25/06/19: N26, R+V/Genobanken, Paypal, Cum-Cum

25. Juni 2019

So, jetzt haben wir für die Vorwürfe der Volks- und Raiffeisenbanken gegen N26 und weitere Smartphone-Banken endlich mal eine quantitative Grundlage. Die genossenschaftliche R+V Versicherung (die im Auftrag der Genobanken Betrugsfälle im Online-Banking absichert) teilte gestern mit, im ersten Halbjahr seien etwa 300 Schadensfälle mit einem Gesamtschaden von rund 5 Mio. Euro gezählt worden – und damit deutliche mehr als in den Vorjahren. Das typische Vorgehen: Die Betrüger eröffnen ein Fake-Konto bei einer Direktbank, spähen dann die Kontodaten von Geno-Kunden aus und starten schließlich die betrügerische Überweisung vom Geno-Konto aufs Fake-Konto der Direktbank. FAZFocus

Nun mag man darüber streiten, ob 5 Mio. Euro Schaden viel oder wenig ist – es ist jedenfalls nicht: nichts. Klar ist aber auch, dass die Schuld nicht nur bei den Online-Banken (und deren angeblich unsicheren Ident-Verfahren) liegt, sondern auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken oder wenigstens bei deren Kunden. Und dann findet sich noch eine interessante Zahl in einem „HB-Artikel“ zum gleichen Thema heute früh: Von den 3497 Kundenbeschwerden, die bis zum 18. Juni bei der Bafin eingingen, betrafen nur 839 Direktbanken (also 24%) – im Vergleich zum Vorjahr (19%) eine überschaubare Zunahme. Handelsblatt (Paywall)

Der Bezahldienstleister Paypal plant an seinem wichtigsten deutschen Standort in Berlin kurzfristig den Abbau von 309 der insgesamt 355 Stellen, mithin also 87% der Jobs. Nach Informationen von „Heise Online“ könnte hinter den Entlassungen unter anderem ein Outsourcing an polnische Standorte des Dienstleisters Sitel stehen. Heise Online 

Nicht ganz schlau werden wir aus einer gemeinsamen Recherche des „Handelsblatts“ und des „BR“ zum Thema Cum-Cum-Deals (nicht zu verwechseln mit Cum-Ex-Deals) – weil: Während die einen von 610 Mio. Euro „Risiken“ berichten, ist bei den anderen von 610 Mio. Euro „Schaden“ die Rede. Ohne Gewähr: Wir verstehen die Artikel so, dass sich rund 60 Banken an Cum-Cum beteiligt haben – denen nun (v.a. durch Steuernachzahlungen) aggregiert Belastungen von besagten gut 600 Mio. Euro drohen, also 10 Mio. Euro im Schnitt. Ist pro Bank jetzt nicht soooo viel, finden wir, auch wenn offenbar auffallend viele überschaubar große Sparkassen (z.B. Göppingen, Bodensee und Karlsruhe) und Genos (z.B. Heilbronn, Rhein-Ruhr sowie Kur- und Rheinpfalz) betroffen sind.

Kurzmeldungen: Die Deutsche Bank hat den ersten Teil des US-Stresstest bestanden (SZ) +++ Für fast 1 Mrd. Euro kauft die Santander die Allianz aus deren Versicherungs-Vertriebs-Joint-Ventures mit der Santander-Tochter Banco Popular heraus (Reuters) +++ Wirecard hat angekündigt, seine Payment-App Boon zu einem Personal-Finance-Manager zu erweitern (Mitteilung) +++ Die neuen Regeln bei Online-Überweisungen (Stichworte: -> PSD2, -> starke Kundenauthentifizierung) sollen laut EBA erst einmal weniger streng ausfallen als geplant (pymnts.com)

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