News des Tages

24/06/22: Drama um DBK- & Coba-Aktie, SumUp jetzt 8 Mrd. wert, Penta droht Kunden mit Rauswurf

24. Juni 2022

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Briefing

Wie die krassen Kursverluste bei Deutscher Bank und Commerzbank zu erklären sind: Eher unvermittelt fiel uns gestern am späten Nachmittag auf, dass die DBK-Aktie im regulären Handel 12,2% verloren hatte und die CBK-Aktie 11,8% – und wir fragten uns: Hä, haben wir irgendwas verpasst? Antwort: Nein und ja. Weil: Besondere Vorkommnisse institutsspezifischer Natur waren keine vermeldet worden. Aber was sind dann die Gründe für den Crash??? Um einfach mal unredigiert wiederzugeben, was der Banken-Redakteur dem Newsletter-Schreiber um kurz vor 18 Uhr per Mail vom Fußballplatz aus rübergekabelt hat: “stark makrogetrieben … kommt von der zinsseite … rendite bund wieder durchgesackt … einkaufsmanager indizes grottenschlecht heute … gas/habeck hilft auch nicht … was gespielt wird: weniger kreditvergabe und hohe ausfälle … so ist auch die zinswende bissi gefährdet”. Sprachlich ausbaufähig, inhaltlich deprimierend.

Ist SumUp wirklich so viel wert wie N26? Wir wollen ja nicht so tun, als hätten wir bei SumUp nicht jahrelang ganz schön rumgenölt (siehe etwa -> Woher, bitteschön, kommen die 200 Mio. Umsatz von SumUp? … Oder auch -> SumUp-Schock: “Profitables” Mega-Fintech tief in roten Zahlen). Und tatsächlich würden wir bis heute behaupten: Bilanztechnisch und unternehmensstrukturell ist der deutsch-britische Mini-Terminal-Spezialist eher seltsam unterwegs. Den Vergleich mit dem einstigen Payment-Champion W. aus A. bei M. haben wir gleichwohl immer vermieden. Weil: Bei W. aus A. bei M. blieb selbst zu Dax-Zeiten völlig diffus, wer eigentlich die Kunden sind. Dagegen werden einem die Geräte von SumUp beim Bummel durch die Einkaufsstraßen längst überall entgegengehalten. Und so klingt glaubhaft, was gestern vermeldet wurde: SumUp hat nach eigenen Angaben weitere 590 Mio. Euro erhalten. Und weil diesmal (anders als in früheren Runden) auch Eigenkapital darunter ist, lässt sich sogar eine Bewertung ableiten. Diese soll bei 8 Mrd. Euro liegen.

News

Wie berichtet (siehe hier) ringen die Sparkassen-Gremien zurzeit um die Frage, ob sie den Ortsinstituten empfehlen sollen, ihren Kunden Krypto-Handel anzubieten. Laut “Handelsblatt” (Print) geht die Tendenz in Richtung: Nein +++ Das Berliner Investment-Fintech Raisin stärkt die hauseigene, in Frankfurt ansässige Raisin Bank (der wir uns zuletzt hier und hier gewidmet hatten) mit einem interessanten Zukauf … +++ … Vom Bankhaus Lenz übernimmt der “Banking as a Service”-Spezialist die Payment-Sparte mitsamt rund 20 Beschäftigten. Nach eigenen Angaben kann die Raisin Bank damit künftig auch Services wie Kartengeschäft und elektronische Zahlungslösungen anbieten +++ Die auf KMU-Kunden spezialisierte Berliner Neobank Penta streicht ihren Altkunden deren kostenlose Konten. Bis Mitte August müssen die Kunden vom “Basic”-Tarif in eine Bezahlversion wechseln – sonst werden die Konten gekündigt +++ Die Commerzbank hat ihre Anteile am kürzlich in “ESG-Book” umbenannten Fintech Arabesque S-Ray verkauft. Zugleich berichtete “ESG-Book” gestern von einer neuen 35-Mio.-Dollar-Finanzierung +++ Die zehn Deutsche-Bank-Vorstände verzichten laut “Financial Times” (Paywall) auf jeweils 75.000 Euro Bonus. Dabei handele es sich um eine Reaktion auf Verfehlungen des Instituts im Umgang mit Messaging-Apps

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

 

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags