News des Tages

23/09/21: Wenn unsere Banker die Realität verdrängen, Coba-VC geht steil, 3x Regulierung

23. September 2021

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Lieber Herr Knof, liebe Frau Kolak – ist DAS wirklich ihr drängendstes Problem?

Als wir uns in unserer Dienstags-Konferenz die Frage stellten, wie das Sparkassen- und Geno-Bashing des Commerzbank-Chefs Manfred Knof redaktionell zu gewichten sei, herrschte rasch Einigkeit: Im Grunde kommen nur die beiden „Is“ infrage! Also ignorieren (weil es sich bei der von Knof losgetretenen „Debatte“ über die Abschaffung des Drei-Säulen-Systems um eine Scheindebatte reinster Prägung handelt). Oder ironisieren (Motto: Ausgerechnet die Commerzbank zettelt eine Diskussion über die Entbehrlichkeit bestimmter Banken an, hihihi). Inzwischen stellen wir uns allerdings die Frage, ob es mit Ignorieren bzw. Ironisieren wirklich getan ist. Zumal: Was uns noch viel mehr wundert als das initiale Statement des Manfred Knof, das sind die am Dienstag und Mittwoch medial und sozialmedial ausgerollten (Über-)Reaktionen aus dem Sparkassen- und Geno-Lager – immer gleicher, ermüdender Tenor, etwa bei der BVR-Chefin Marija Kolak: Das Drei-Säulen-Modell sei der Garant für Stabilität, Solidität und den Erhalt des Abendlands … Mmmmh, mal ehrlich, liebe Frau Kolak und lieber Herr Knof. Sind DAS wirklich die Argumente, die es auszutauschen gilt? Ist DAS wirklich die Debatte, der Sie Ihre Arbeitszeit widmen wollen? Und ist DAS wirklich das Thema, dass Sie abends schlecht einschlafen lässt? Doch hoffentlich nicht, oder? … Drum heute Morgen anstelle eines Beitrags zur Drei-Säulen-Diskussion ein kleines Rätsel: Welcher Dax-Konzern, lieber Leserinnen und Leser, verfügt über eine erst vier Jahre alte (und erst 2019 so richtig ins Rollen gekommene) Tochter, die mit banken-ähnlichem Geschäft schon jetzt 25 Mio. Euro Überschuss und 17% Ebit-Marge verdient? Kleiner Tipp: Die einzige (sic!) im Dax verbliebene Bank ist es selbstverständlich nicht. Auflösung hier.

News

Die Bafin schätzt die Folgen des BGH-Gebührenurteils für die Banken inzwischen als deutlich weniger gravierend ein als noch im Sommer. Dies geht „Bloomberg“ zufolge aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor (Wiwo) +++ Der Prozess um Insiderhandel bei der Union Investment hat mit einem Geständnis begonnen. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll der angeklagte frühere Star-Manager des genossenschaftlichen Fondsanbieters die ihm zur Last gelegten Vergehen eingeräumt haben (FAZ) +++ Commerz Ventures – also der Risikokapitalgeber der Commerzbank – ist Lead-Investor bei einer 17-Mio.-Dollar-Runde von Doconomy, einem dänischen Startup, das Finanzunternehmen bei der Überwachung von ESG-Kriterien hilft (Financefwd) +++ Eine Deutsche wird Chefin der europäischen Wertpapieraufsicht Esma. Sie heißt Verena Ross, ist seit zehn Jahren für die Esma tätig und arbeitete davor bei der britischen Finanzaufsicht FCA (Deutschlandfunk) +++ Die bei uns zuletzt ja wieder mal gewürdigte Privatbank Donner & Reuschel eröffnet eine Dependance in Düsseldorf und will sich dabei unter anderem (Apobank, aufgepasst) auf institutionelle Kunden mit dem Schwerpunkt Heilberufe fokussieren (Mitteilung) +++ Regulierung (I): In einem bereits 2019 veröffentlichten Merkblatt verlangt die Bafin von Banken und Sparkassen die bewusste Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsrisiken. Kleinere Institute sollen von einer allzu strengen Kontrolle dieser Vorgaben allerdings auch weiterhin befreit werden, berichtet das „Handelsblatt“ (Paywall) +++ Regulierung (II): Die deutschen Bankenaufseher wollen die während der Corona-Krise gewährten Erleichterungen allmählich wieder zurücknehmen. Das hat Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gestern betont (Reuters/FAZ) +++ Regulierung (III): Angesichts strengerer Regulierungsanforderungen im Hinblick auf Klimarisiken müssen sich Europas Banken auf höhere Kapitalpuffer einstellen, hat die Eba gestern erklärt (Bloomberg) +++ JP Morgan hat in Großbritannien eine eigene Digitalbank an den Start gebracht (Reuters)

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