stellung als wertvollstes hessisches Fintech, sondern erlangt den (völlig zu Unrecht unterschätzten) Status eines Viertel-Unicorns. Und deutschlandweit? Dürfte Clark zwar nicht zu den fünf, wohl aber zu den zehn höchstbewerteten Finanz-Startups gehören.

Und noch rasch von der EBA zur EPI. Denn – nun ist die Website der European Payments Initiative live (siehe bzw. höre hierzu auch unseren Podcast mit EPI-Chefin Martina Weimert aus dem Januar). Allzu viel gibt es zwar noch nicht zu sehen, aber immerhin sind vier Stellen-Ausschreibungen online, nämlich als „Product Owner EPI Wallet“, als „Product Owner EPI SDK,“ als „Product Manager POS Payments“ und als „Product Manager Bank Integrations“. epicompany.eu

News

In den Firmenkundensparten deutscher Banken und Sparkassen wird der Negativzins allmählich zum Standardinstrument, geht aus dem aktuellen Bundesbank-Monatsbericht hervor … (Hier das Original als PDF) +++ … So hatten 64% der Institute per Ende Dezember bereits einen – gewichtet nach Volumen – negativen Durchschnitts-Zinssatz auf Sichteinlagen von Unternehmen durchgesetzt … +++ …  Im Retail-Geschäft lag der entsprechende Anteil derweil bei 42 %. Negative Zinsen würden hier „vor allem von Sparkassen und Genossenschaftsbanken berechnet“, so die Buba +++ Dazu passend: Die Stadtsparkasse Düsseldorf macht offenbar Ernst und kündigt wohlhabenden Kunden, die sich nicht auf einen Zinssatz von minus 0,5% einlassen wollen, die Bankverbindung (Westdeutsche Zeitung) +++ Exklusiv: Die Kreditplattform Auxmoney (deren Umbau wir neulich beschrieben hatten) hat einen Leiter für die neue, hauseigene Investment-Gesellschaft gefunden. Es handelt sich um Boudewijn Dierick, zuletzt Leiter der Asset-Backed-Securities-Einheit bei BNP Paribas +++ Der Berliner N26-Herausforderer Vivid Money erhöht den Druck auf den Platzhirschen – und hat gestern freigeschaltet, was N26 noch fehlt, nämlich eine Investment-Funktion zum Erwerb von Aktien und ETFs +++ JP Morgan hält jetzt über Aktien und Instrumente >5% am Frankfurter Onlinebroker Flatex Degiro (dgap) +++ Und ein Blick übern Tellerrand: Mark Carney, Ex-Chef der Bank of England, zieht ins Board des US-Payment-Startups (und größten westlichen Fintechs) Stripe ein (Guardian)

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