24/01/2020: Deutsche Bank, Berliner Volksbank, Wirecard, Sparda Hessen, VAI Trade

24. Januar 2020

In der Deutschen Bank wird dieser Tage um die Höhe der Vorstands-Boni gerungen – was auch insofern interessant ist, als der 2019er-Verlust laut Analysten-Schätzungen bei ungefähr 4,8 Mrd. Euro liegen dürfte. Naivlinge würden fragen: Warum dann überhaupt eine Sonderzahlung? Wenn also demnächst ein harter Schnitt bei den Vorstands-Boni verkündet wird, dann erinnern Sie sich der besseren Einordnung halber an zweierlei: 1.) Die Gesamtvergütung des Vorstands hat 2018 mit 56 Mio. Euro ein Rekordhoch erreicht, wie Bloomberg-Kollege Steven Arons errechnet hat – es kann also eigentlich nur runtergehen. Und 2.) Die Kürzungen des Bonuspools insgesamt (20% generell, 30% für die Investmentbanker) ist laut Bloomberg nicht ganz freiwillig erfolgt. Sondern: Die EZB habe Druck gemacht. Damit für die Boni nicht die Kapitalausstattung geopfert wird. Bloomberg (Paywall)

Exklusiv: Finleap-Managerin Birte Sewing wird AR-Chefin der Solarisbank. Zu den Dingen da draußen, die sich einem nicht zwingend erschließen, gehört der Umstand, dass Finleap den Aufsichtsratsvorsitz bei seinem schillerndsten Venture (sprich: bei der Solarisbank) bislang Gerrit Seidel überlassen hat, also dem Chef der umtriebigen Münchner Venture-Capital-Boutique Yabeo. Wie Finanz-Szene.de vorab erfahren hat, wird diese Auffälligkeit nun jedoch korrigiert – wobei Seidel als Vizechef des Gremiums an Bord bleibt. Übrigens ist das nicht die einzige interessante Solarisbank-Personalie, die wir heute Morgen für sie haben. Denn einer der Gründungs-Vorstände geht (womit das frühere Führungs-Quartett jetzt zu 3/4 raus ist). Und wird ersetzt durch einen Ex-UBS- und Ex-McKinsey-Mann. Voilà: Finanz-Szene.de

Exklusiv: Der Fintech-Star der Berliner Volksbank hat seinen CEO-Posten verloren. Upps, da haben wir Ihnen gestern lang und breit von dem „Delitzsch dreht sich im Grabe um“-mäßigen Startup-Exposure der Hauptstadt-Genossen erzählt – doch das Wichtigste haben wir glatt übersehen: Ausweislich des Handelsregisters ist Garry Krugljakow (laut Linkedin-Profil Ex-N26, Ex-Cookies, Ex-SocGen und Ex-Swiss-Re) seit dem 15. Januar nicht mehr Geschäftsführer von VAI Trade, jenem hauseigenen Fintech, mit dem die Berliner Volksbank ganz groß rauskommen wollte. Unser Versuch, von der Pressestelle die Gründe zu erfahren, scheiterte kläglich.

Goldman Sachs hält laut einer gestern Abend versandten Ad-hoc-Mitteilung jetzt 13,4% (!!!) der Stimmrechte an Wirecard. Wobei uns (bevor wieder böse Leserbriefe kommen) völlig bewusst ist, dass das eher nicht bedeutet, dass der Goldman-Treasurer jetzt Wirecard-Effekten für 2,2 Mrd. Euro in seinem Eigenhandels-Köfferchen mit sich herumschleppt – sondern: So wie es aussieht, macht die US-Investmentbank da draußen irgendwas für irgendwen, handelt also „im Auftrag“, wie es so schön heißt. Und trotzdem halten wir’s angesichts der schieren Dimensionen für extrem vermeldenswert. Zumal die Wirecard-Aktie gestern um weitere 4,9% zugelegt hat. Stimmrechtsmitteilung

Kurzmeldungen

Die Sparda Hessen hat 2019 Dank ihres Bewertungsergebnisses den Überschuss stabil bei 13 Mio. Euro gehalten. Im Kerngeschäft stiegen die Kosten rascher als der Provisionsüberschuss, das Zinsergebnis bleibt unverändert. (Mitteilung) +++ Die in den Cum-Ex-Skandal verwickelte australische Macquarie-Bank hat mitgeteilt, dass laut Ermittlungen deutscher Behörden rund 60 Mitarbeiter in die Deals involviert gewesen seien (Reuters) +++ Goldman Sachs hat gestern mitgeteilt, in Zukunft keine IPOs mehr von Unternehmen zu begleiten, bei denen ausschließlich Männer im Board sitzen. Also noch ein Vorwand für deutsche Fintechs, nicht an die Börse zu gehen. (CNN)

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