News des Tages

25/01/22: Schwarzer Montag für Dt. Bank und Flatex, Bläst Raisin sein Funding ab?

24. Januar 2022

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Ein grauer Montag für die Banken – und ein schwarzer für die Broker. Dass die weltweiten Aktienmärkte gestern angesichts der Ereignisse in der Ukraine deutliche Verluste zu verzeichnen hatten, werden Sie mitbekommen haben, liebe Leserinnen und Leser. Bleibt uns hier, die Lupe noch kurz auf die Anbieter aus unserem Berichtsgebiet zu richten: 1.) Commerzbank minus 1,1% – und damit deutlich robuster als der Dax (-1,8%) und der europäische Banken-Stoxx (-3,8%) … Könnte daran liegen, dass sich der Markt unserer positiven Lesart der Freitagabend-Ad-hoc (Gewinn trotz mBank-Risikovorsoge) angeschlossen hat +++ 2.) Deutsche Bank minus 3,5% (im Xetra-Handel -6,3%) … Schwer zu begründen, dieser Einbruch. Allerdings hatte sich das Sentiment ja schon letzte Woche so ein bisschen gegen die Deutsche Bank gerichtet +++ 3.) FlatexDegiro minus 8,1% … Das nächste Indiz, dass die letztjährige Broker-Hausse auf ziemlichen optimistischen Annahmen beruhte – darunter der, dass es an den Märkten weiter aufwärts geht. Die Flatex-Aktie hat gegenüber dem Höchstkurs am 29. Juni 2021 nunmehr 41% an Wert verloren; und beim US-Neobroker Robinhood (gestern zeitweise -13%) hat sich die Marktkapitalisierung trotz einer Erholung zum Börsenschluss gegenüber dem Ausgabepreis zum Börsengang am 29. Juli 2021 auf nur noch 9,5 Mrd. Euro grob gedrittelt. Wie wohl Trade Republic bewertet würde, stünde aktuell ein Funding an?

News

Die US-Großbank J.P. Morgan Chase hat ihre luxemburgische sowie die irische Einheit auf die deutsche J.P. Morgan AG verschmolzen – und lässt diese künftig als “SE” firmieren … +++ … Bereits im Zuge des Brexits war die Bilanzsumme der hiesigen Entität auf 244 Mrd. Euro (Stand: Ende 2020) angeschwollen; durch die jetzige Verschmelzung steigt die J.P. Morgan SE nach eigen Angaben nun sogar unter die gemäß Bilanz fünf größten Geldhäuser hierzulande auf +++ Die durch ihre Greenwashing-Vorwürfe bekannt gewordene frühere Nachhaltigkeitschefin der DWS, Desirée Fixler, ist mit dem Versuch, gegen die Kündigung durch die Deutsche-Bank-Tochter gerichtlich vorzugehen, gescheitert (FAZ) +++ Wegen zu vieler Anträge und veralteter Standards hat die Bundesregierung das KfW-Förderprogramm für energieeffizientes Bauen gestoppt (Spiegel Online) +++ Der neue Vorstandschef Michael Krupp will der Degussa Bank (wie von uns vergangene Woche schon vermutet) einen harten Konsolidierungskurs auferlegen … +++ … So strebt die Krisenbank auf mittlere Sicht ein Kostenniveau von nur noch 65% der heutigen Aufwendungen an, sagte Krupp der “Börsen-Zeitung” (Paywall) … +++ … Dank des Verkaufs der Immobilientochter Industria Wohnen (siehe hier) habe die Degussa Bank das vergangene Jahr mit einem Nachsteuerergebnis von mehr als 100 Mio. Euro abgeschlossen, so der Manager weiter

Wussten Sie schon?

… dass der Einlagen-Broker Raisin DS ein Wandeldarlehen im Umfang von 30 Mio. Euro begeben haben soll (Geldgeber: große Bestandsinvestoren wie Goldman Sachs und Hedosophia). So zumindest berichten es die Kollegen von “Deutsche Startups” – plausiblerweise, wie wir meinen, denn der News passt zu Informationen von Finance Forward und Finanz-Szene, wonach das Berliner Unicorn sein geplantes großes Funding auf unbestimmte Zeit verschoben hat. Damit bliebe Raisin DS (das “DS” steht für den letztes Jahr mit Raisin fusionierten Hamburger Wettbewerber Deposit Solutions) einstweilen das einzige große deutsche Fintech, dass seit der Corona-Krise keine nennenswerte Finanzierungsrunde mehr gemacht hat. Ein Sprecher des Fintechs wollte sich zu den Informationen gestern nicht äußern.

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